AUSSERRHODEN: 55 000er-Marke geknackt

Die Bevölkerung hat 2016 um 246 Personen auf 55083 Einwohner zugelegt. Das lange angestrebte Ziel ist somit erreicht worden. Es gibt Gewinner, aber auch Verlierer.

Monika Egli
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Monika Egli

monika.egli@appenzellerzeitung.ch

Betrachtet man die absoluten Zahlen der einzelnen Gemeinden, bewegen sich diese oftmals in Bereichen, die als zufällig bezeichnet werden können. Das trifft zum Beispiel auf Speicher zu, wo Ende Dezember 2016 zwei Personen mehr lebten als ein Jahr zuvor. Ebenfalls stagnierende Gemeinden sind Urnäsch, das sechs Personen gewonnen, und Schönengrund, das vier Einwohner verloren hat. In Schönengrund machen diese vier Personen aber bereits einen Verlust von 0,8 Prozent aus, während die sechs Personen in Urnäsch nur mit 0,3 Prozent zu Buche schlagen. Teufen mit seinen total 6223 Einwohnern verzeichnete einen Zuwachs von 41 Personen; das schlug sich hier in einem Plus von 0,7 Prozent nieder.

Lediglich sechs der zwanzig Gemeinden mussten letztes Jahr Rückschläge in Kauf nehmen. Dazu gehört auch die bevölkerungsreichste Gemeinde, Herisau, wo per Ende Dezember 0,3 Prozent oder 45 Personen verlorengingen. Mit 32 Personen oder 1,5 Prozent am meisten eingebüsst hat Walzenhausen, dicht gefolgt von Lutzenberg, wo Ende Jahr 17 Personen oder 1,4 Prozent weniger Leute lebten. An drittletzter Stelle liegt Hundwil; es ist um zehn Bewohner respektive um ein Prozent kleiner geworden. Zu den Gemeinden, die ein Minus in Kauf nehmen mussten, gehört ausserdem Waldstatt (acht Personen, 0,4 Prozent).

Bestplazierte und Schlusslichter

Hansruedi Bänziger, Präsident der Gemeinde Walzenhausen, die in der Statistik 2016 das Schlusslicht bildet, hat für den Rückgang um 32 Personen noch keine Erklärung gefunden. «Das kann beispielsweise mit dem Arbeitsmarkt zusammenhängen.» An- und Abmeldungen, die kurz vor Jahresablauf eingehen, seien bis am 31. Dezember unter Umständen noch nicht verarbeitet, was das Resultat verfälschen könne. Bänziger merkt aber auch an, dass Walzenhausen hinsichtlich Bautätigkeit zwar die eigenen Hausaufgaben mache, letztlich aber vom kantonalen Richtplan abhängig sei, und «dort geht es nicht vorwärts».

Gewinnerin im Bestreben um Neuzuzüger war 2016 die an ­Walzenhausen angrenzende Gemeinde Wolfhalden. 61 neue Einwohnerinnen (3,4 Prozent) wählten die Vorderländer Gemeinde zu ihrem Wohnort. Gemeindepräsident Gino Pauletti sagt zu diesem erheblichen Anstieg, der die Gemeinde seit dem Jahr 1736 zum ersten Mal wieder über die 1800er-Marke brachte: «Die Strategie ist aufgegangen.» Einige Überbauungsprojekte seien noch unter seinem Vorgänger Max Koch aufgegleist worden. Es sei auch Glück dabei, dass verschiedene Wohnhäuser im gleichen Jahr bezugsbereit geworden seien. «Das kann nächstes Jahr schon wieder anders aussehen.»

Am zweitbesten schneidet in der Einwohnerstatistik 2016 Rehetobel ab, wo es 50 Zugänge (2,9 Prozent) zu verzeichnen gab. Und auch die drittplazierte Gemeinde, nämlich Grub mit 2,3 Prozent oder 23 Personen Zuwachs liegt im Appenzeller Vorderland. Ebenfalls als Gewinner darf sich der Rüütiger Gemeindepräsident Ernst Pletscher bezeichnen. 2011 zählte Reute 638 Bewohner; damals erklärte der Gemeindepräsident, sein Ziel seien 700 Einwohner. Das hat er letztes Jahr erreicht: Dank dem Zuzug von sechs Personen zählt Reute nun 703 Bewohner.

2269 mehr in zehn Jahren

Im 10-Jahres-Vergleich zeigt sich, dass die Kantonsbevölkerung Jahr für Jahr gewachsen ist. Einzig 2010 gab es einen kleineren Rückschlag um 0,3 Prozent. Das beste Jahr war 2015; damals wuchs die Bevölkerung um ein ganzes Prozent, exakt um 535 Personen. Seit 2006 haben die Zahlen der Kantonseinwohner und -einwohnerinnen von 52814 auf 55083 und damit um 2269 zugelegt. Auch fast alle Gemeinden sind im 10-Jahres-Vergleich gewachsen, Bühler zum Beispiel um genau 100 Personen (von 1646 auf 1746). Einzig Hundwil, Wald und Walzen­hausen sind über die Jahre geschrumpft: Hundwil um 31, Wald um 8 und Walzenhausen um 43 Personen. Am meisten zugelegt haben Gais (253 Personen), Herisau (430), Speicher (271) und Teufen (506).

Zu den Zahlen

Diese Statistik hat das Depar­tement Finanzen erstellt. Dazu schreibt es: «Diese Statistik wurde erstellt aufgrund von ungeprüften Meldungen der Gemeinden. Das Bundesamt für Statistik kann deshalb zu anderen Ergebnissen kommen.»