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AUSSERRHODEN: Der Flugzeugmechaniker will Autos flicken

Das kantonale Integrationsprojekt (KIP) wird für vier weitere Jahre verlängert. Der 24-jährige Eritreer Hassen Sulemann besucht eine Integrationsklasse und hofft, bald eine Ausbildungsstelle zu finden.
Die Teilnehmer der Integrationsklassen nehmen am Nachmittag an Arbeitstrainings teil. (Bild: Simon Roth)

Die Teilnehmer der Integrationsklassen nehmen am Nachmittag an Arbeitstrainings teil. (Bild: Simon Roth)

«Guten Tag, Hassen Suleman», grüsst der 24-jährige Eritreer mit festem Händedruck. Seit zweieinhalb Jahren ist er in der Schweiz. Im vergangenen Januar hat er die B-Bewilligung erhalten – die Anerkennung als Flüchtling. Also meldete er sich bei der Beratungsstelle für Flüchtlinge mit der Bitte: «Ich will mehr lernen.»

Heute besucht Suleman eine Integrationsklasse des kantonalen Integrationsprojekts (KIP), das für vier weitere Jahre verlängert wurde. Etwa 55 Lernende zwischen 17 und 24 Jahren besuchen seit August das Bildungsangebot des Vereins «tipiti».

Deutsch, Mathematik und Allgemeinwissen

Neben Deutschunterricht auf verschiedenen Niveaus besuchen die Migranten an fünf Vormittagen Mathematikunterricht sowie Kurse in Allgemeinwissen. «Der Unterricht ist bewusst über den Morgen verteilt», sagt Schulleiter Tschösi Olibet. Von 8.15 bis 11.45 Uhr wird in verschiedenen Lernstufen gebüffelt. «So erhalten die Teilnehmer eine Tagesstruktur.»

Der Leistungsauftrag des Kantons beschränkt sich auf den Unterricht. Am Nachmittag bietet der Verein zusätzlich Arbeitstrainings an. So sollen die Teilnehmer der Integrationsklassen mit den Berufsgruppen Automechaniker, Maler, Schreiner, Gastrobranche und Kaufmännischer Angestellter kennen lernen. Pensionierte Berufsleute weisen die Migrantinnen und Migranten in die verschiedenen Tätigkeitsfelder ein. Die Werkstatt befindet sich im selben Gebäude, wo der Unterricht stattfindet.

Hauptsache: Arbeiten

Bald stehen Prüfungen an. «Ich möchte das Fach Deutsch mit dem Zertifikat auf B1-Niveau abschliessen», sagt Suleman. Dann möchte er ein Praktikum oder eine Schnupperlehre absolvieren. In Eritrea arbeitete Hassen Suleman als Flugzeugmechaniker. Jetzt will er eine Lehre als Automechaniker finden. «Oder Sanitärinstallateur.» Hauptsache: Arbeiten. Das Arbeitstraining gefällt ihm gut. Dort lernt er, Werkzeuge korrekt zu bezeichnen. Auch einen Fahrzeugmotor hat er schon auseinandergenommen und wieder zusammengebaut.

Neben der Unterstützung in der Arbeitsintegration konnte die Beratungsstelle für Flüchtlinge für Hassen Suleman eine Wohnung finden. Zusammen mit zwei weiteren Besuchern der Integrationsklasse wohnt er in Niederteufen. «Wir sind wie Brüder», beschreibt Suleman das Verhältnis. Seine richtige Familie vermisst er hingegen sehr: «Ich will sie unbedingt wiedersehen.»

Simon Roth

simon.roth@appenzellerzeitung.ch

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