Aufbrechen und Segen sein

Abram, der Stammvater der drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam, erfuhr von Gott die Aufmunterung, in ein neues Land zu ziehen. Er soll mit seiner Familie aufbrechen. Dazu gibt Gott ihm Zuspruch: Ich werde dich segnen; ich will segnen, die dich segnen (Genesis 12).

Josef Manser
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Abram, der Stammvater der drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam, erfuhr von Gott die Aufmunterung, in ein neues Land zu ziehen. Er soll mit seiner Familie aufbrechen. Dazu gibt Gott ihm Zuspruch: Ich werde dich segnen; ich will segnen, die dich segnen (Genesis 12). Segen umfasst Glück, Gedeihen, eine gute Zukunft, Schutz, Zufriedenheit und Harmonie mit den Mitmenschen, mit mir selbst und mit Gott dem Schöpfer. Segen beschränkt sich nicht auf die eigene Person, sondern wirkt nach aussen. Gott sagt sein Ja zu allen Menschen. Gottes Wort sagt: Du stehst unter meinem Segen, trage ihn in die Welt. Werde zum Segen für alle, mit denen du zu tun hast.

Gott wirkt durch dich und durch andere Menschen, für deine Familie, deine Verwandten und Freunde, für deine Kameraden und Arbeitskollegen, für Vertraute und für Fremde, für alle, die mit dir zusammenkommen. Gott verbindet den Segen mit Aufbrechen und Öffnung. Ohne Wagnis geht nichts. Wer wagt, gewinnt. Wer sich hinter eigenen Ansichten verschanzt, für sich selbst Kirche sein will und um sich kreist, wird nicht gesegnet. Glaube ist vom Wesen her missionarisch und hält Ausschau nach Neuem. Das lehrt Gott durch Abram und Sarai.

Aktuell erleben wir in unseren Breitengraden in der Natur den Aufbruch des Frühlings. Die ökumenische Kampagne zur österlichen Vorbereitungszeit steht unter dem Motto: Die Saat von heute ist das Brot von morgen. Es geht um Gerechtigkeit zwischen den Generationen. Beim Zugang zu den Ressourcen und zu einem Leben in Würde sollen künftigen Generationen weiterhin gute Chancen offenstehen.

Ob es zwischen den Generationen gerecht zugeht, hat weltweite Bedeutung. Es droht die Gefahr, dass eine nachwachsende Generation um ihre Lebensgrundlagen wie Land, Wasser und Luft betrogen wird. Und es gibt in der Kirche Zeichen für Aufbrüche und Erneuerungen. Das ist gut so. Kirchen sind nicht Steine, Kirchen haben Beine. Es braucht nicht eine andere Kirche, aber die Kirche anders, so dass sie zum Segen für alle Glaubenden wird. Zu jedem Aufbruch hilft Gottes Segen, damit Menschen das Wagnis ihres Weges bestehen. Fundament für Christen sind die Bibel und der Glaube an den dreieinigen und dreifaltigen Gott. Es gibt eine Solidarität der Gesegneten. Soll Kirche segensreich wirken, muss sie menschendienlich sein. Sie hat die Aufgabe, Gottes Barmherzigkeit zu verkörpern und Menschen zum segensreichen Aufbruch zu ermutigen.