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Freiwillige sollen helfen, die Herzenswünsche älterer Menschen zu erfüllen

Dank dem Projekt «Geheime Wünsche» können Heimbewohner noch einmal im Leben etwas unternehmen, das ihnen sonst nicht mehr möglich wäre. Nun werden Helfer gesucht.
Karin Erni
Isabell Häberle (Mitte) wünschte sich, noch einmal die Blumenpracht der Insel Mainau zu erleben. Simona Barben und Kathleen Frischknecht begleiteten sie dabei. Bild: PD

Isabell Häberle (Mitte) wünschte sich, noch einmal die Blumenpracht der Insel Mainau zu erleben. Simona Barben und Kathleen Frischknecht begleiteten sie dabei. Bild: PD

Alte und kranke Personen erhalten in den Pflegeheimen zwar die nötige fachliche und menschliche Betreuung. Was ihnen oftmals fehlt, ist der Kontakt zur Aussenwelt. Hier setzt das Projekt «geheime Wünsche» an. Es bietet Bewohnerinnen und Bewohnern die Möglichkeit, von Freiwilligen begleitet das Heim einen Tag lang zu verlassen und etwas ganz Besonderes zu erleben. Initiiert wurde die Idee vom katholischen Sozialdienst der Stadt St. Gallen. Die St. Galler Kantonalbank unterstützt das Projekt im Rahmen ihres 150-Jahr-Jubiläums. «Geheime Wünsche» läuft seit einem Jahr erfolgreich in verschiedenen Regionen des Kantons. Nun soll es auf Appenzell Ausserrhoden ausgeweitet werden.

«Die ältere Generation tut sich oftmals schwer damit, Wünsche zu äussern, insbesondere Menschen, die in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen sind»

sagt Simona Barben. Die gebürtige Herisauerin studiert Soziale Arbeit an der Fachhochschule St. Gallen. Sie und fünf weitere Studierende haben im Rahmen eines Praxisprojekts die Aufgabe erhalten, das Projekt «Geheime Wünsche» in Ausserrhoden zu verbreiten.

Dafür haben sie in einem ersten Schritt alle Heime im Kanton angeschrieben und die Projektidee vorgestellt. «Die Organisationen können uns Hinweise geben, wenn sie Bewohner haben, denen man einen Wunsch erfüllen könnte», sagt Sarah Eberhard, die ebenfalls am Projekt beteiligt ist. «In der Regel sind es Menschen, die in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen leben oder keine Angehörigen haben, die sich regelmässig um sie kümmern können.» Die Heime hätten oft nicht die nötigen personellen Ressourcen, um individuelle Wünsche der Bewohner zu erfüllen.

Ganz unterschiedliche Wünsche

Die Bedürfnisse können sehr unterschiedlich sein. Während es der eine geniesst, wieder einmal in der Stadt einkaufen zu können, wünscht sich jemand anders sehnlichst einen Helikopterflug. Oft gewünscht werden Ausflüge mit Schiffen oder Bergbahnen. Beliebtes Ziel ist die Insel Mainau oder der Zoo. Viele ältere Menschen wünschen sich, noch einmal ihre alte Heimat oder die Schule, die sie einst besucht haben, zu sehen. Andere möchten noch einmal an ihren ehemaligen Arbeitsort zurückkehren. Auch eine Tanzlektion mit einem Tanzlehrer wurde schon gewünscht. Für einen Heimbewohner war es wichtig, einmal seine selbst gemalten Bildern ausstellen zu können.

Derzeit werden Helfer gesucht, die sich als Wunscherfüller betätigen möchten. Das Einzige, was die Freiwilligen einsetzen müssen, ist ihre Zeit. Für die Finanzierung und die Versicherung ist der katholische Sozialdienst zuständig.

Freiwillige werden ausgebildet

Als erstes lernen die Helfer in einem eineinhalbstündigen Kurs allerhand Wissenswertes im Umgang mit älteren Menschen, werden in geeigneten Fragetechniken geschult und über Organisatorisches informiert. Danach lernen sich der Wunscherfüller und die zu betreuende Person bei einem Besuch persönlich kennen. «Dabei besteht immer für beide Seiten die Möglichkeit, nein zu sagen, falls die Konstellation nicht stimmig sein sollte. Erst danach wird die Realisierung der Idee konkretisiert», sagt Sarah Eberhard, eine weitere Studierende. Sie hat mit ihrer Gruppe im Rahmen einer Selbsterfahrung bereits eine solche Wunscherfüllung durchgeführt und ist begeistert.

«Es war ein sehr schönes Erlebnis. Ich spürte eine grosse Dankbarkeit.»

Die Helfer müssen über ein fotofähiges Smartphone oder eine Digitalkamera verfügen, damit sie vom Anlass ein kleines Fotobuch anfertigen können. Dieses wird anschliessend mit dem Beschenkten noch einmal angeschaut und gemeinsam in Erinnerungen geschwelgt.

Damit das Projekt auch künftig weiterläuft, werden freiwillige Wunscherfüller sowie eine oder mehrere freiwillige Koordinationspersonen für den Raum Herisau und Umgebung gesucht, die regelmässig bei den Heimen nachfragen, ob ein geheimer Wunsch vorhanden ist.

Auf www.geheimewuensche.ch oder bei Simona.barben@fhsstudents.ch können sich Interessierte informieren und anmelden.

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