AUSBILDUNG: Zimmerleute bauen Lehre aus

Der Verband Holzbau Schweiz hat die Grundausbildung für Zimmerleute von drei auf vier Jahre verlängert. Profiteure sind die Auszubildenden und die Ausbildner, finden die Appenzeller Holzbau-Sektionen.

Bruno Eisenhut
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Walter Rotach (rechts) ist Mitinhaber der Firma Mettler Holzbau AG. Derzeit werden dort sieben Lernende zu Zimmerleuten ausgebildet. (Bild: Bei)

Walter Rotach (rechts) ist Mitinhaber der Firma Mettler Holzbau AG. Derzeit werden dort sieben Lernende zu Zimmerleuten ausgebildet. (Bild: Bei)

Unzählige Zimmerleute haben in der Vergangenheit ihre berufliche Grundausbildung mit einer dreijährigen  Lehre absolviert. Fortan dauert die Lehre vier Jahre. Diesen Sommer werden erstmals Auszubildende, statt ihre Lehre nach drei Jahren abzuschliessen, das vierte Lehrjahr in Angriff nehmen.
«Die Anforderungen an die Zimmerleute sind gestiegen», erklärt Walter Rotach, Präsident der Sektion Appenzell Ausserrhoden von Holzbau Schweiz. Er selber bildet als Mitinhaber der Firma Mettler Holzbau regelmässig Zimmerleute aus. Zahlreiche Themen seien in den vergangenen Jahren zum einstigen Berufskönnen hinzugekommen. Etwa werde der Nachwuchs im Bereich der Vorfertigung von Bauteilen, der Arbeitssicherheit oder in bauphysikalischen Grundlagen geschult. Als Folge davon hätten sich nur schon die externen Kurse für Auszubildende während der Lehrzeit nahezu verdoppelt, so Walter Rotach.
Die Ausbildung zum Zimmermann mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) innerhalb dreier Jahre umfassend zu absolvieren, dies sei nicht mehr möglich, kam der Verband Holzbau Schweiz zum Schluss. Unverändert bei zwei Jahren bestehen bleibt hingegen die Ausbildung zum Holzbauarbeiter mit Eidgenössischem Berufsattest (EBA).
Bei seinen Ausbildner-Kollegen im Appenzellerland sei diese Anpassung grossmehrheitlich positiv aufgenommen worden, sagt Walter Rotach. Profitieren würden letztlich auch die Unternehmer, welche später auf das Fachkönnen des Berufsnachwuchses bauen könnten.

Neues Modell bietet zusätzliche Möglichkeiten
Keine Negativreaktionen hat Walter Rotach auch seitens der Lehrlinge erfahren. Bei der Rekrutierung hätten sich keine unerwünschten Veränderungen eingestellt. Zwar müsse der Verband da und dort für die Berufsausbildung zum Zimmermann werben, aber im Appenzellerland liessen sich alljährlich erfreulich viele Jugendliche zum Zimmermann oder zur Zimmerin ausbilden, bilanziert Walter Rotach. Das neue, verlängerte Ausbildungsmodell biete den Auszubildenden zusätzliche Möglichkeiten. Beispielsweise wäre jetzt auch eine berufsbegleitende BMS besser möglich als vorher, wo das Lernprogramm ohnehin dicht war. Insgesamt gewinne die Ausbildung zum Zimmermann an Wert gegenüber allen anderen Ausbildungsangeboten, ist sich Walter Rotach sicher.
Eines sei aber genauso sicher, so Rotach: Die Appenzeller hätten immer ein hohes Niveau gehabt, wenn es um die Ausbildung geht. «Schweizweit dürften wir bei der Spitze dabei sein.»