Auferstehung der Toggenburger

Der Start zur Meisterschaft 2015/16 fiel durchzogen aus. Die zweite Runde brachte dann die Gewissheit: Totgeglaubte leben länger. Mit Ausnahme von Kirchberg konnten sich alle rehabilitieren. Die Verantwortlichen auf der Sonnmatt bleiben aber trotzdem optimistisch.

Beat Lanzendorfer
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Wattwil Bunt feierte am letzten Wochenende den ersten Saisonsieg in Eschlikon. Ganz rechts Ciro Marino, der Führende in der Torschützenliste. (Bild: Walter Züst)

Wattwil Bunt feierte am letzten Wochenende den ersten Saisonsieg in Eschlikon. Ganz rechts Ciro Marino, der Führende in der Torschützenliste. (Bild: Walter Züst)

FUSSBALL. Am gestrigen Mittwoch war Cuptag. Es kam zu den Derbies Ebnat-Kappel – Bazenheid und Bütschwil – Wattwil Bunt. Das Feld der Toggenburger hat sich somit weiter gelichtet. Im Einsatz war auch Kirchberg (empfing Zweitligist Wängi). Neckertal-Degersheim aber genoss ein Freilos. Bereits am Wochenende wird wieder um Punkte gerungen.

2. Liga Gruppe 2

Zeichnet sich da wieder ein Zweikampf ab? Nach dem zweiten Spieltag sind nur noch Topfavorit Bazenheid und Absteiger Amriswil makellos. Ihre bisherigen Auftritte lassen den Schluss zu: Den Aufstieg machen diese zwei unter sich aus. Bazenheid ist nach dem eher harzigen Start bei Calcio Kreuzlingen in die Gänge gekommen und hat Steinach 5:0 abgefertigt. Nun kommt es zum ewigen Duell gegen Herisau. Laut Trainer Fabinho wollen die Appenzeller in dieser Spielzeit aufsteigen. Durch das 3:0 in Winkeln haben sie ihre Ambitionen untermauert. Wie stark Amriswil tatsächlich ist, zeigt sich am Samstag. Der Absteiger gastiert bei Calcio Kreuzlingen. Die «Italiener» gewannen zuletzt das Bodensee-Derby gegen Tägerwilen mit 6:1 und stürzten die Tobler-Elf in eine veritable Krise. Die Überraschung des letzten Jahres ist zusammen mit Aufsteiger Flawil dadurch noch ohne Punkte.

Aufgrund des bisherigen Abschneidens sind die Heimteams bei den Paarungen Arbon – Flawil, Steinach – Tägerwilen, Tobel – Wängi und Abtwil – Winkeln leicht zu bevorteilen.

3. Liga Gruppe 3

Absteiger Henau weht in neuer Umgebung ein kalter Wind entgegen. Zweites Spiel, erste Niederlage. Beim 2:3 gegen St. Otmar schaffte der Gastgeber das Siegtor drei Minuten vor dem Abpfiff durch einen verwandelten Elfmeter von Steinemann. Nun versucht sich die Marku-Elf gegen Schlusslicht Herisau 2. Da darf es keinen weiteren Nuller geben. Die Mannschaft beklagt mehrere Verletzte und muss auch die Abgänge der letzten Saison zuerst kompensieren – das braucht Zeit.

3. Liga Gruppe 4

Das war so nicht erwartet worden. Kirchberg konnte sich nach dem müden Kick in Weinfelden leistungsmässig steigern, trotzdem war gegen das spielerisch starke Bronschhofen nichts zu holen (0:2). Panik ist allerdings noch nicht angebracht. Das Team um Trainer Bosshart hat in der Vorbereitung eine gute Figur abgegeben, wenn der Knoten platzt, kann sie jeden Konkurrenten in der Gruppe schlagen. Nun braucht es in Aadorf aber dringend ein Erfolgserlebnis, um vom Tabellenende wegzukommen.

Auf der Breite scheint wieder die Sonne. Gleiches Resultat, anderer Sieger. Wie gegen Eschenbach gab es auch gegen Linth 04 ein 4:2. Dieses Mal aber mit Bütschwil als Gewinner. Im ersten Spiel auf fremdem Terrain geben Sennhauser und Co. ihre Visitenkarte am Samstag auf der Wattwiler Grüenau ab. Am Mittwoch war es umgekehrt, da kamen die Licata-Boys auf die Breite. Übernimmt Neckertal-Degersheim am dritten Spieltag die Tabellenspitze? Gut möglich– es bedarf allerdings dreier Punkte beim noch sieglosen Schmerikon. Gleichzeitig sollte Aufsteiger Netstal in Bronschhofen nicht gewinnen. Kaum ist der Startschuss zur Meisterschaft gefallen, zeichnet sich ein spannendes Rennen ab, denn nach zwei Runden haben alle schon Punkte eingebüsst. An der Tabellenspitze sind fünf Mannschaften mit jeweils vier Zählern.

4. Liga Gruppe 8

Diese Niederlage tut doppelt weh. 2:3 bei Nachbar Wattwil Bunt. Ebnat-Kappel hat sich nicht mit Ruhm bekleckert. Weil die Mannschaft in der Elfergruppe ein spielfreies Wochenende einzieht, läuft sie Gefahr, zumindest vorübergehend den Anschluss zur Spitze einzubüssen. Dort befindet sich nach zwei überzeugenden Auftritten Bütschwil 2. 6:0 gegen Neckertal-Degersheim, 8:0 Linth 04 weggeputzt. Noch Fragen? Nächstes Opfer soll Bazenheid werden. Machbar, denn die dritte Mannschaft begann mit einem 2:3 gegen Linth 04 und zeigte sich dabei keineswegs sattelfest.

Frauen 2. und 3. Liga

Die Niederlage in Rapperswil war hoffentlich für längere Zeit der einzige Ausrutscher, den sich die Gemeinschaft Neckertal-Bütschwil erlaubt hat. Als Handicap erweist sich dabei der verletzungsbedingte Ausfall von Topscorerin «Cec» Brüllmann. Trotzdem gelang den anderen Frauen durch das 4:1 über Wittenbach die Rehabilitation. Mit Wil, erst am Dienstag, wartet nun ein weiteres Kellerkind.

Ebnat-Kappel ist nach dem Startdreier gegen Linth 04 auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt. 1:3 gegen Thusis. Das Erstaunliche daran: Tormaschine Selin Roth hat in dieser Spielzeit noch nie getroffen. Vielleicht klappt es ja am Sonntag in Rapperswil-Jona.

Das ist so nicht ganz erwartet worden. Die zweite Mannschaft der Gemeinschaft Kirchberg-Amriswil spielt in der 3. Liga und schlägt sich dort mit zwei Vollerfolgen prächtig. Als Lohn kommt es nun am Samstagabend (18 Uhr) auf der Sonnmatt zum Spitzenspiel gegen Frauenfeld. Die Thurgauer sind ebenfalls mit sechs Punkten gestartet.