AUSSERRHODEN: Die Jagd beginnt

Für Dachs und Wildschwein ist die Schonzeit am 3. Juli vorbei. Der Grund: Immer mehr Wildschäden werden verursacht durch diese beiden Tierarten.

Margrith Widmer
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Margrith Widmer

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In Ausserrhoden darf der Dachs vom 3. Juli bis zum 13. Januar erlegt werden, das Wildschwein bis am 31. Januar 2018. Zunehmende Bestände und mehr Schäden führten in Ausserrhoden zum ­ersten Mal zu einem vorgezogenen Jagdbeginn auf diese beiden ­Arten, wie der kantonale Jagd­verwalter Heinz Nigg sagt. «Schäden verursacht der Dachs oft in Gärten», so Nigg. Betroffen seien Hausgärten in allen Gemeinden, aber auch Friedhöfe, beispielsweise in Trogen. In einem Schwimmbad untergrub ein Dachs die Umkleidekabinen. Von der verlängerten Jagdzeit verspricht sich Nigg erhöhte Abschuss­zahlen. Dachse sind sehr früh morgens und abends unterwegs; mit der längeren Jagdzeit könnten sie gezielt mit wenig Jagddruck erlegt werden. Hausgärtnern rät Heinz Nigg, bei Dachsbesuchen einen Elektrozaun zu installieren. Ziel der vorgezogenen Jagdzeit ist es, die Bestände zu regulieren, damit sie nicht noch weiter anwachsen.

Wildschweine verursachen nicht nur Schäden in den Wiesen. Da sie den Boden umbuddeln, gerät auch Erde in die Silage. Wildschweine sind kein Standwild. Die Rotten suchen ihre Lieblingsorte während zwei oder drei Nächten auf. Ein Hotspot sei Gais, sagt Nigg. Auch Urnäsch ist ein beliebtes Ziel. Ist alles umgebuddelt, verschwinden die Rotten wieder. Dank der verkürzten Schonzeit könnten die Jäger in Ausserrhoden nun im Sommer sofort reagieren und bereit sein, wenn Dachs und Wildschwein Schäden anrichten.

In den Kantonen St. Gallen und Appenzell Innerrhoden nimmt der Hirschbestand weiterhin zu. Ziel ist es, diesen Trend im ganzen Rotwildgebiet zu brechen und den Hirschbestand zu reduzieren. Im Hochjagdgebiet in den Gemeinden Urnäsch, Hundwil und Schönengrund sind ­min­destens 46 Stück Rotwild zum Abschuss freigegeben worden. Ausserhalb des Hochjagd­gebietes ist die Hirschjagd nicht begrenzt.

Hirsche sind schlau: Am Abend vor dem Jagdbeginn ziehen sie Richtung Jagdbanngebiet Säntis. Erfahrene ältere Hirschkühe ­lehren diesen Rückzug ihre Kälber. Im September, wenn die Jagd ­beginnt, ziehen die Tiere nach Urnäsch und Necker ins Jagdbanngebiet, wo sie sicher sind. Kon­tinuierlich abgenommen haben hingegen die Schäden am Jungwald durch Rehwild. Deshalb wurden die Sollabschusszahlen für Rehe leicht reduziert: Im ­Hinterland müssen 270 Rehe ­geschossen werden, im Mittelland 120 und im Vorderland 80 Tiere.