Aufstand in Strafanstalt Gmünden

NIEDERTEUFEN. Am Mittwochmittag haben rund 20 Gefangene der Strafanstalt Gmünden in Niederteufen die Arbeit verweigert. Eine kleine Gruppe fühlte sich ungerecht behandelt und stachelte andere an.

Yvonne Bugmann
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Die Situation in der Strafanstalt Gmünden hat sich wieder beruhigt. (Bild: Hannes Thalmann / Archiv)

Die Situation in der Strafanstalt Gmünden hat sich wieder beruhigt. (Bild: Hannes Thalmann / Archiv)

Konkret ging es um Urlaubsregelungen, wie Kurt Ulmann, Direktor der Strafanstalt, gegenüber dem Regionaljournal Ostschweiz von Schweizer Radio DRS sagte. Einem Insassen wurde der Urlaub verschoben, worauf ein paar Gefangene «Radau machten», erläutert Ulmann auf Anfrage von Tagblatt Online.

Personal beschimpft
Für Ulmann kam der Aufstand «total überraschend». In dieser Grösse habe er so etwas noch nie erlebt. Rund 20 der insgesamt 55 Insassen, die sich in Niederteufen im Offenen Strafvollzug befinden, wollten am Mittag nicht zur Arbeit gehen. Ulmann selber war zu diesem Zeitpunkt gerade in Zürich an einer Sitzung. Sobald er von dem Vorfall hörte, machte er sich auf den Weg nach Niederteufen. In der Zwischenzeit suchte sein Stellvertreter mit den Streikenden das Gespräch. Danach ging der grösste Teil wieder arbeiten, nur acht Gefangene weigerten sich weiterhin. «Diese benutzten auch nicht-akzeptable Schimpfwörter», sagt Ulmann.

Um 16 Uhr wurde eine obligatorische Vollversammlung einberufen. «Wir machten quasi eine Kropfleerete; die Gefangenen konnten sagen, was ihnen nicht passt, wo es Probleme gibt», erläutert Ulmann. Er machten den Insassen auch klar, dass ein solcher Aufstand nicht akzeptiert wird, ebensowenig wie die Schimpfwörter. Es gebe andere Möglichkeiten, mit der Gefängnisleitung zu kommunizieren und ihr mitzuteilen, wo der Schuh drücke.

Massnahmen möglich
Am Donnerstagmorgen bespricht die Gefängnisleitung, welche Massnahmen ergriffen werden. «Im Extremfall wird ein einzelner Häftling versetzt», sagt Ulmann.

Der Aufstand sei eine Herausforderung gewesen, zum einen für das Personal, zum anderen aber auch für die anderen Insassen, die sich korrekt verhielten. «Diese haben nun Angst vor verschärften Massnahmen», erläutert der Direktor. «Es war für alle eine schwierige Situation.»