Ausgewogenes Gesamtprojekt

Anton Gähwiler und Hansueli Baumann, die Investoren der Überbauung im Zentrum von Ebnat-Kappel, haben zwar noch keine konkreten Pläne für die beiden Gebäude gemacht. Sie sind aber überzeugt, dass das Bedürfnis nach Ladenfläche, Gemeinschaftspraxis und Wohnraum vorhanden ist.

Sabine Schmid
Drucken
Teilen

Ebnat-Kappel. Anton Gähwiler und Hansueli Baumann rechneten mit Reaktionen auf ihr Vorhaben, im Zentrum von Ebnat-Kappel zwei Gebäude mit Mietwohnungen, Gewerberäumen und einer Arztpraxis zu bauen. Dass sich verschiedene Stimmen mitgeteilt haben, finden sie gut. Das können sie nutzen und angemessen in die künftige Planung einfliessen lassen. «Wir wollen ein abgerundetes Projekt realisieren, das möglichst allen dient, den potenziellen Mietern, den möglichen Ärzten der Gemeinschaftspraxis, uns und auch der Bevölkerung», sagt Hansueli Baumann.

Verwirrende Illustration

Daher stehen sie bereits vor der konkreten Planung mit diversen Anspruchsgruppen in Kontakt. Geplant wird aber erst, wenn die Umzonung der einen Parzelle vollzogen ist. Die Planung von Park, Gebäude und Umgebung müsse ineinander fliessen, damit alles zusammen auf die nähere Umgebung und die Bedürfnisse abgestimmt sei, sagt Hansueli Baumann.

In der Berichterstattung in den Zeitungen sei der Eindruck entstanden, dass die beiden Parzellen komplett überbaut würden und lediglich die Breite der heutigen Strasse vor dem Kiosk als Begegnungszone bleibe, erklärt Hansueli Baumann. Das stimme so aber nicht, die Gebäude würden mehr Raum lassen. Nur etwas mehr als die Hälfte des bestehenden Bahnhofspärkli wird für das geplante Gebäude benötigt.

Der Rest der Parzelle bleibt Eigentum der Gemeinde, die in der Planung der Begegnungszone freie Hand hat. Hansueli Baumann und Anton Gähwiler wünschen sich, dass in einer solchen Begegnungszone Platz für Pflanzen und auch Bänkli ist. Davon würden alle profitieren: die Bewohner der Überbauung ebenso wie die Einwohner von Ebnat-Kappel.

Jeder von ihnen baue zwar für sich. Damit es aber als Ganzes eine Einheit bildet, beabsichtigen die beiden, denselben Architekten zu beauftragen. «Wir müssen in die Zukunft schauen und so planen, dass es für die nächsten Jahre stimmt», sagt Anton Gähwiler. Hansueli Baumann ist es auch sehr wichtig, dass sich die Überbauung ins Dorfbild einfügt.

Bedürfnis ist vorhanden

Bezüglich der Nutzung der Gebäude sind die beiden Investoren schon voran gekommen. Er habe schon Interessenten seitens des Gewerbes an der Hand, sagt Hansueli Baumann. In seinem Haus sollen die Gewerberäume eingerichtet werden. Im Erdgeschoss des Hauses von Anton Gähwiler soll die Gemeinschaftspraxis entstehen. «Es gibt zu diesem Zeitpunkt noch keine konkreten Interessenten, aber ich setze alles daran, um Mieter zu finden», sagt er.

Das Bedürfnis nach einer Gemeinschaftspraxis an zentraler Lage sei unbestritten, ist er nach Gesprächen mit verschiedenen Fachpersonen überzeugt. Und mit möglichst guten Konditionen will er dazu beitragen, dass sie für Hausärzte attraktiv wird.

Klar ist für Anton Gähwiler und Hansueli Baumann auch, dass eine Parkgarage gebaut wird und die Autos vom Bahnhofplatz verschwinden. «Wir klären bei den Bewohnern der umliegenden Häuser ab, ob sie dort Parkplätze mieten würden. Je nach Ergebnis bauen wir die Garage grösser oder kleiner», sagt Hansueli Baumann.

Beide Investoren sind überzeugt, dass der Platz im Zentrum von Ebnat-Kappel einen weiteren grossen Vorteil hat. «Die Bewohner unserer Wohnungen sind nicht auf ein Auto angewiesen, denn die Distanz zu den Geschäften, zum Bus und zum Bahnhof ist sehr klein», sagt Hansueli Baumann. «Das ist es, was Ebnat-Kappel aufwertet und für die Menschen attraktiv macht», fügt Anton Gähwiler hinzu.

Grosse Erfahrungen mit Bauen

Sowohl Anton Gähwiler wie auch Hansueli Baumann zeichnet aus, dass sie aufgrund ihrer Erfahrungen in der Immobilienbranche wissen, worauf es beim Bauen ankommt und was heute im Segment der Mietwohnungen gesucht ist: Grosse Kleinwohnungen, die modern und komfortabel ausgestattet sind. Sind diese Wohnungen bezahlbar, zahle sich das längerfristig für ihn als Vermieter aus, erklärt Anton Gähwiler. Die Mieter würden länger im Haus bleiben und die Wohnungen seien gut besetzt.

Das Konzept scheint aufzugehen, die Nachfrage vorhanden zu sein. 2005 hat Anton Gähwiler in Wattwil das Hochhaus beim Spital umgebaut. Seither sind dort alle Wohnungen vermietet und zwar nicht ausschliesslich an Personen, die vorher an einem andern Ort in Wattwil gewohnt haben.

Auflagen gehören zum Bauen

Die Bedingungen seitens der Gemeinde für diese Überbauung – den Bau einer Gemeinschaftspraxis und von Räumen für das lokale Gewerbe sowie die Anlehnung an den Studienwettbewerb von 2007 – stören die Investoren nicht.

«Bei solchen Projekten gibt es immer Auflagen», weiss Anton Gähwiler aus Erfahrung. Als Investor stelle man sich dann einfach die Frage, ob es sich unter solchen Voraussetzungen lohne. Auch Hansueli Baumann ist sich bewusst, welche Aufgaben ein solches Projekt für den Bauherren bringe. «So ist das Bauen, aber das mache ich gerne», sagt er.

Sobald die Umzonung der Parzelle Nummer 22 gemacht ist, treiben die Investoren und die Gemeinde die Planung voran, um dann an der Bürgerversammlung im kommenden November das Projekt vorstellen zu können. Erst wenn die Baubewilligung erteilt ist, wird der Kauf des Baulandes abgewickelt. Kann die Überbauung nicht so realisiert werden, wie es sich die Investoren heute vorstellen, dann müsse man neu befinden, sagt Hansueli Baumann. «Mit einem Gebäude schiesst man am Ziel vorbei. Nur die gesamte Überbauung ist sinnvoll.»

Aktuelle Nachrichten