AUSSERRHODEN: Endspurt im Wahlkampf

Es dauert keine 14 Tage mehr, bis die Entscheidung fällt und Appenzell Ausserrhoden ein neues Regierungsratsmitglied hat. Der Wahlkampf kostet viel Zeit und Geld.

Drucken
Teilen
Mit der Bevölkerung in Kontakt sein, lautet die Devise für die Kandidierenden: Peter Gut unterwegs mit dem Marroniwagen ... (Bilder: PD)

Mit der Bevölkerung in Kontakt sein, lautet die Devise für die Kandidierenden: Peter Gut unterwegs mit dem Marroniwagen ... (Bilder: PD)

Am 19. März entscheiden die Ausserrhoder Stimmberechtigten im zweiten Wahlgang, wer die Nachfolge von Regierungsrätin Marianne Koller (FDP) antreten wird. Nach dem ersten Umgang vom 12. Februar befindet sich Dölf Biasotto (FDP) in der Pole-Position. Der Urnäscher holte fast 1300 Stimmen mehr als der zweitplatzierte Peter Gut (PU). Trotz des Vorsprungs lehnt sich Biasotto im Wahlkampf nicht zurück. Seine Agenda ist gefüllt mit Terminen. Gestern morgen war er beispielsweise schon um 6 Uhr am Gaiserbahnhof in St. Gallen anzutreffen, wo er Gipfeli, Nidelzeltli und Hosenknöpfe verteilte. Er ist zuversichtlich, die Wahl zu schaffen. Er erhalte viele positive Rückmeldungen von den Leuten, sagt er. In den Gesprächen stünden oft weniger politische Positionen als Persönliches im Vordergrund. Unangenehmes ist ihm bislang nicht widerfahren. Dass sich der Ton vor dem zweiten Wahlgang etwas verschärft, findet er nachvollziehbar. «Jeder versucht, die Gunst der Wähler zu gewinnen.» Die Wahlkampfkosten beziffert Biasotto auf insgesamt rund 70 000 Franken.

Die Verfolger lassen nichts anbrennen

Inge Schmid zeigt sich überzeugt, im Hinblick auf den zweiten Wahlgang an Boden dazugewonnen zu haben. Dass sie als Drittplatzierte überhaupt nochmals antritt, begründet sie mit den «nur gerade» 300 Stimmen Rückstand auf den Zweitplatzierten Peter Gut. Viele Stimmende wären enttäuscht gewesen, hätte sie sich zurückgezogen, sagt Schmid. Mit ihrer Befindlichkeit nach mehrwöchigem Wahlkampf zeigt sie sich sehr zufrieden. Als geglückt wertet sie auch den auf den zweiten Wahlgang hin abgeänderten Wahlslogan. «Das Thema Frau in der Regierung ist immer noch ein wichtiger Aspekt, doch die Leserbriefe zeigen, dass der Leistungsausweis ebenso wichtig ist.» Inge Schmid lässt sich auch von negativen Leserbriefen nicht irritieren. Solche liessen die Solidarität mit ihr anwachsen. In Erinnerung geblieben ist ihr überdies eine kürzlich stattgefundene Begegnung mit dem Personal des Spitals Heiden. «Es war eine gute Sache, diese Seite einmal zu hören», fasst sie zusammen. Dass sich vor ihr noch niemand der Kandidierenden beim Personal gemeldet habe, sei für dieses eine grosse Enttäuschung. Zuversichtlich blicke sie nun auf den zweiten Wahlgang. «Wenn man antritt, will man gewinnen», sagt sie. Die Kosten für ihren Wahlkampf belaufen sich auf gegen 50000 Franken.

«Mein Befinden ist immer noch ausgezeichnet», sagt der Vorderländer Peter Gut. Trotzdem sei es ihm recht, wenn die aufwendige Zeit des Wahlkampfs zu einem Ende komme. Wie seine Chancen im Hinblick auf den 19. März stehen, daran studiere er nicht herum, er lasse sich lieber – wie beim ersten Wahlgang – wieder positiv überraschen. Ob er Boden gut machen konnte, «ist schwer zu beurteilen». Der Ton in den Leserbriefen habe sich vor allem auf FDP-Seite verschärft, «das deutet auf Nervosität hin». Ihm falle auf, wie hoch der Aufwand sei, der betrieben werde. Es sei von Seiten FDP und SVP noch einmal richtiggehend aufgerüstet worden mit Inseraten und Hochglanzwerbung. Sein Wahlkampf hat per letztem Samstag 52000 Franken gekostet. Nach Faustregel bezahlen Kandidaten rund einen Drittel selber; Peter Gut übernimmt laut eigener Aussage knapp die Hälfte, den Rest finanziert er über Spenden. Als unangenehm empfindet er die parteigesteuerten destruktiven Leserbriefe. «Aber damit muss man umgehen können.» Und leider, sagt er, würden mehr Wahlversprechen abgegeben, als dass man über Inhalte spreche. Dass sich Inge Schmid als Drittplatzierte nicht zurückgezogen hat, habe ihn zwar erstaunt, aber das sei selbstverständlich ihre Entscheidung. (pk/rf/eg)