AUSSERRHODEN: Problempflanzen an den Wurzeln packen

Nicht alles, was auf Wiesen und in Gärten grünt, ist erwünscht. Während einige Pflanzen lediglich anderen den Platz wegnehmen, sind andere giftig für Mensch und Tier. Doch jeder und jede kann etwas gegen ihre Ausbreitung tun.

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Die goldgelben Blüten des Jakobskreuzkrauts haben einen Durchmesser von 1,5 bis 2 Zentimetern. (Bilder: PD)

Die goldgelben Blüten des Jakobskreuzkrauts haben einen Durchmesser von 1,5 bis 2 Zentimetern. (Bilder: PD)

«Guter Futterbau ist die Grundlage für die Produktion tierischer Qualitätsprodukte wie Milch und Fleisch», schreibt das Ausser­rhoder Amt für Landwirtschaft in einer Mitteilung. Störend seien dabei die Problemkräuter. Diese in Schach zu halten sei eine Herausforderung für die Landwirte, vor allem, wenn der Samendruck von aussen komme.

In der Landwirtschaft gibt es verschiedene Problemunkräuter, die teils mit grossem Aufwand bekämpft werden. Die Pflanzen sind aus verschiedenen Gründen unerwünscht. Viele Problempflanzen sind Platzräuber, die selbst kaum Futterertrag erzeugen, oder sie produzieren qualitativ minderwertiges Futter. Ein prominentes Beispiel ist die Wiesenblacke (Rumex obtusifolius). Aber auch die Ackerkratzdistel (Cirsium arvense), der Breitwegerich (Plantago major) und die Brennnessel (Urtica dioica) führen bei vermehrtem Aufkommen zu Ertragsverlusten und Qualitätsminderungen. Noch problematischer wird es, wenn sich giftige Pflanzen in Wiesen und Weiden etablieren können. Schwach giftig sind der Klappertopf (Rhinanthus alectorolophus) und der Scharfe Hahnenfuss (Ranunculus acris). Stark giftig hingegen sind das Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea) und die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale). Ihre Gifte reichern sich im Körper der Tiere an und führen zu Unfruchtbarkeit und Tod. Auch tierische Produkte wie Milch oder Honig können Giftstoffe enthalten und dadurch in die menschliche Ernährung gelangen. Das Jakobskreuzkraut kommt oft in Gärten, an Strassenrändern und auf Ruderalflächen vor, bevor es sich über Flugsamen in die Land­wirtschaftsflächen verbreitet. Für eine nachhaltige Bekämpfung ist es daher wichtig, dass auch Privatpersonen Jakobskreuzkräuter in ihren Gärten bekämpfen. Jeder Mann und jede Frau könne etwas für die Bekämpfung der giftigen Pflanzen unternehmen, schreibt das Landwirtschaftsamt weiter. Die Rosetten und die blühenden Pflanzen müssten mitsamt den Wurzeln ausgerissen und im Kehricht entsorgt werden.

Das Jakobskreuzkraut wird 30 bis 100 Zentimeter hoch und blüht von Juni bis August. Die Blätter sind fiederteilig. Die goldgelben Blüten sind 1,5 bis 2 Zentimeter breit. Es gibt weitere verwandte ­Arten wie das Schmalblättrige Greiskraut (Senecio inaequidens), das Wasserkreuzkraut (Jacobaea aquatica) und das Alpenkreuzkraut (Jacobea alpina). Sie haben ähnliche goldgelbe Blüten, sind ebenfalls giftig und sollten auch ausgerissen werden. Weitere unerwünschte Arten im Kanton sind die invasiven Neophyten. Besonders beim Einjährigen Berufkraut (Erigeron annuus) und dem Schmalblättrigen Greiskraut kann die Bevölkerung aktiv bei der Bekämpfung mithelfen, indem die Pflanzen mitsamt den Wurzeln ausgerissen und im Kehricht entsorgt werden. Vermehrt wird festgestellt, dass sich Samen des Schmalblättrigen Greiskrauts und des Einjährigen Berufkrauts in zugeführtem Kies befinden. Es lohnt sich besonders, auf solche Stellen ein Auge zu werfen, um eine weitere Verbreitung frühzeitig zu verhindern. (pd)