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AUSSERRHODEN: Erster Schritt zur letzten Pflege

Flächendeckend soll das Angebot der «Palliative Care» eingeführt werden. So sieht es das kantonale Konzept vor. Der erste Schritt zur Umsetzung wurde nun in Herisau getan.
Astrid Zysset
Das Konzept regelt die Pflege in den letzten Tagen im Leben. (Bild: PD)

Das Konzept regelt die Pflege in den letzten Tagen im Leben. (Bild: PD)

Astrid Zysset

astrid.zysset@appenzellerzeitung.ch

Der erste Schritt werde jetzt gemacht, kündigte Yvonne Blättler-Göldi, Leiterin Abteilung Pflegeheime und Spitex des Departementes Gesundheit und Soziales, an. Vergangenen Donnerstagabend fand im Casino Herisau ein Informationsanlass statt, respektive der erste Schritt zur Umsetzung des Konzeptes «Palliative Care Appenzell Ausserrhoden». Dieses hatte der Regierungsrat vergangenen Sommer verabschiedet, die entsprechenden finanziellen Mittel wurden gesprochen. Das Ziel des Konzeptes: Die Einführung eines flächendeckenden Angebotes. «Auf einer grünen Wiese müssen wir hierfür nicht beginnen», so Regierungsrat Matthias Weishaupt, Direktor Departement Gesundheit und Soziales. Im Kanton hatten sich in den vergangenen Jahren verschiedene Netzwerke formiert. Aber eben: Nicht flächendeckend.

Die rund 125 Teilnehmende an dem Informationsanlass arbeiten in Alters- und Pflegeheimen, sind in Spitälern, in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, der Politik, in der Spitex, der Seelsorge oder Entlastungsdiensten aktiv sowie bei der Fachstelle «Palliative Ostschweiz». Im Mittelland und Vorderland bestehen sei Längerem sogenannte Foren, in welchen sich die Beteiligten austauschen. Im Hinterland fehlt ein solches Angebot. Im Konzept ist die Einführung eines solchen dritten Forums festgehalten. In Gruppenarbeiten lernten sich die Teilnehmenden am Donnerstagabend näher kennen. In den vier Arbeitsgruppen – neben den drei Forumsregionen war eine vierte mit Vertretern überregionaler Dienste eingerichtet - wurde diskutiert, wer über die Anwesenden hinaus in den Foren mitarbeiten solle und wie die Kommunikation bestmöglich organisiert werden kann. Gross war das Interesse an einem vereinheitlichten palliativen Behandlungsplan, der im Notfall mit den dazugehörigen Ansprechpersonen hilfreich sein würde. «Diese Rückmeldungen sind für die Weiterentwicklung äusserst wichtig», würdigte Katharina Linsi, Geschäftsstellenleiterin von Palliative Ostschweiz, die Diskussionsergebnisse. Sie hatte vorab den Leitfaden vorgestellt, der in der Plattform, dem Austausch- und Zusammenarbeitsgremium aller «Palliative Care»-Foren im Herbst verabschiedet worden war. «Dieser Leitfaden ist ein Arbeitsinstrument und wird regelmässig weiterentwickelt», so Linsi. «Dazu gehöre auch die Erstellung eines solchen Behandlungsplans.» Der Verein Palliative Ostschweiz ist der Fachverband für die Vernetzung der Palliative Care in den Ostschweizer Kantonen und dem Liechtenstein. Seit 2016 besteht ein Leistungsauftrag auch mit dem Kanton Appenzell Ausserrhoden. Zurück zum Informationsanlass: Von den Beteiligten wurde ebenfalls angeregt, Senioren den Foren beiwohnen zu lassen. So könnten deren Bedürfnisse genauer eruiert werden. Und warum wird so wenig Öffentlichkeitsarbeit betrieben? Neben den Anregungen, gab es aber auch schon konkrete Resultate: Ein Forum Hinterland hat sich formiert. Von einer Gründung möchte Blättler-Göldi allerdings noch nicht sprechen. «Die Weichen wurden lediglich gestellt.»

Schwerpunkt liegt 2018 auf der Vernetzung

Die Umsetzung des Konzeptes sieht in diesem Jahr vor allem die Vernetzung der verschiedenen Leistungserbringerinnen und Leistungserbringer und die Sensibilisierung der Bevölkerung vor. Genau genommen geht es um die Vernetzung in den drei regionalen Foren; der Leistungsauftrag mit Palliative Ostschweiz wurde erneuert. Auch die Vereinheitlichung des Wissens und des Verständnisses von Palliative Care sollen gefördert werden. Der Kanton beteiligt sich im Sinne einer Initialisierung an den Fortbildungskosten und spendiert dreitätige Basiskurse zu «Palliative Pflege und Begleitung in der Langzeitpflege». Diese finden ab Mai in Teufen, Heiden und Herisau statt und sind für alle Teilnehmenden kostenlos. Im Jahre 2019 geht es dann vor allem um die spezialisierte Versorgung. Diese soll an Kooperationspartner delegiert werden. Weiter wird die Festlegung der anrechenbaren Pflegekosten für spezialisierte Leistungen im Fokus stehen. «Es geht einfach gesagt darum: Wer bekommt wofür wie viel Geld», so Blättler-Göldi. Die spezialisierte Palliative Care betrifft etwa 20 Prozent der Fälle. Die meisten können mit der Grundversorgung abgedeckt werden. Die priorisierten Massnahmen in diesem und nächstem Jahr gehen auf eine Analyse zurück, welche die Fachhochschule St. Gallen durchführte. In einer anonymen Befragung wurde eruiert, wo noch Handlungsbedarf besteht. Daraus wurden die Massnahmen abgeleitet.

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