Auftritt macht Defizite sichtbar

Kommentar

Jesko Calderara
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Das Podium zeigte eines: Am 12. Februar stellen sich drei Kandidierende zur Wahl in den Regierungsrat, die sich in ihrer Persönlichkeit und den politischen Ansichten teilweise unterscheiden. Peter Gut punktete beim Publikum mit seinen rhetorischen Fähigkeiten und einem authentischen Auftritt. Nur einer Frage wich der ­Kantonsratspräsident wie schon in Heiden gekonnt aus – jener nach seiner politischen Haltung. Letztlich lässt sich der partei­unabhängige Gut nur schwer einordnen und bleibt eine Blackbox.

Inge Schmid wiederum ­präsentierte sich als exekutiverfahrene Politikerin. Eine stramme SVP-Hardlinerin ist die Bühlerer Gemeindepräsidentin nicht. Pragmatisch sind ihre Positionen beispielsweise beim Thema Bauen, wo sie eine aktive staatliche Bodenpolitik befürwortet. Wenig glaubhaft und gar widersprüchlich versuchte Schmid dagegen, den umstrittenen SVP-Wahlslogan «Unser Mann für Ausserrhoden» zu rechtfertigen. Jedenfalls konnte sie den ­Verdacht nicht ausräumen, dass dieser Slogan nicht ihre Idee war, sondern jene der (männ­lichen) Parteistrategen.

Gegenüber der Veranstaltung in Heiden steigern konnte sich FDP-Kandidat Dölf Biasotto. Es gelang ihm besser, seine Standpunkte zu verdeutlichen. Als Baufachmann fühlte er sich insbesondere auf dem Gebiet der Raumplanung zu Hause. Anderseits hätte Biasotto seine Vorstellungen hie und da konkretisieren sollen. So sieht er für das Spital Heiden «Potenzial», erwähnte aber kaum, wo dieses liegt. Überhaupt äusserten sich alle drei Bewerber zum drängendsten Problem im Kanton, dem Spitalverbund, erstaunlich defensiv und schwammig.

Jesko Calderara

jesko.calderara

@appenzellerzeitung.ch