Aus den Ferien ins Fernsehstudio

Nach den Auszeichnungen durch die Hermann-Herzer- und Hans-Huber-Stiftung hat Micarna-Unternehmensleiter Albert Baumann den Swiss Award «Wirtschaft» erhalten. Er glaubt, es liege daran, dass die Förderung von Jugendlichen einen hohen Stellenwert geniesst.

Urs Huwyler
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Ob im Treppenhaus oder sonst im Betrieb: Albert Baumann wurde überall auf die Award-Verleihung angesprochen. (Bilder: Urs Huwyler)

Ob im Treppenhaus oder sonst im Betrieb: Albert Baumann wurde überall auf die Award-Verleihung angesprochen. (Bilder: Urs Huwyler)

BAZENHEID. Anfang Woche wollten Albert Baumann und seine Frau Wilma Priore aus den Ferien in Vietnam nach Hause zurückfliegen.

Doch dann wurde der Unternehmensleiter für den Swiss Award «Wirtschaft» nominiert. Also gab es zwei Möglichkeiten: Entweder den Urlaub abbrechen und an der TV-Sendung live teilnehmen – oder eventuell als Sieger per Video-Botschaft die Zuschauer und Gäste aus Saigon grüssen. «Der Entscheid war klar: Wir reisten vorzeitig in die Schweiz zurück. Unabhängig des Resultats. Ich durfte schliesslich kaum mit dem Award rechnen», erklärte der eigentlich abwesende und doch anwesende Chef bei seinem unerwarteten Ferienbesuch in der Micarna.

Von seinem Büro aus sieht er eine Tafel, auf dem ihm durch die Dorfkorporation Bazenheid zum «Schweizer des Jahres» gratuliert wird. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden die Schilder in Auftrag gegeben und am Sonntagnachmittag waren sie an bester Autofahrer-Lage plaziert. «Wir sind stolz, dass Albert Baumann durch seine Wahl positive Werbung für unser Dorf macht», freute sich Dorfkorporationspräsident Felix Forster wie viele über den Award für den Unternehmensleiter, der schon während der Sendung rund 80 SMS erhalten hatte.

Stellvertretend für alle

Bis am Morgen überstiegen die Kurzmeldungen die 100er-Grenze ebenso wie der E-Mail-Eingang. Unter den Gratulanten befanden sich beispielsweise «Mister Migros» Jules Kyburz oder Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig. «Am Anlass selbst durfte ich neben vielen andern Glückwünschen durch die anwesenden Wirtschaftsvertreter die Gratulationen von Didier Cuche entgegennehmen. Er freute sich als ehemaliger Metzger mit Käsermeister Nöldi Forrer zusammen speziell über meine Auszeichnung.» Wie auch Toni Brunner, der in der Micarna als Präsident der IG «Schweizer Bergprodukte» an einer Sitzung teilnahm und den Preisträger zufällig antraf.

Albert Baumann hatte im Vorfeld immer wieder betont, er sei stellvertretend für alle Mitarbeitenden nominiert worden. Eine Aussage, die sich in der Micarna bestätigen sollte. Ob im Treppenhaus oder sonst irgendwo, überall wurde er quer durch alle Berufsgruppen fast familiär angesprochen. Auch von seinen langjährigen Weggefährten Ernst Graber, Edi Böhi und Franz Ott. Sie hatten teilweise mit dem Chef die Berufsschule absolviert. «Er hat den Aufstieg auch etwas uns zu verdanken», scherzten die Kollegen, «weil wir Albert jeweils abschreiben liessen.» Das allgemeine Gelächter des Quartetts war lauter als der Autoverkehr.

Dritte Auszeichnung

Für den CEO ist der Award bereits die dritte Auszeichnung. Schon früher durfte er den Preis der Hermann-Herzer- (2005) und Hans-Huber-Stiftung (2014) entgegennehmen. «Mehr ist fast nicht möglich», wunderte sich Albert Baumann beinahe selbst über das Triple. «Jeder Preis hat für mich einen besonderen Wert. Der Award auch deshalb, weil ich ihn in der grössten Produktion des Schweizer Fernsehens erhielt. Wir wurden erstklassig betreut und allein das ganze Drumherum war ein Erlebnis. Es hat sich gelohnt, die Ferien abzubrechen.»

Nicht ganz überraschend

Irgendwie kam der Sieg nicht ganz überraschend. «Es gab Anzeichen dafür. Die Kameras wurden entsprechend positioniert, die Sitzordnung liess erahnen, dass ich es werden könnte.» Was in vielen SMS und Mails angesprochen wurde, war der als «ausgesprochen sympathisch und natürlich» gewertete Auftritt als dankender Preisträger. «Nervös war ich nicht. Aber speziell war es schon. Und ist es heute noch.» Nun wird er sich zwei Tage (beruflich) nach Österreich verabschieden und am Donnerstag beginnt für den Award-Gewinner «Wirtschaft» (voraussichtlich) wieder der Alltag.

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