Aus Schulden wird Vermögen

Letztmals präsentiert Gemeindepräsident Max Koch die Jahresrechnung von Wolfhalden. In seiner Amtszeit nahm die Steuerkraft pro Kopf um 40 Prozent zu.

Roman Hertler
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Max Koch Scheidender Gemeinderatspräsident von Wolfhalden (Bild: pd)

Max Koch Scheidender Gemeinderatspräsident von Wolfhalden (Bild: pd)

WOLFHALDEN. Noch-Gemeindepräsident Max Koch konnte am Mittwochabend eine «hervorragende» Jahresrechnung 2013 präsentieren. Wolfhalden erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Gewinn von 300 000 Franken. Budgetiert war ein Minus von 67 000 Franken. «Mit einem operativen Ergebnis von rund 2 Millionen Franken liegen wir weit über unseren Erwartungen», erläuterte Koch vor zwei Dutzend Anwesenden im Kronensaal.

Mehr als sieben fette Jahre

Vor allem die Steuern schenkten vergangenes Jahr ein. Natürliche Personen bezahlten 1 Million Franken, juristische Personen 260 000 Franken mehr an Steuern als im Voranschlag vorgesehen. Hinzu kam eine Erbschaftssteuer von 300 000 Franken.

«Wir haben mehr als sieben fette Jahre hinter uns», resümierte der Gemeindepräsident, der auf Ende des Amtsjahres von seinem Amt zurücktritt. «Als ich 2003 das Amt des Gemeindepräsidenten antrat, mussten wir noch jeden Franken zweimal umdrehen», erzählt Max Koch. «Verglichen mit anderen Gemeinden konnten wir seither unsere Steuerkraft pro Kopf enorm verbessern.» Verglichen mit den Durchschnittszahlen der Jahre 2003, 2004 und 2005 habe Wolfhaldens Steuerkraft um knapp 40 Prozent zugenommen. Diesbezüglich sei man im Kanton die Nummer eins.

Da die Einwohnerzahlen in der vergangenen Dekade stagnierten, gibt es laut Koch drei Erklärungsansätze: Erstens verdienten Einwohner in vergangener Zeit mehr und bezahlten daher mehr Steuern. Zweitens hat die Zahl juristischer Personen zugenommen, Firmen haben sich angesiedelt oder sind zumindest nicht im grossen Stil abgezogen. Und drittens sind steuerschwache Personen weggezogen, während steuerkräftige Einwohner hinzugewonnen werden konnten. «Im Detail kann ich nicht sagen, was genau den Ausschlag gegeben hat», so Koch. «Es ist eine Kombination aus allem.»

Koch tritt ab

2003 sah es in Wolfhalden noch nicht so rosig aus wie heute. Die Pro-Kopf-Schulden der Gemeinde betrugen 3400 Franken. Das Budget 2004, das der Gemeinderat vorlegte, wurde vom Stimmvolk vor allem wegen einer Steuererhöhung zweimal abgelehnt. Die Steuern wurden kurzfristig dann doch erhöht und liegen heute ungefähr im kantonalen Mittel bei 4.10 Einheiten. Der finanzielle Turnaround in Wolfhalden gelang. Die Schulden sind getilgt, die Gemeinde verfügt sogar über ein Pro-Kopf-Vermögen von 2500 Franken.

Maggie Frey, Past-Präsidentin der Lesegesellschaft Aussertobel, bedankte sich am Schluss des Abends für die Arbeit, die Max Koch und der gesamte Gemeinderat in den vergangenen Jahren geleistet habe. Den anschliessenden Applaus quittierte der abtretende Gemeindepräsident mit einem Lächeln.

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