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Für eine Textilausstellung geht Künstler Werner Meier auf Tuchfühlung mit den Felsen im Alpstein

Eine Ausstellung in Teufen zeigt Werke, die aus einer ungewöhnlichen Zusammenarbeit entstanden sind.
Karin Erni
Die Weberin Ruth Pedersen und der Künstler Werner Meier haben sich gegenseitig inspiriert. Bild: Karin Erni

Die Weberin Ruth Pedersen und der Künstler Werner Meier haben sich gegenseitig inspiriert. Bild: Karin Erni

«Pas de deux» lautet der Titel einer kommenden Ausstellung im Zeughaus Teufen. Doch anders als man vermuten könnte, geht es dabei nicht um Tanz, sondern um die künstlerische Auseinandersetzung verschiedener Sparten der Kunst und des Kunsthandwerks. Acht Weberinnen aus der Region zeigen für einmal nicht allein ihr textiles Schaffen, sondern holen sich eine Künstlerin oder einen Künstler als Partner dazu. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit soll gegenseitig befruchtend und ergänzend wirken. Gemeinsam haben sie sich ein Jahr lang auf die Ausstellung vorbereitet. Vier der ausstellenden Paare kommen aus dem Appenzellerland.

Alpstein als Inspirationsquelle

Die Herisauerin Ruth Pedersen ist gelernte Textilentwerferin. Vom reinen Zeichnen und Entwerfen hat sie sich aufs Weben von Stoffen und deren Weiterverarbeitung zu hochwertigen Kleidungsstücken verlegt. Diese verkauft sie unter dem Label «Ruthgemacht». Für die Ausstellung in Teufen habe sie sich entschieden, Herrenhemden aus Baumwollgarn anzufertigen, sagt Pedersen. Sie hat sich für das Projekt mit dem Trogner Künstler Werner Meier zusammengetan, den sie von früheren gemeinsamen Tätigkeiten her kennt. «Wir waren uns einig, dass wir ein regionales Thema aufgreifen, und entschieden uns für den Alpstein mit seinen Gesteinsschichten. Die Farben, aber vor allem auch die Linienstrukturen im Fels in Form und Beschaffenheit sollte Inspirationsquelle sein. Passend dazu sollte der Titel «Mis Hääss» (mein Kleid) lauten.

Im «Pas de deux» zum Resultat

Als Erstes habe sie einige Stoffmuster in verschiedenen Grautönen angefertigt und Werner Meier vorgelegt, sagt Ruth Pedersen. Dieser war angetan von den Entwürfen und machte sich bald darauf auf, um im Alpstein Zeichnungen von Felsformationen anzufertigen. Dazu arbeite er direkt im Gelände, teils auf engen und steilen Wegen, so Meier. «Ich gehe gewissermassen auf Tuchfühlung mit den Felsen.» Die so entstandenen Skizzen animierten die Weberin zum nächsten Entwicklungsschritt. «Inspiriert von Werners Bildern integrierte ich die Zeichnungen in meine Weberei», erklärt Ruth Pedersen. «Mit einem Pinsel übertrug ich die Strichzeichnung der Felsstruktur mit Textilfarbe auf die aufgezogene Kette, legte nach dem Trocknen die Schussfäden ins Fach und so entstand nach und nach ein Gewebe mit der Farbigkeit des Felsens.» Nach mehreren Versuchen mit unterschiedlichen Webtechniken und Schnitten sind die beiden mit dem Resultat zufrieden. «Das Hemd gefällt mir sehr», sagt Meier und schlüpft gleich hinein, um für das Foto zu posieren.

Die Rote Kette

Im Jahr 2004 gründeten einige Mitglieder der Interessengemeinschaft Weben Schweiz die Regionalgruppe Bodensee. Ein kleines Team daraus befasst sich intensiver mit Webprojekten. Eine erste thematische Aufgabe war eine Arbeit mit dem Thema «Rote Kette». Dieser Name blieb der Arbeitsgruppe erhalten. Die Gruppe trifft sich regelmässig abwechselnd in Weinfelden und in Bühler. Sie will gemäss eigenen Angaben das uralte Handwerk Weben ernsthaft, aber zeitgemäss pflegen. «Wir lassen uns herausfordern durch webtechnische Probleme, durch Material, durch Farben und gestalterische Themen. In diesem Sinn wollen wir das Wissen und die Ehrfurcht vor dem alten Handwerk bewahren und weiter geben.» Die Gruppe hat bereits zwei Ausstellungen realisiert. Die dritte wird vom 24. August bis 1. September im Zeughaus Teufen stattfinden. (ker)

Hinweis: Vernissage: Samstag 24. August, Finissage: Sonntag, 1. September; die Ausstellung ist täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

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