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AUSSERRHODEN: Anzahl Pflegeplätze hinterfragt

Die Regierung geht mittel- und langfristig von 1100 benötigten Pflegeheimplätzen aus. Diese Zahl sorgte an der gestrigen Kantonsratsdebatte für Diskussionsstoff.
Roger Fuchs
Auf der Pflegeheimliste 2017 sind 29 Betriebe in Appenzell Ausserrhoden aufgeführt. (Bild: Keystone)

Auf der Pflegeheimliste 2017 sind 29 Betriebe in Appenzell Ausserrhoden aufgeführt. (Bild: Keystone)

Roger Fuchs

roger.fuchs

@appenzellerzeitung.ch

Die Pflegeheimplanung ist keine exakte Wissenschaft. Primär stehe dabei die Frage im Zentrum, mit welchen Zielgrössen künftig gerechnet werden müsse, so der Ausserrhoder Gesundheitsdirektor Matthias Weishaupt. Gestern hatte der Kantonsrat den aktuellen Bericht zur Pflegeheimplanung zur Kenntnis zu nehmen. Dabei steht fest: In Ausserrhoden soll künftig der Grundsatz «ambulant und stationär» die Strategie bestimmen. Einen radikalen Bruch in der heutigen Angebotsstruktur wird es nicht geben. Mittel- und langfristig (bis 2035) wird von 1100 Pflegeheimplätzen ausgegangen. Das aktuelle Angebot liegt bei 1146 Plätzen.

Für die kommenden Jahre wird mit einer Überkapazität gerechnet. Dass die Zahl der Pflegeheimplätze dennoch nicht drastisch reduziert wird, begründete Matthias Weishaupt mit der demografischen Entwicklung und der Annahme, dass heute wie auch künftig die Pflegeplätze durch einen gewissen Anteil an nicht respektive leicht Pflegebedürftigen in Anspruch genommen werden. Die Siedlungsstruktur und soziale Aspekte würden das ihre hierzu beitragen.

Fraktionen bringen ihre Inputs ein

Keine der Fraktionen lehnte den Bericht ab. Doch nicht in allen Punkten ist man sich einig. ­Andreas Zuberbühler, der auch Geschäftsleiter eines Alters- und Pflegeheims ist, hinterfragte namens der Parteiunabhängigen die 1100 Plätze. 2015 sei die Auslastung in den Ausserrhoder Heimen bei nur 88,65 Prozent gelegen, dies sähe 2016 nicht besser aus. Ausserdem würde es künftig schwieriger, für die freien Plätze ausserkantonale Pflegebedürftige zu gewinnen. Grund: Die Taxen seien inzwischen auf gleicher Höhe wie in den umliegenden Kantonen. Zweifel an den 1100 Plätzen kamen überdies bei FDP-Fraktionssprecher Konrad Meier zum Ausdruck und Parteikollege Urs Alder doppelte in der Detailberatung nach. Er appellierte an den Gesundheitsdirektor, nochmals genau hinzuschauen. Bei den 1100 Plätzen zu bleiben sei gefährlich, schliesslich sei das Ganze auch mit Investitionstätigkeiten verbunden. Kantonsrätin Ursula Rütsche, CVP/EVP, gab zu bedenken, nicht nur den Bedarf zu beurteilen, sondern auch auf Wirtschaftlichkeit und Qualität zu achten und entsprechende Vorgaben zu erlassen.

Die SP zeigte sich erfreut ob der Handlungsspielräume für Trägerschaften und Gemeinden, so sich zeigen sollte, dass die Auslastungen geringer würden und sich die Frage aufdrängte, ob einzelne Heime noch weiterexistieren können. Die zudem von SP-Fraktionssprecherin Annegret Wigger aufgegriffene Unbekannte bezüglich der Pflege durch ausländische Care-Arbeiterinnen ist gemäss Matthias Weishaupt in der Tat ein schwierig zu beurteilender Trend. Die SVP sieht es, wie Kantonsrat Peter Zeller ausführte, nicht gerne, wenn immer wieder neue Plätze erstellt werden. Zusatzkosten für Gemeinden und Kanton würden auch bei auswärtigen Pflegebedürftigen anfallen.

Auf der Pflegeheimliste 2017 sind 29 Betriebe aufgeführt. Jene sechs, die nur bis Pflegestufe 7 zugelassen sind, müssen aufgrund der in der Schweiz geltenden Pflegegarantie bis 2026 ihr Angebot anpassen. Matthias Weishaupt gibt sich überzeugt, dass auch kleine Heime die Chance packen werden.

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