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Studienabbrecher: Ausserrhoden hat eine tiefe Abbruchquote

Der Prozentsatz der Studierenden, die ihr Studium nicht zu Ende führen, schwankt unter den Kantonen stark. Ausserrhoden hat eine tiefe Abbruchquote. Für Innerrhoden zeigt sich ein anderes Bild.
Martin Schneider
Die Studienabbruchquote Ausserrhoder Studentinnen und Studenten liegt bei lediglich fünf Prozent. (Bild: Christian Beutler/Keystone)

Die Studienabbruchquote Ausserrhoder Studentinnen und Studenten liegt bei lediglich fünf Prozent. (Bild: Christian Beutler/Keystone)

Klischees von ewigen Studenten oder notorischen Studienabbrechern gibt es zu Hauf. Zumindest für Studierende aus dem Kanton Appenzell Ausserhoden scheint sich Letzteres nicht zu bestätigen. Neu veröffentliche Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen, dass die Studienabbruchquote bei Studentinnen und Studenten aus dem Ausserrhodischen bei fünf Prozent liegt. Höhere Abbruchquoten weisen hingegen die Kantone Genf (16 Prozent), Waadt (15 Prozent) oder Appenzell Innerrhoden (14 Prozent) auf.

Auf ihre Zeit an der Universität vorbereitet werden die späteren Studierenden beispielsweise an der Kantonsschule Trogen (KST). Es liegt also nahe, auch dort die Gründe für die tiefe Abbruchquote zu suchen. Rektor Marc Kummer ist denn auch überzeugt, dass die Schülerinnen und Schüler an der Kantonsschule das richtige und nötige Rüstzeug für die Universitäten und Hochschulen erhalten. Er sagt auch: «Die Schülerinnen und Schüler kommen bereits sehr gut vorbereitet aus der Sekundarschule. Ein Übertrittsverfahren von der Sekundarschule in die Kantonsschule, bei dem sowohl die Erfahrungen der Lehrpersonen zu den Schülerinnen und Schülern und auch die Leistungen aus den Aufnahmeprüfungen einfliessen, gibt eine sehr gute Prognose », so Kummer.

Menschliche Begleitung als grosse Stärke

Ob der Kanton Appenzell Ausserrhoden etwas besser mache oder nicht in Bezug auf die Studiumsvorbereitung, kommentiert der Rektor nicht. Und dennoch sei ihm etwas ganz besonders aufgefallen, als er von ausserhalb als Rektor nach Trogen kam: «Die menschliche Begleitung ist eine grosse Stärke der KST.» Nicht zuletzt deshalb habe das Gymnasium in Trogen auch einen tiefen Drop-out, also eine geringe Anzahl an Personen, welche die Kantonsschule abbrechen müssen. «Wer geeignet ist, wollen wir zur Matura bringen. Auch wenn es zwischendurch Probleme oder Krisen gibt», sagt Marc Kummer. Ob dann nicht schnell der Vorwurf aufkomme, dass jeder und jede auf Teufel komm raus im Schulbetrieb mitgezogen wird? «Dann hätten wir ja kaum hohe Bestehensquoten an den Hochschulen, wenn wir nicht die geeigneten Personen und die richtigen Vorbereitungen hätten», kontert der Rektor. Einen eventuell gewinnbringenden Aspekt der KST macht der Rektor aus. «Ein Vorteil könnte sein, dass an der Kantonschule Trogen im Vergleich zu anderen Gymnasien der Schwerpunkt erst im dritten Jahr gewählt wird. Die ersten zwei Jahre sind noch sehr breit aufgebaut.» Dieser zunächst breit gefächerte Einblick in verschiedenste Fächer, die später studiert werden können, einerseits und die gezielte Vertiefung anderseits könnte gemäss dem Rektor in der Folge zu einer realistischen und fundierten Studienwahl beitragen.

Mehrere Abbrüche an der ETH

Nun gehe es darum, weiterhin sicherzustellen, dass die Abbruchquoten an den Hochschulen tief bleiben, sagt Peter Bleisch, Leiter Amt für Mittel- und Hochschulen und Berufsbildung. Dazu ist der Ausserrhoden etwa am Pilotprojekt «Lernnavi» des Kantons St. Gallen interessiert. Ziel dieses Projekts sei es, in den Fächern Mathematik und Deutsch mehrmals während der Gymnasialzeit zu überprüfen, ob man auf dem Weg zur Erreichung der Studienfähigkeit auf einem guten Niveau ist und wo noch Aufholbedarf besteht. Verläuft der Pilot erfolgreich, könnte dieses Vorgehen an Kantonsschulen zu einem nützlichen Instrument werden.

Innerhoden kommt auf den ersten Blick nicht gut weg mit einer Abbruchquote von 14 Prozent. Silvio Breitenmoser, Leiter Amt für Mittel und Hochschulen relativiert die Zahlen jedoch mit Verweis auf den kurzen Untersuchungszeitraum der Statistik. Erfasst wurde der Studienerfolg acht Jahre nach Beginn des Bachelorstudiums für Eintritte zwischen 2006 und 2008. «Um aufgrund einer Statistik zu handeln und allfällige Massnahmen zu ergreifen, braucht es einen längeren Betrachtungszeitraum», so Breitenmoser. Auch seien bei einer geringen Anzahl von Studierenden wie in Innerrhoden schnell statistische Ausschläge zu verzeichnen. Vor rund zwei Jahren habe man aber tatsächlich die Rückmeldung von mehreren ETH-Studierenden aus Innerrhoden erhalten, dass sie das erste Jahr nicht bestanden hätten. Häufige Aussagen seien gewesen, dass man den Studiumsaufwand und das nötige Mass an Selbstständigkeit unterschätzt habe. Die Schulleitung des Gymnasiums sei über die Feedbacks informiert, konkrete Massnahmen jedoch nicht ergriffen worden. Um mehr über die Situation der Studierenden nach der Matura zu erfahren, führt Innerrhoden periodisch Abgänger- und Ehemaligenbefragungen durch.

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