Ausserrhoden
Die Zeit von Pro Juventute Appenzell Ausserrhoden ist vorbei: Der Verein feierte seine Auflösung

Nach der Auflösung des Vereins Pro Juventute AR führt die Regionalstelle Ostschweiz mit Sitz in Herisau dessen Tätigkeit weiter. Am Abschlussanlass gab es Müsterchen aus der Geschichte des Vereins zu hören.

Martin Hüsler
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Die Eltern- und Erziehungsberatung ist ein Angebot von Pro Juventute.

Die Eltern- und Erziehungsberatung ist ein Angebot von Pro Juventute.

Bild: Susanne Basler

Letztes Jahr beschloss der Verein Pro Juventute Appenzell Ausserrhoden, sich per 31. Dezember 2020 aufzulösen. Am Montag hat in Herisau der wegen Corona erst jetzt möglich gewordene Abschlussanlass stattgefunden. Es wurde für Präsidentin Annelise Dick ein Abend der vielen Verdankungen.

Strukturreform mit Auswirkungen

Die Stiftung Pro Juventute Schweiz brachte 2019 eine Strukturreform in Gang, die in Richtung Regionalstellenmodell zielte. Für die kantonalen Vereine hatte das zur Konsequenz, sich entweder diesem Modell anzuschliessen oder aber einen eigenen Weg zu beschreiten. Der Verein Pro Juventute AR entschied sich für die Variante Regionalstellenmodell, derweil in Innerrhoden der Verein Chindernetz AI entstand.

Nach aussen hin scheint sich nicht viel verändert zu haben. In der Windegg in Herisau, wo Pro Juventute AR den «Amtssitz» hatte, residiert nun die von Rabea Huber geleitete Regionalstelle Ostschweiz als eine der schweizweit fünf Regionalstellen. Gemäss Homepage ist sie Ansprechpartnerin für die Kantone Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden, Glarus, Graubünden, Schaffhausen, St.Gallen und Thurgau.

2010 aus drei Bezirksvereinen entstanden

Das Aufgehen in der Regionalstelle Ostschweiz bedeutete für den Verein Pro Juventute AR nach gewalteter Diskussion dessen Auflösung. Entstanden war er 2010 aus dem Zusammenschluss der Bezirksvereine Hinter-, Mittel- und Vorderland. Richard Kunz, erster Kantonalpräsident, erinnerte an der Abschlussveranstaltung in einer kurzen Rückschau an die markantesten Wegmarken.

Der Verkauf von Pro-Juventute-Briefmarken warf zuletzt immer weniger Gewinn ab.

Der Verkauf von Pro-Juventute-Briefmarken warf zuletzt immer weniger Gewinn ab.

Bild: PD

Der damalige Zusammenschluss mit dem einhergehenden Aushandeln von Leistungsvereinbarungen mit den Gemeinden und dem Kanton sei problemlos vonstatten gegangen. Stete Aufmerksamkeit habe dem Generieren von finanziellen Mitteln gegolten. Während der Verkauf von Pro-Juventute-Marken immer weniger abgeworfen habe, hätten sich besondere Aktionen wie etwa die Bilderausstellung im Zeughaus Herisau mit damit verbundener Versteigerung oder ein Benefizkonzert mit dem Trio Anderscht erfreulich positiv ausgewirkt. Vor allem aber habe der Verein namhafte Summen aus Vergabungen entgegennehmen können, sodass stets ein solides Fundament gegeben war.

Würdigungen in grosser Zahl

2014 trat Annelise Dick die Nachfolge von Richard Kunz an. Nachdem nun der Verein aufgelöst ist, harrte ihr als scheidende Präsidentin die doch mit einiger Wehmut verbundene Aufgabe, reichlich Dank nach allen Seiten abzustatten. Er galt, verbunden mit der Abgabe von Geschenken, den Frauen der Mütter-, Väter- und Erziehungsberatung – im Schnitt gab es jährlich rund zweitausend Beratungen –, den Vorstandsmitgliedern, den Revisoren, den dienstbaren Geistern im Hintergrund und namentlich Lea Campi Klauser, die als Leiterin der Geschäftsstelle in gewisser Weise dem Verein Pro Juventute AR das Gesicht verliehen hatte. «Was Du nicht alles unter einen Hut gebracht hast», gab Annelise Dick ihrer Anerkennung für Lea Campi Klauser Ausdruck.

Vorstandsmitglied Rolf Degen liess es sich schliesslich angelegen sein, Annelise Dick zu würdigen. Mit ihr habe der Verein eine feinfühlige und mit sicherem Gespür für das Wesentliche ausgestattete Präsidentin gehabt, die bei der Amtsübernahme die erfolgreiche Arbeit von Richard Kunz mit Weitsicht und Sachverstand weiterzuführen wusste. Nach weiteren Dankesadressen seitens der Beraterinnen, der Pro Juventute Schweiz und der Regionalstelle klang der Abschlussanlass mit einem Apéro riche aus.