Ausserordentlich positiver Rechnungsabschluss

Die Gemeinde Nesslau kann einen ausserordentlich positiven, wohl kaum mehr in dieser Grössenordnung vorkommenden Rechnungsabschluss vorlegen. Gerechnet wurde mit einem Aufwandüberschuss von 504 000 Franken. Nun liegt ein Ertragsüberschuss von 2 196 308.

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Auf den Dächern des Büelensaals, der Bibliothek, der Turnhalle, der Real- und Sekundarschule und des Zwischentrakts in Nesslau soll eine Photovoltaikanlage entstehen. (Bild: pd)

Auf den Dächern des Büelensaals, der Bibliothek, der Turnhalle, der Real- und Sekundarschule und des Zwischentrakts in Nesslau soll eine Photovoltaikanlage entstehen. (Bild: pd)

Die Gemeinde Nesslau kann einen ausserordentlich positiven, wohl kaum mehr in dieser Grössenordnung vorkommenden Rechnungsabschluss vorlegen. Gerechnet wurde mit einem Aufwandüberschuss von 504 000 Franken. Nun liegt ein Ertragsüberschuss von 2 196 308.52 Franken vor, was gegenüber dem Voranschlag einer Besserstellung von 2,7 Millionen Franken entspricht.

Zu diesem sehr erfreulichen Abschluss beigetragen haben in erster Linie Mehreinnahmen bei den Einkommens- und Vermögenssteuern. Sie liegen um 1,3 Millionen Franken über den Erwartungen und sind grösstenteils auf einmalige Nachzahlungen zurückzuführen. Trotz diesen zusätzlichen Steuereinnahmen besteht kein Grund für allzu hohe Freudensprünge. In den Jahren 2016 und 2017 werden nämlich entsprechend weniger Mittel aus dem Finanzausgleich fliessen. Im weiteren sind die Bereiche Bildung und Soziale Wohlfahrt mit Minderausgaben von insgesamt rund 500 000 Franken für den positiven Rechnungsabschluss verantwortlich. Aber auch Frau Holle war dem Finanzhaushalt der Gemeinde gut gesinnt und liess es im vergangenen Winter weniger schneien als angenommen. So konnten beim Winterdienst rund 200 000 Franken eingespart werden. Ein Tag mit reichlich Schneefall kostet die Gemeinde übrigens rund 40 000 Franken.

Der Gemeinderat wird an der Bürgerversammlung beantragen, auf dem Verwaltungsvermögen zusätzliche Abschreibungen von 413 328.95 Franken vorzunehmen, für die geplante Renaturierung des Stocknerbachs und für Sanierungsarbeiten beim Diezis- und Bödmelibach eine Vorfinanzierung von 160 000 Franken zu bilden sowie den restlichen Vorschlag von 1 622 979.57 Franken ins Eigenkapital zu legen. Nach dieser Einlage wird das Eigenkapital der Gemeinde rund 4.5 Millionen Franken aufweisen.

In diesen Tagen werden die Jahresrechnungen in die Haushalte verteilt. Daraus können die detaillierten Angaben entnommen werden. Am Freitag, 20. März 2015, findet um 20.15 Uhr im Büelensaal Nesslau die ordentliche Bürgerversammlung statt. Der Gemeinderat heisst die Bürgerinnen und Bürger herzlich willkommen. Da die Besucherzahl in den letzten Jahren kontinuierlich rückgängig war und kein Gutachten zur Abstimmung kommt, wird auf das Durchführen einer Vorgemeinde verzichtet.

Steuerfuss bleibt bei 144 Prozent

Der strukturelle, beziehungsweise eigentliche Aufwandüberschuss für das Jahr 2015 beträgt 639 000 Franken. Dank der beiden bereits erwähnten Vorfinanzierungen sowie eines Buchgewinns aus dem Verkauf eines Stockwerkeigentumsanteils im Mehrzweckgebäude Erlen wird die Laufende Rechnung aber entsprechend entlastet, und die Gemeinde kann für das Jahr 2015 eine ausgeglichene Rechnung präsentieren. Die Pflichtübungen – damit sind die gesetzlich gebundenen Ausgaben gemeint – überwiegen wie immer diejenigen der Kür. Der Gemeinderat beantragt, den Steuerfuss auf 144 Prozent zu belassen. Zur Stützung des Steuerfusses ist auch dieses Jahr vorgesehen, 232 300 Franken aus dem Startbeitrag der Gemeindevereinigung zu beziehen. Das Budget der Investitionsrechnung sieht Ausgaben von 3 879 400 Franken vor. Der Buchwert des Verwaltungsvermögens, der abgeschrieben werden muss, ist um 96 5543.90 Franken auf 6 304 912.45 Franken gesunken. Bei diesem Betrag handelt es sich um die Schulden auf dem Verwaltungsvermögen.

Energie-Erlebnisweg

An einem Forum von Nesslau Tourismus entstand die Idee, von der Bergstation Rietbach bis Stofel/Schönenboden einen Energie-Erlebnisweg zu realisieren. Es wurde eine Projektgruppe gebildet. Bedingt durch das Hochmoor und die Riedlandschaft sind die vorhandenen Wege teilweise oft versumpft. Mit Holzrosten und Einkiesen der bestehenden Maschinenwege soll die Landschaft geschützt werden. Damit der Wanderweg gut begehbar wird, sind teilweise neue Wegabschnitte und eine Wegbreite von 1 bis 1.20 Meter geplant. Mit verschiedenen Energieelementen soll ein attraktiver Erlebnisweg geschaffen werden. Beim kantonalen Tiefbauamt wurde das Projekt zur Vorprüfung eingereicht. Die Gemeinde möchte sich am Energie-Erlebnisweg aus dem van Calker-Legat mit 61 300 Franken beteiligen und aus der Kurtaxenrechnung ein Energieelement finanzieren. Vorbehalten bleiben das Zustandekommen des Projekts und die Zustimmung der Bürgerschaft an der Bürgerversammlung.

Oberstufenzentrum Büelen

Der Gemeinderat diskutierte, ob auf dem Dach des neuen Gemeindehauses eine Photovoltaikanlage installiert werden soll und kam aus verschiedenen Überlegungen davon ab. Stattdessen wurde ein Projekt im Oberstufenzentrum Büelen ins Auge gefasst. Geplant ist nun, auf den Dächern des Büelensaals, der Bibliothek, der Turnhalle, der Real- und Sekundarschule sowie des Zwischentrakts eine Photovoltaikanlage zu realisieren. Die voraussichtlichen Kosten kommen inklusive Absturzsicherung und Ausbildungsanlage auf 464 000 Franken zu stehen. Das Projekt ist bei der kostendeckenden Einspeisevergütung KEV bereits angemeldet. Gemäss Berechnungen soll die Anlage in 13 Jahren amortisiert sein. Der Gemeinderat schlägt der Bürgerschaft vor, die Anlage aus dem van Calker-Legat zu finanzieren und den Ertrag dem Legat wieder zuzuführen.

Diezis- und Bödmelibach

Die durch das Unwetter vom 18. Juli 2013 verursachten erheblichen Schäden am Diezis- und Bödmelibach im Steinerberg sowie an der Hinterbergstrasse werden dieses Jahr behoben. Die FKL & Partner AG, Grabs, hat einen Sanierungsplan ausgearbeitet. Die wasserbaulichen Massnahmen kommen auf rund 225 000 Franken zu stehen, wobei Bundes- und Kantonsbeiträge von 143 500 Franken erwartet werden. Das Projekt liegt seit 25. Februar bis 26. März auf der Gemeinderatskanzlei öffentlich zur Einsicht auf.

Auswirkungen des Richtplans

Am 3. März 2013 stimmte das Volk über die Änderung des Raumplanungsgesetzes ab. Volkswille ist, dass mit der Ressource Boden gesamtschweizerisch sorgfältiger umgegangen wird. Der Kanton hat gegenüber dem Bund über die Siedlungsgebiete und die Bauzonenreserven Rechenschaft abzulegen. Dadurch ist er gezwungen, den Gemeinden quantitative Vorgaben zu machen. Nesslau wird dabei voraussichtlich vor grosse Herausforderungen gestellt, weist die Gemeinde doch im Verhältnis zur Bevölkerungszahl einen zu grossen Anteil an unüberbauter Bauzone auf. Nach ersten Informationen hat die Gemeinde Baulandflächen von rund zehn Hektaren auszuzonen.

Eigentumsanteil verkauft

Die Gemeinde hat seit dem Zusammenschluss der Feuerwehren für das ehemalige Feuerwehrdepot im Mehrzweckgebäude Erlen keinen öffentlichen Verwendungszweck mehr. Die Zimmermann Messtechnik AG, die bereits Stockwerkeigentümerin des Mehrzweckgebäudes ist, bekundete erfreulicherweise Interesse, weitere Räume zu erwerben, um ihren Betrieb vergrössern zu können. Nachdem ein Übertrag vom Verwaltungs- ins Finanzvermögen erfolgte, wurde das nicht mehr benötigte Erdgeschoss zum Verkehrswert von 482 000 Franken an das hier ansässige Unternehmen veräussert.

25 Jahre im Bestattungsdienst

Seit über 25 Jahren ist Guido Fritschi von der Gemeinde als Bestatter angestellt. 1989 nahm er seinen Dienst bei der damaligen Gemeinde Krummenau auf und ist seither in diesem Gebiet für das Einsargen und Begleiten eines Todesfalls verantwortlich. In all diesen Jahren kam Guido Fritschi mit über 500 Todesfällen in Kontakt. Als Bestatter braucht es viel Einfühlungsvermögen und Diskretion. Für die stets pietätvolle Arbeit wird Guido Fritschi vielmals gedankt.

Gruppenunterkunft Seeben

Die Gruppenunterkunft Seeben besteht seit 1. Juni 2012 und wird vom Verband St. Gallischer Gemeindepräsidenten VSGP betrieben. Im ehemaligen Gasthaus Seeben sind aktuell rund 45 alleinreisende Frauen sowie Familien mit Kindern (Nothilfefälle mit Dublin-Status oder Negativentscheid) untergebracht. Mitte Januar stattete der Gemeinderat der Unterkunft einen Besuch ab und konnte sich von einer sehr guten Führung überzeugen. Erfreulich ist auch, dass die Unterkunft bisher nie zu Reklamationen Anlass gab.

Prämienverbilligung 2015

Zum Bezug von individuellen Prämienverbilligungen sind Personen berechtigt, die am 1. Januar 2015 ihren Wohnsitz im Kanton St. Gallen hatten. Neu zu beachten ist, dass ein Antrag bis 31. März 2015 einzureichen ist. Auf www.svasg.ch oder www.nesslau.ch kann das Formular heruntergeladen oder bei der AHV-Zweigstelle bezogen werden.

Beiträge gesprochen

Der Gemeinderat hat der Pfadi Wildmannli sowie den Jungschützen Stein für ausserordentliche Aufwendungen einen Beitrag aus dem van Calker-Legat gesprochen.

Neu beteiligt sich die Gemeinde an den Unterhaltskosten für die Bereitstellung des Moorwegs. (gem)

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