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AUSSERRHODEN: Biasotto kämpft für Tourismus

In vier strategischen Geschäftsfeldern bearbeitet die Ausserrhoder Tourismus AG ihr Business. Trotz harscher Kritik hat der Kantonsrat die finanzielle Unterstützung bewilligt.
Bruno Eisenhut
«Die Beiträge an den Tourismus zu streichen wäre etwas für die Fasnachtszeitung», sagte Regierungsrat Dölf Biasotto an der gestrigen Kantonsratssitzung. (Bild: bei)

«Die Beiträge an den Tourismus zu streichen wäre etwas für die Fasnachtszeitung», sagte Regierungsrat Dölf Biasotto an der gestrigen Kantonsratssitzung. (Bild: bei)

Bruno Eisenhut

bruno.eisenhut@appenzellerzeitung.ch

An der gestrigen Debatte im Kantonsrat wurde deutlich, dass Politikerinnen und Politiker dann und wann auch von der ursprünglichen Meinung abweichen. Anlässlich der Dezember-Sitzung hiess der Kantonsrat nämlich einen dreijährigen Leistungsauftrag mit der Appenzellerland Tourismus AG (Atag) mit 60 Ja-Stimmen sowie zwei Enthaltungen gut. Gestern erfolgte bei einigen Ratsmitgliedern aber eine Art Kehrtwende. Seitens der SP, der SVP und den Parteiunabhängigen (PU) wurde kritisiert, dass die nun zur Debatte stehenden kantonalen Finanzhilfen für die strategischen Geschäftsfelder «Wandern» und «Lebensart» zu hoch seien. Es fehle der Atag an Visionen, betonte etwa Ralf Menet im Namen der SVP-Fraktion. Und Ueli Rohner (SP-Fraktion, Heiden) hielt fest, dass das Brauchtum nicht kommerzialisiert werden dürfe.

Emotionale Debatte

Ohnehin herrschte unter den Kritikern der Tenor, dass das strategische Geschäftsfeld «Lebensart» falsch definiert sei. Besser würde die Bezeichnung «Brauchtum» passen, sagte etwa Jens Weber (SP, Trogen). Ausserrhoden sei aber mehr als Silvesterchlausen oder Blochstamm ziehen, erweiterte Peter Gut (PU, Walzenhausen). All diese Einwände würden deutlich zeigen, dass die Atag in diesem Bereich nicht die maximale finanzielle Leistung vom Kanton verdienen würden, hielt Ralf Menet (SVP, Herisau) fest. Die SVP beantragte deshalb, den Verpflichtungskredit über die kommenden drei Jahre zu kürzen.

Teilweise emotional entgegneten die Befürworter der finanziellen Unterstützung. Etwa hielt Markus Brönnimann (FDP, Herisau) fest, dass der Rat noch im Dezember dem Grundauftrag mit der Atag zugestimmt habe. Wer sich jetzt gegen die finanzielle Beteiligung ausspreche, habe dazumal «nicht richtig aufgepasst». Schliesslich wurde die Gruppe jener Ratsmitglieder, welche sich nicht «mehr oder weniger emotional» zum Geschäft äusserten, immer kleiner. Dem zuständigen Regierungsrat Dölf Biasotto oblag letztlich den mannigfaltigen Wortmeldungen zu entgegnen. Würde der Kantonsrat die von der SVP beantragte Kürzung gutheissen, könnten verschiedentlich geplante Marketingaktivitäten nicht mehr umgesetzt werden, so der Vorsteher des Bau- und Volkswirtschaftsdepartement. Nicht der Massentourismus sei es, der gefördert werden soll, so Biasotto, sondern der Individualtourismus. Und den Kritikern, dass der Tourismus zu stark auf das Brauchtum fokussiere, entgegnete er, dass sich 95 Prozent aller Nachfragen innerhalb des strategischen Geschäftsfelds «Lebensart» nun mal auf das Brauchtum beziehen würden.

In der Abstimmung blieb der Antrag der SVP chancenlos. Die Finanzhilfe 2018 bis 2020 für die strategischen Geschäftsfelder «Lebensart» (630000 Franken) und «Wandern» (750000 Franken) wurde gemäss Antrag der Regierung gutgeheissen. FDP-Regierungsrat Biasotto spürte in diesem Geschäft also die Unterstützung der Mitteparteien.

«Zu wenig Wissen über Atag»

Als Verwaltungsratspräsidentin der Atag verfolgte Kantonsrätin Monika Bodenmann die gestrige Debatte. Sie trat dabei in den Ausstand.

Wie sind sie als Verwaltungsrätin mit der Debatte zufrieden?

Monika Bodenmann: Viele der Votanten wissen zuwenig was die Atag alles macht. Ich weise beispielsweise entschieden zurück, dass zu wenig Bemühungen für die Zusammenarbeit mit Partnern stattfinden sollen.

Der Bereich «Lebensart» wurde kritisiert. Erfolgt jetzt ein Strategiewechsel?

Keinesfalls. Das wäre ein Affront gegenüber der Branche. Zusammen mit Vertretern aus dieser haben wir die Strategie definiert.

Viele Votanten meldeten sich. Besteht der Rat mehrheitlich aus Tourismusfachleuten?

Es macht den Anschein. Es ist wie beim Sport oder bei der Schule. Jede und Jeder hat persönliche Präferenzen und somit auch eine eigene Meinung dazu. Die Debatte zeigte aber auch, wie wichtig der Tourismus ist. (bei)

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