Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

AUSSERRHODEN: «Jetzt braucht es Zusammenhalt»

Dass das Herisauer Bahnhofprojekt im 3. Agglomerationsprogramm zurückgestuft wird, beurteilt Kantonsratspräsident Florian Hunziker als Hiobsbotschaft. Die Politiker seien zu blauäugig gewesen.
Bruno Eisenhut
Kantonsratspräsident Florian Hunziker redete am Montag Klartext und nahm auch sich nicht aus der Schuld. (Bild: bei)

Kantonsratspräsident Florian Hunziker redete am Montag Klartext und nahm auch sich nicht aus der Schuld. (Bild: bei)

Bruno Eisenhut

bruno.eisenhut@appenzellerzeitung.ch

In seiner Eröffnungsrede äusserte Kantonsratspräsident Florian Hunziker am Montag höchste Zweifel an einigen Behörden Ausserrhodens. Dass das Projekt der Bahnhofgestaltung Herisau innerhalb des 3. Agglomerationsprogramms auf die B-Liste abgerutscht ist, sei eine Hiobsbotschaft gewesen. SVP-Politiker Hunziker stellte in seiner Rede die Frage, ob sich Kanton- und Gemeindevertreter hartnäckig genug für dieses als Leuchtturm bezeichnete Projekt eingesetzt haben.

Hunziker zog einen Vergleich mit Rorschach herbei. Gemeinderäte, Kantonsräte, Nationalräte und Parteipräsidenten hätten sich «an der Quelle in Bern geschickt für Rorschach und die Anliegergemeinden eingesetzt». Die Folge davon: Rorschach erhalte einen direkten Autobahnanschluss. Die Appenzeller hingegen würden weiterhin, wie seit Jahren, genügsam und friedlich darauf warten, so Hunziker.

Genügsamkeit. Daran stört sich der Kantonsratspräsident. Trotz Abstrafung des Projekts stelle er keine Empörung fest, so Hunziker. Dieser Tage wird die Begründung für die Zurückstufung erwartet. «Ich erwarte von Gemeinde und Kanton eine scharfe Antwort in der Vernehmlassung», so Hunziker. Auch von den beiden Ausserrhoder Bundesparlamentariern erwartet der Kantonsratspräsident einen Effort. «Auch wenn sie vielleicht nicht in den entsprechenden Kommissionen direkten Einsitz haben, Ausserrhoden ist jetzt auf das Netzwerk unserer Politiker in Bern angewiesen.»

Zuberbühler will Prüfbericht abwarten

Ausserrhodens Nationalrat David Zuberbühler winkt auf Anfrage der «Appenzeller Zeitung» aber sofort ab und spielt den Ball der Ausserrhoder Regierung zu. «Vorerst liegt es an der Regierung, entsprechenden Druck aufzubauen», sagt der Parteikollege von Florian Hunziker. Vorerst könne er nur abwarten, zumal der Prüfbericht des Bundes noch nicht veröffentlicht wurde. Offenbar waren die Vorzeichen für das 38-Millionen-Projekt jeweils positiv gewesen, so Zuberbühler. «Ob vielleicht allfällige Projektierungsmängel vorhanden waren, oder ob das Projekt verglichen mit den anderen Projekten schlicht zu teuer gewesen wäre, wird der Prüfbericht zeigen.» Nationalrat Zuberbühler sagt dem Projekt vorerst eine düstere Zukunft voraus. Die Gelder für das 3. Aggloprogramm seien für andere A-Projekte reserviert worden. Damit für den Bahnhof Herisau doch noch Geld vom Bund herausspringen würde, müsste sich wohl einer der Berücksichtigten solidarisch zeigen und das Projekt zu Gunsten Herisaus zurückstellen.

Diese Option stuft Baudirektor Dölf Biasotto zwar als vorhanden aber eher gering ein. Es bestehe aber auch die Chance, dass der Bahnhofplatz und Bushof Herisau (inkl. Kreisel) doch noch in die Liste der A-Projekte aufgenommen werde. Er zähle dabei auf die Unterstützung der Agglomerationskantone und -gemeinden. Dass sich der Kanton zu wenig für das Projekt eingesetzt habe, lässt Dölf Biasotto nicht gelten. Der politische Entscheid zum Agglomerationsprogramm sei noch nicht gefällt. Es laufe momentan die Vernehmlassung und diese werde vom Ausserrhoder Regierungsrat deutlich beantwortet, so Dölf Biasotto.

Auch Hunziker sitzt im Gemeinderat

Politiker jeder Stufe hätten zu wenig zum Erfolg beigetragen, hielt Hunziker in seiner Rede fest. Auch der Gemeinderat von Herisau habe sich zu sicher gefühlt, sagt er einen Tag später gegenüber der «Appenzeller Zeitung». Jenes Gremium notabene, welchem Florian Hunziker selber angehört. «Wir waren zu blauäugig», sagt er. Mehrmals habe er von den direkt involvierten Gemeindevertretern zu hören bekommen, dass «alles gut komme». Der Entscheid zeige, so Hunziker, dass Ausserrhoden nichts geschenkt wird.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.