Aufrichte beim Schulhaus Wis

Vor 100 Jahren

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Vor 100 Jahren

27. Oktober: Wattwil. Die Herbstversammlung des Landwirtschaftlichen Verein Wattwil tagte letzten Sonntag beim herrlichsten Herbstwetter im Saale des «Jakobhofs» und lockte eine schöne Zahl von Teilnehmern zur Anhörung des Referates von Herrn Landolt an. Aber auch die mit der Versammlung verbundene Produkten-Ausstellung hat gewiss die Besucherzahl derselben angenehm überrascht und befriedigt. Es gereicht zur besonderen Freude und zum Dank, dass man auch in hiesiger Gegend dank der günstigen Witterung in Obst und Gemüse einen reichen Ertrag einheimsen durfte und in Folge dessen auch Prachtsexemplare aus beiden Gebieten an die Ausstellung bringen konnte. Rotwanige Aepfel uns feine Birnen, Kabis und Köhl von seltenem Umfang, Kartoffeln und Rüben, Randen, Blumenkohl, Sellerie, Tomaten, alles zeigte sich dem Auge des Besuchers in hübsch arrangierter Darstellung, sowie die ansehnliche Zahl eingemachter Früchte und Gemüse in Gläsern.

Vor 50 Jahren

29. Oktober: Wattwil. Schwere Nachwuchssorgen zwingen auch Heberlein & Co. AG, den Kontakt zur Jugend und Jugendbetreuung in noch grösserem Masse als bisher aufzunehmen. Bereits vor einiger Zeit wurde an einer Presseeinladung dieses Thema angeschnitten. Vergangenen Mittwoch wurden nun die Lehrer und Berufsberater unserer Gegend zur Orientierung über diese unerfreuliche Zeiterscheinung eingeladen. Im Kino Speer begrüsste A. Diebold, Personalchef der Firma Heberlein & Co. AG, die Gäste. In einleitenden Worten brachte er vor allem das Vorurteil der Bevölkerung gegen die Krisenanfälligkeit der Textilindustrie zur Sprache. A. Diebold sagte: «Wie hätte eine so krisenempfindliche Industrie eine Firma 130 Jahre tragen können und sogar zur heutigen Blüte bringen können. Es ist momentan sogar so, dass die Abteilung Stoffdruck die am besten florierende ist». Zum Staunen brachte die interessierten Zuhörer die Feststellung, dass von 10 Bewerbern um Lehrstellen deren acht entweder Mechaniker oder Elektriker zu werden wünschen, während sich für die Textilberufe, Berufe mit ausgezeichneten Zukunftschancen, keine Interessenten finden.

Vor 20 Jahren

27. Oktober: Ricken. Schrecklicher könnte eine Heimfahrt nicht enden: Ein mit drei Männern besetztes Auto prallte mit voller Wucht in eine Gaststätte, das Fahrzeug explodiert. Der 39jährige Fahrer und der 21jährige Mitfahrer auf dem Vordersitz sind auf der Stelle tot, der 20jährige Mitfahrer auf dem Rücksitz kann von Passanten schwer verletzt vor dem Flammentod gerettet werden. Explosionsartig breitet sich das Feuer im Gasthaus aus, der Saal und der ganze Dachstock brennen, schliesslich steht das Haus in Vollbrand. Einzig glücklicher Umstand: Das Restaurant ist an diesem Abend geschlossen.

27. Oktober: Wattwil. Aufrichte beim Schulhaus Wis. Nachdem der Dachstuhl der ersten Etappe bereits Ende September aufgerichtet war, thront nun nach der Erstellung der zweiten Etappe das traditionelle Aufrichtebäumchen über dem Neubau. Eher etwas ungewöhnlich mutet das Schrägdach mit Kupferabdeckeung an. Architekt Quarella wies darauf hin, dass diese Konstruktion eine spätere Aufstockung mit verhältnismässig geringem Aufwand offen lasse und Kupfer zu den beständigsten Abdeckmaterialien zähle. Die Gesamtkosten des neuen Schulhauses Wis inklusive Holzschnitzelheizung belaufen sich auf 8,4 Millionen Franken.

Vor 10 Jahren

27. Oktober: Snowboard. Einen vierfachen Sieg fuhr das Schweizer Team beim Weltcup-Auftakt in Sölden im Riesenslalom heraus. Nicht auf Ski, sondern mit dem Snowboard. Verantwortlich für den totalen Triumph war nicht zuletzt Cheftrainer Christian Rufer aus Ebnat-Kappel. Für einmal soll der bei den Boardern nicht besonders beliebte Vergleich mit dem Skirennsport bemüht werden. Was der Toggenburger Christian Rufer mit seiner Mannschaft seit Monaten im Weltcup leistet, davon können die «zweibeinigen Alpinen» nicht einmal träumen. Wenn er mit sieben Athleten an den Start geht, dann gelten alle als Podestplatzanwärter. Werden vier von ihnen im Februar 2006 an den Olympischen Spielen in Turin starten, dürfen sich alle als Medaillenanwärter fühlen. Wie auch immer, Christian Rufer ist nach TV-Regisseur Beni Giger (Nesslau) bereits der zweite Toggenburger «Sportler», der an den Olympischen Spielen in Turin dabei sein wird.

29. Oktober: Toggenburg. SBB-Cargo: Toggenburg abgehängt? SBB-Cargo will auf ihrem Netz die so genannten Bedienungspunkte halbieren. Gemäss SBB-Liste ist das Toggenburg im «Grundnetz Plus» gar nicht mehr aufgeführt. Der nächste Bedienungspunkt würde demnach in Wil sein. Der SBB-Verwaltungsrat hat das entsprechende Konzept genehmigt; SBB Cargo soll ab Januar 2006 mit der Umsetzung beginnen. Nicht mehr auf der erwähnten Liste zu finden sind die Stationen Nesslau, Bütschwil, Mogelsberg, Degersheim, Lichtensteig, Bazenheid sowie Neckertal-Brunnadern. Welche Auswirkungen dieses Konzept aufs Toggenburg, insbesondere auf die Holztransporte, haben wird, ist noch offen.