Ausserrhoder FDP erneuert sich: Annette Joos scheidet aus der Parteileitung, Präsidentin Monika Bodenmann kündigt Rücktritt an

Der Ausserrhoder Freisinn braucht eine neue Führungsperson. Parteipräsidentin Monika Bodenmann-Odermatt hat ihren Rücktritt auf das kommende Jahr hin angekündigt. Aus der Parteileitung ist Annette Joos-Baumberger bereits zurückgetreten. Neu zählen Jennifer Abderhalden, Peter Meier und Oliver Schmid zu diesem Gremium.

David Scarano
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Monika Bodenmann-Odermatt mit Annette Joos-Baumberger anlässlich der Hauptversammlung der FDP.

Monika Bodenmann-Odermatt mit Annette Joos-Baumberger anlässlich der Hauptversammlung der FDP.

Bild: dsc

Nach der Coronapause nimmt die Ausserrhoder Politik langsam den Betrieb wieder auf. Mitte Juni tagte der Kantonsrat erstmals wieder, am Mittwoch lud die FDP zur Hauptversammlung - und diese wartete mit einer Überraschung für die Delegierten auf. Parteipräsidentin Monika Bodenmann-Odermatt kündigte ihren Rücktritt auf das kommende Jahr hin an. Sie wird dann das Amt fünf Jahre ausgeübt haben.

Monika Bodenmann machte persönliche Gründe für die Demission geltend. Sie wolle ihre Zeit wieder flexibler einteilen können, erklärte sie den anwesenden Delegierten. Die Waldstätterin ist derzeit Kantonsrätin und Präsidentin des Ausserrhoder Tourismusverbands. Sie sagte zudem:

«Der Zeitpunkt ist ideal. Die Partei hat nun genügend Zeit, die Nachfolge zu klären. Und die neue Führungsperson kann zwei Jahre die Gesamterneuerungs- sowie die National- und Ständeratswahlen 2023 vorbereiten.»

Namen für mögliche Nachfolgerinnen oder Nachfolger fielen an der Delegiertenversammlung im Casino Herisau keine. Die Parteileitung hat die Vizepräsidenten Patrick Kessler und Marcel Walker mit der Suche beauftragt. Sie werden von Monika Bodenmann unterstützt.

Basis gestärkt, Niederlage gegen Zubi

Die Hinterländerin ist seit 2016 im Amt. Sie folgte auf Monica Sittaro-Hartmann und Willi Eugster, die zwei Jahre lang gemeinsam die Geschicke der ehemaligen Staatspartei geleitet hatten.

Über ihre Zeit als Parteipräsidentin sagte Bodenmann: «Es war immer eine Herzensangelegenheit für mich.» Auf ihre grössten Erfolge angesprochen, nannte sie nicht nur die Gesamterneuerungswahlen 2019, als es der FDP gelungen ist, die Anzahl Sitze im Kantonsrat leicht auszubauen. Stolz ist sie zudem auf die erfolgreiche Basisarbeit. So wurde unter anderem in ihrer Zeit eine Vorderländer Sektion gegründet, um die Kräfte in der Region zu bündeln.

Als grösste Niederlage nennt Bodenmann die misslungene Rückeroberung des Nationalratssitzes im vergangenen Herbst. Jennifer Abderhalden unterlag knapp gegen SVP-Amtsinhaber David Zuberbühler. Die Ausserrhoder Freisinnigen machten mit dem kurzfristigen Rückzug aus gesundheitlichen Gründen der eigentlich als Kandidatin vorgesehenen Daniela Merz keine glückliche Figur. «Wir hatten Pech», sagte Bodenmann rückblickend.

Annette Joos-Baumberger nur noch Kantonsrätin

Einen namhaften Rücktritt musste die FDP AR aber bereits auf diese Hauptversammlung verkraften. Annette Joos-Baumberger scheidet nach zehn Jahren aus der Parteileitung der Kantonalpartei aus. Die Herisauerin kann sich nun ganz auf ihre Kantonsratstätigkeit konzentrieren. Aber auch dort zeichnet sich ein Ende ab. «Nach dieser Legislatur werde ich nicht mehr antreten», sagte die Freisinnige. 2019 war sie nach 13 Jahre bereits als Herisauer Gemeinderätin zurückgetreten.

Neu Einsitz in der Parteileitung nehmen Jennifer Abderhalden (Speicher), Kantonsrat Oliver Schmid (Teufen) und Alt-Kantonsrat Peter Meier (Gais).

Als neue eidgenössische Delegierte wurden Fabio Brocker (Teufen), Philipp Kessler (Teufen), Patrik Louis (Stein) und Susanne Rietmann (Speicher) gewählt. Allerdings ist noch unklar, ob sie diese Aufgabe erfüllen können. Wie Bodenmann erklärte, wollte die FDP Schweiz den Verteilschlüssel der Delegierten neu regeln. Ausserrhoden hätte dadurch Anrecht auf vier neue Sitze erhalten. Die Reform wurde aber auf Drängen der Zürcher Sektion vorübergehend gestoppt, sagte die noch amtierende Parteipräsidentin.