Auf zu neuen Ufern nach der Matura

APPENZELL. Ein grosser Meilenstein ist geschafft: Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 6A, 6B und 6C des Gymnasiums St. Antonius in Appenzell erhielten am vergangenen Freitag ihre Maturitätszeugnisse. Alle 58 Prüflinge haben bestanden, mit einem Notendurchschnitt von 4,71.

Alexa Scherrer
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Während der vergangenen sechs Jahre drückten sie zusammen die Schulbank, die 58 frisch gebackenen Maturandinnen und Maturanden des Appenzeller Gymnasiums St. Antonius. Verschiedenste Charaktere hätten sich da gezeigt, führte Maturandin Floreana Fässler in ihrer Eröffnungsansprache aus; der Physikbegeisterte, die Schlafmütze, die Fleissige, das Mathegenie, der Sportler oder der «über alles motzende Typ». Wie ein Schwarm Fische seien sie in die gleiche Richtung geschwommen, hätten sich manchmal auch treiben lassen. Jetzt sei es an der Zeit, auszuschwärmen, den Ozean alleine zu entdecken. «Ich bin gespannt, wer ihr in Zukunft seid», so Fässler.

«Persönlichkeit entfalten»

Rektor Roman Walker fragte in seiner Festansprache, ob es genüge, dass die Schule junge Menschen «auf das Leben vorbereite». Er betonte, dass der Mensch nicht nur in Gesellschaft und Hochschule funktionieren solle, sondern die Schule den eigenständigen Persönlichkeiten vor allem dabei helfen müsse, sich zu entfalten, sie zu «wirklicher Lebensqualität zu befähigen.» Er liess Kritik laut werden an der Verschiebung der Prioritäten in der Bildungslandschaft hin zum rein Zweckhaften: «Wir füllen die Köpfe unserer Jugendlichen nicht wie der Bauer die Gänse beim Mästen.»

«Die reifste Maturaklasse»

Landammann und Erziehungsdirektor Roland Inauen sprach im Dialekt zu den Maturanden, denn sie seien ihm ans Herz gewachsen, und «zu Freunden spricht man im Dialekt.» Sie seien die reifste Maturaklasse, die er je in diesem Saal gesehen habe. Nicht ohne Augenzwinkern doppelte er mit einem Zitat von Robert Walser nach: «Reife ist der unmittelbare Zustand vor der Fäulnis.»

Leidenschaft, Glück und Apéro

Roman Dörig, Präsident der Maturitätskommission, machte den Jugendlichen Mut, auf ihr Herz zu hören: «Machen Sie das, wofür Sie Leidenschaft empfinden, das wird Sie sicher glücklich machen.» Schliesslich entliess er die ehemaligen Gymischülerinnen und -schüler mit Benjamin Franklins «Bier ist der Beweis, dass Gott uns liebt und will, dass wir glücklich sind» zum Apéro.