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Auferstehung der Toten oder derer, die leben?

«Ihr fragt, wie ist die Auferstehung der Toten? Ich weiss es nicht Ihr fragt, wann ist die Auferstehung der Toten? Ich weiss es nicht.

«Ihr fragt, wie ist die Auferstehung der Toten? Ich weiss es nicht

Ihr fragt, wann ist die Auferstehung der Toten? Ich weiss es nicht.

Ihr fragt, gibt's eine Auferstehung der Toten? Ich weiss es nicht. Ihr fragt, gibt's keine Auferstehung der Toten? Ich weiss es nicht. Ich weiss nur, wonach ihr nicht fragt: die Auferstehung derer die Leben.

Ich weiss nur, wozu er uns ruft: Zur Auferstehung heute und jetzt!»

*

Der Dichterpfarrer Kurt Marti, der kürzlich seinen 90. Geburtstag feierte, schrieb diese Gedanken. Auch mich bewegen diese Worte immer wieder und speziell an Ostern. Als Christen feiern wir ja die Auferstehung Jesu. Sind die Gedanken von Marti nicht zu stark im Diesseits verhaftet und lassen das göttliche Geheimnis der Auferstehung etwas verblassen? Hat die Auferstehung nicht etwas mit dem Leben nach dem Tod zu tun? Im Lukasevangelium (Lk.24, 13-35) können wir nachlesen, wie zwei Jünger, traurig von den Ereignissen um ihren Meister Jesus, nach Emmaus, einem kleinen Dorf bei Jerusalem, unterwegs sind. Hoffnungslosigkeit macht sich bei ihnen breit. Dann stösst ein Fremder zu ihnen. Sie erzählen ihm ihr Leid. Der Fremde mahnt sie, sie sollen doch ihren Unglauben ablegen. Es wird Abend und die Jünger bitten den Fremden zum Essen in ein Haus. Dort essen sie Brot und trinken Wein. Als der Fremde das Brot bricht, gehen ihnen plötzlich die Augen auf. Sie erkennen Jesus. Aber während ihres Erkennens ist Jesus dann nicht mehr da. Sie merkten im Nachhinein, wie ihnen das Herz in der Brust brannte, als Jesus sie ermutigte und aus der Schrift erzählte. Christliche Auferstehungshoffnung nimmt den Menschen eben ganz und gar ins Diesseits.

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Es gibt keine letzte Ausflucht ins Ewige. Das Grab ist leer. Der Auferstandene ist nicht fassbar. Nur mein Glaube an ihn, die Erfahrung der Jünger von Emmaus, rückt Christus in die Mitte meines Lebens. Als Jesus in den Himmel auffährt (Apostelgeschichte 1, 9–11), schauen die Jünger zum Himmel hoch. Jemand sagt ihnen, sie sollen doch nicht immer zum Himmel schauen. Jetzt stehen die Jünger in der Verantwortung im Hier und Jetzt.

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Als Christen leben wir aus dieser Zeugenschaft der Jünger von Emmaus. Inmitten des Lebens verwandelt sich die Hoffnungslosigkeit in Hoffnung, gegen alle Vernunft. Dies geschieht eben nicht, wenn wir nur zum Himmel hochschauen. Der Theologe Dietrich Bonhoeffer (1906–1945) sagt, dass Jesus mit dem Tod am Kreuz die Entzweiung zwischen Christlichem und Weltlichem überwunden hat. Wo aber die Erfahrung der Gottlosigkeit und Gottverlassenheit negiert wird, besteht die Gefahr der Vergöttlichung des Weltlichen. Kommunismus, Faschismus und unser heutiges Konsumdenken sind gute Beispiele dafür.

Nur immer daran zu denken, was ich neu an materiellen Gütern erwerben kann, macht das Leben mit der Zeit langweilig. Innere Leere macht sich breit. Es fehlt der Mut zur echten und ganzen Weltlichkeit. Die Erfahrung der Jünger von Emmaus aber führt zu brennenden Herzen für die Welt und ihre Menschen. Wenn ich mich ganz einlasse auf die irdischen Aufgaben und Schwierigkeiten, wie das Jesus gemacht hat, und nur indem ich das tue, ist Christus, der Gekreuzigte und Auferstandene, bei mir, und ich kann mit ihm gekreuzigt werden und auferstehen.

Text und Bild:

Alexander Burkart

Katechet

Pfarramt Heiden-Rehetobel

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