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AUSSERRHODEN: Überflieger verliert an Höhe

Köbi Frei war Finanzdirektor des Jahres 2009. Es folgten dann aber einige Niederlagen. Von harscher Kritik und hohem Ansehen, von Dünnhäutigkeit und Dossierkenntnissen.
Ein lachender Finanzdirektor sei selten geworden, sagen einige Kantonsräte. (Bild: Martina Basista (Archiv))

Ein lachender Finanzdirektor sei selten geworden, sagen einige Kantonsräte. (Bild: Martina Basista (Archiv))

Für den Ausserrhoder Finanzdirektor Köbi Frei wird die Lage ungemütlich. Als "absolut ungeeignet" stuft die Staatswirtschaftliche Kommission in ihrem jüngsten Bericht sein Rollenverständnis als Regierungsrat und (ehemaliger) Verwaltungsrat des Spitalverbunds ein. In seiner Funktion als regierungsrätlicher Vertreter im Verwaltungsrat wird Köbi Frei im StwK-Bericht mehrfach scharf kritisiert. Etwa: Köbi Frei habe als regierungsrätliches Verwaltungsratsmitglied nicht nachweislich interveniert als der Verwaltungsrat von einer zu späten Ablösung des Globalkredits ausgegangen war, obwohl der Regierungsrat selbst die Ablösung des Globalkredits beschlossen hatte. In letzter Zeit gab es für Köbi Frei mehrere negative Erfahrungen. Man denke an das jüngst bekannt gegebene Jahresergebnis 2016, wo man sich um 14 Millionen verschätzt hat. Die Gunst der Stimmbevölkerung nahm ab. Dies zeigt die erfolglose Kandidatur als Landammann vor rund zwei Monaten.

Einen Knick erlitt Freis politische Karriere aber schon zuvor – im Jahr 2011. Damals verlor er bei den Nationalratswahlen, als Favorit gestartet, gegen den FDP-Kandidaten Andrea Caroni. Erstmals ging Frei als Verlierer vom Platz. Dies, nachdem er zwei Jahre zuvor vom Schweizer Wirtschaftsmagazin «Bilanz» noch zum besten Finanzdirektor der Schweiz ernannt wurde. Vom Hoffnungsträger der SVP war damals die Rede, einem Kantonalpolitiker, der weit über die Parteigrenzen hinaus ein hohes Ansehen verspüre.

Er weiss seine Erfahrung und sein Wissen zu nutzen

Seit 2003 sitzt Köbi Frei in der Ausserrhoder Regierung. Ehemalige wie amtierende Kantonsräte attestieren ihm sehr umfassende Dossierkenntnisse. Köbi Frei ist aber auch einer derjenigen Politiker, die ihre Erfahrung und ihr Wissen als Regierungsrat auszunützen. Er scheut sich nicht, Fragen aus dem Kantonsrat unzimperlich zu beantworten. Wer sich mit dem Finanzdirektor ins Gespräch einlässt, der muss sich seiner Sache sicher sein, wird einem beim Verfolgen der Ratsdebatten bewusst.

Ein langjähriger Kantonsrat verweist auf die positiven Fähigkeiten von Köbi Frei. Dennoch macht es den Anschein, dass ihm die Niederlage gegen Andrea Caroni noch immer sauer aufstösst. "Seither nehme ich Köbi Frei oft sehr angespannt und dünnhäutig wahr", erklärt der Kantonsrat, der nicht namentlich erwähnt werden möchte. Köbi Frei habe sich während all der Jahre stark engagiert und sei bereit gewesen sich zu exponieren, sagt Kantonsrat Edgar Bischof, der die SVP AR viele Jahre präsidierte. Dies passe nicht allen. Jetzt werde er Opfer seiner eigenen Charaktereigenschaft, so Bischof.

Stwk-Bericht trug zum Rücktrittsentscheid bei

Dass die Staatswirtschaftliche Kommission in ihrem Bericht einen schroffen Ton gegenüber einzelnen Regierungsräten anschlägt, ist in Appenzell Ausserrhoden zwar selten, aber nicht neu. Im StwK-Bericht 2000 hiess es beispielsweise, Gebi Bischof (damaliger Regierungsrat) habe "offensichtliche Führungsmängel" und es wurde ihm darüber hinaus "mangelnde Sachkompetenz", "eine unsorgfältige Kommunikation" und "wenig politisches Fingerspitzengefühl" vorgeworfen. Mitglied der damaligen Staatswirtschaftlichen Kommission war unter anderem Köbi Frei, damals noch Kantonsrat. Laut Aussage eines anderen damaligen StwK-Mitglieds wurde die Kommission in der anschliessenden Kantonsratsdebatte von Landammann Hans Altherr in die Schranken gewiesen. Es gehöre sich nicht, einen amtierenden Regierungsrat so zu kritisieren.

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