Aufgespielt für das Ackerhus

Das Ackerhus soll wieder eine Zukunft erhalten und saniert und umgebaut werden. Mit einem Konzertabend in der evangelischen Kirche Kappel motivierte der Vorstand des Vereins Windbläss am Samstagabend zur finanziellen Unterstützung.

Thomas Geissler
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Zauberhafte Klänge lieferten (von links) Res Reber, Wolfgang Sieber, Markus Meier und Darina Baumann in der reformierten Kirche Kappel. (Bild: Thomas Geissler)

Zauberhafte Klänge lieferten (von links) Res Reber, Wolfgang Sieber, Markus Meier und Darina Baumann in der reformierten Kirche Kappel. (Bild: Thomas Geissler)

EBNAT-KAPPEL. Warum sich gerade der Verein Windbläss für das Ackerhus einsetzt, liegt auf der Hand: Die Musikerinnen und Musiker, die sich vor rund drei Jahren zum Verein zusammengeschlossen haben, haben sich die Pflege der Toggenburger Hausorgel auf die Fahne geschrieben. Und davon stehen im Ackerhus gleich sieben. Die Instrumente allerdings müssen teilweise restauriert und in jedem Fall auch gepflegt werden. Dafür möchte der Verein Sorge tragen. Mit dem Konzertabend zeigte der Windbläss-Vorstand mit Wolfgang Sieber und Heidi Bollhalder (Orgel), Darina Baumann (Violine), Markus Meier (Blasinstrumente) und Res Reber (Kontrabass) nicht nur, dass sie musikalisch kompetent sind, sondern vor allem auch, welch stimmungsvolle und vielfältige Musik mit einer Orgel hervorgebracht werden kann. Eine hörbare Motivation also, sich auch für das Ackerhus zu engagieren.

Die Orgel im Mittelpunkt

Los ging es mit einem fröhlich beschwingten Start aus dem «Notenbüchlein» von Elisabeth Forrer in einem Arrangement von Heidi Bollhalder. Von Peter Roths «Jubiläumswalzer» über den «Gruss aus Appenzell» ging es weiter zum munteren «Windbläss Schottisch» aus der Feder von Wolfgang Sieber und Heidi Bollhalder. Die Formation spannte den Bogen weiter über russische und polnische Traditionells bis zu Auszügen aus der «Nussknacker-Suite» und einigem mehr. Zwischendurch gab es Informationen zum Projekt Ackerhus. Das typische Toggenburger Haus aus dem Jahr 1752 wurde auf Initiative vom Stifter Albert Edelmann lange Jahre als Heimatmuseum genutzt. Er stattete das Haus mit zahlreichen Kulturgütern und auch Musikinstrumenten aus. Bis heute gehört das Haus der Edelmann-Stiftung Ackerhus. Doch die Zeiten änderten sich und das Interesse der Öffentlichkeit schwand. Die Stiftung geriet also immer mehr unter Zugzwang, dem Haus einen neuen Sinn zu geben und wieder Publikum anzulocken.

Neues Konzept entwickelt

Gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe pro Ackerhus unter der Leitung von Jost Kirchgraber entwickelte man ein neues Konzept. Man will dem einmaligen, kulturhistorischen Phänomen der einst grossen Hausorgeldichte im Toggenburg Rechnung tragen, indem die sieben Hausorgeln des Ackerhuses zugänglich und hörbar gemacht werden sollen. Neben dem Verein Windbläss soll auch eine Vernetzung mit der Klangwelt erfolgen und das Ackerhus soll sowohl ein Ort für Konzerte, als auch für Trauungen und andere Anlässe werden.

Verein für die Umsetzung

Um diese Wiederbelebung erreichen zu können, ist ein Umbau nötig. Der bisherige, zu kleine und akustisch unvorteilhafte Musiksaal soll abgerissen und durch einen neuen ersetzt werden. Im Untergeschoss sollen eine Orgelwerkstatt oder ein Ausstellungsraum entstehen, während die Küche im Wohnhaus entfernt und der Raum zu einem Foyer umgestaltet werden soll. Ansonsten soll die vorhandene Bausubstanz im Wohnhaus so wenig wie möglich beeinflusst, sondern im Sinne der Erhaltung nur sanft saniert werden. Insgesamt benötigt man für dieses Unterfangen voraussichtlich 660 000 Franken.

Das Projekt soll erst starten, wenn diese Summe zusammengekommen ist. Weiterhin habe sich aus der Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe ergeben, dass es sinnvoll sei, für die betriebliche Umsetzung des Nutzungskonzeptes einen Verein zu gründen, wie Gemeindepräsident Christian Spoerlé anlässlich des Konzertes erklärte. Neben der Projektvorstellung und guter Musik, sollte der Abend auch noch einen weiteren Anlass zum Feiern bieten: Heidi Bollhalder hat kürzlich erfolgreich mit dem «Master of Arts in Performance» ihr Studium abgeschlossen.