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AUSSERRHODEN: Präsenz der Bauern schwindet

Mit dem Rücktritt des Meisterlandwirts Konrad Meier werden die Vertreter des Bauernstandes im Kantonsrat weniger. Für den Präsidenten des Bauernverbandes eine alarmierende Tatsache.
Bruno Eisenhut
Vor 25 Jahren sassen acht Bauern im Kantonsrat, bald wird noch ein selbstständiger Landwirt Mitglied im Ausserrhoder Parlament sein. (Bild: Ralph Ribi)

Vor 25 Jahren sassen acht Bauern im Kantonsrat, bald wird noch ein selbstständiger Landwirt Mitglied im Ausserrhoder Parlament sein. (Bild: Ralph Ribi)

Bruno Eisenhut

bruno.eisenhut@appenzellerzeitung.ch

Es gab Zeiten, da sassen die Landwirte reihenweise im Ausserrhoder Kantonsrat. Vor 25 Jahren gehörten acht Bauern dem Kantonsparlament an. Dazu kamen jene Ratsmitglieder, welche keinen Landwirtschaftsbetrieb führten, aber eine hohe Affinität zum Bauernstand hatten. Mit dem kürzlich angekündigten Rücktritt des langjährigen Herisauer Kantonsrats Konrad Meier fällt die Zahl der selbstständigen Landwirte auf den Tiefpunkt von einem Vertreter. Hinzu kommen noch die Räte mit bäuerlicher Ausbildung oder landwirtschaftlichen Hintergrund: Andreas Gantenbein, Waldstatt, Fredi Wirz, Urnäsch und Ursula Rütsche, Herisau. Letztere hat mit ihrem kürzlich eingereichten Rücktritt aus dem Gemeinderat angedeutet, dass ihre politische Karriere langsam aber sicher dem Ende zu geht.

Hohe Arbeitsbelastung

Ernst Graf, Präsident des Ausserrhoder Bauernverbandes, verfolgt diese Entwicklung mit Besorgnis, findet aber rasch eine Erklärung. Die Bauernbetriebe in Ausserrhoden würden immer weniger, die verbleiben Betriebe dafür immer grösser. «Die Arbeitsbelastung für die Landwirtinnen und Landwirte nimmt stetig zu», so Graf. Hinzu komme, dass viele Bauern trotz grösserem Betrieb einem Nebenerwerb nachgehen müssten. «Den Bauern fehlt schlicht und einfach die Zeit, um zu politisieren», bilanziert Ernst Graf.

Bezüglich der Auswirkungen der bäuerlichen Abstinenz sieht Bauernpräsident Ernst Graf für seine Berufsleute schwarz. Zwar werde die Landwirtschaftspolitik auf Bundesebene betrieben, dennoch gebe es in der kantonalen Politik sehr oft Berührungspunkte mit der Landwirtschaft. Als Beispiel nennt Ernst Graf die bevorstehenden Diskussionen zum kantonalen Wasserbaugesetz oder erinnert an die Gespräche rund um den Tourismus. «Sind bei den Gesprächen keine Personen mit Bezug zur Landwirtschaft involviert, gehen unsere Anliegen vergessen», befürchtet Ernst Graf.

Der Vorstand des Bauernverbands gibt sich aber kämpferisch und will im Hinblick auf die Gesamterneuerungswahlen 2019 nicht untätig bleiben. In den kommenden Monaten werde sich der Vorstand Gedanken darüber machen, wie Bäuerinnen oder Bauern trotz hoher Arbeitsbelastung zu einer Kandidatur motiviert werden könnten. «Unser Ziel ist, in jeder Fraktion bäuerlich vertreten zu sein», gibt der Bauernpräsident bekannt.

Erste Gespräche sind geführt worden

Unterstützung bekommt der Ausserrhoder Bauernverband vom einzig im Kantonsrat verbleibenden selbstständigen Landwirten Walter Raschle. Die bäuerliche Präsenz in den Fraktionen sei überaus wichtig, so der SVP-Kantonsrat. Um Mehrheiten zu generieren, sei das Einbringen der Bauernanliegen wichtig. Bestandteil jeder kantonsrätlichen Fraktion zu sein, sei ein hohes Ziel, findet Raschle. Dieses zu erreichen sei sehr zeitintensiv. Und genau diese Zeit stehe den Bauern kaum mehr zur Verfügung, verstärkt auch Walter Raschle die Aussage des Bauernpräsidenten Ernst Graf.

Die Aussicht, bald als einziger selbstständiger Landwirt im Kantonsrat tätig zu sein, bringt Walter Raschle trotz allem nicht ins Schwitzen. «Ich werde weiterhin die Anliegen der Bauern vertreten», so Raschle. Die fehlende Bereitschaft bei den Bäuerinnen und Bauern für ein politisches Engagement vermisse er aber schon. Genau deshalb habe er bereits mit einigen Bauern Gespräch bezüglich einer Kandidatur im 2019 geführt.

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