Auf Wilhelm Tells Spuren

Die 19jährige Larissa Bösch fährt zweigleisig – mit Erfolg. Ende Februar gewann sie Gold an den Schweizer Meisterschaften Luftgewehr 10 m mit der Gruppe. Im Januar gab es Bronze bei den Junioren.

Beat Lanzendorfer
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Larissa Bösch an ihrem Arbeitsplatz auf dem Grundbuchamt der Gemeindeverwaltung Ebnat-Kappel. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Larissa Bösch an ihrem Arbeitsplatz auf dem Grundbuchamt der Gemeindeverwaltung Ebnat-Kappel. (Bild: Beat Lanzendorfer)

SCHIESSEN. Letzteres gelang ihr bei den nationalen Titelkämpfen im Armbrustschiessen. Die Luftgewehrsektion Ebnat-Kappel verfügt zurzeit über einen herausragenden Nachwuchs. Beste Beispiele sind Mirjam Künzli (siehe Toggenburger Tagblatt vom 10. März) und Larissa Bösch. Die beiden 19-Jährigen eroberten zusammen mit Nina Suter aus Gossau am 28. Februar die Goldmedaille an den Schweizer Meisterschaften Luftgewehr 10 m.

Mit elf Jahren begonnen

Die Leidenschaft zum Schiessen hat Larissa Bösch vor acht Jahren entdeckt. Die Luftgewehrsektion Ebnat-Kappel hat damals ein Schiessen organisiert, an dem auch viele Schulklassen mitgemacht haben. Nachdem auch im nachfolgenden Ferienpass «Schiessen» im Kursprogramm stand, hat es die damals Elfjährige definitiv gepackt. «Es bereitet einfach mega Spass. Mir gefällt die Atmosphäre im Schiesskeller. Dazu gehört auch das Zusammensitzen nach dem Schiessen. Es ist ein Eintauchen in eine andere Welt», erzählt die talentierte Schützin. Viermal in der Woche ist die kaufmännische Angestellte in Ausbildung – ihr Lehrbetrieb ist die Gemeinde Ebnat-Kappel, wo sie aktuell auf dem Grundbuchamt arbeitet – zu Trainingszwecken im Schiesskeller anzutreffen. «Zweimal wird mit dem Luftgewehr trainiert, zweimal kommt die Armbrust zum Zug. Jedes Training dauert rund eineinhalb Stunden, wobei ich mit dem Luftgewehr rund 60 bis 80 Schuss abgebe, mit Tells Geschoss sind es dann 30 bis 50 Pfeile.»

Abschlussprüfung hat Priorität

Bei so viel Trainingseifer kommt automatisch die Frage nach den weiteren Ambitionen: «Im Herbst, wenn die neue Saison beginnt, komme ich altershalber zur Elite. Dort wird die Konkurrenz noch grösser sein. Vorerst möchte ich mich aber auf die Abschlussprüfung konzentrieren. Sie hat in den kommenden Monaten Priorität.» Trotzdem nimmt sich Larissa Bösch, die auch dem Ostschweizer Nachwuchskader angehört und in den Wintermonaten zusätzliche Trainings bestreitet, auch Zeit für anderes: «Ich gehe gern ins Kino, und ab und zu in den Ausgang gehört in meinem Alter schliesslich auch dazu.»