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Auf Spurensuche der Reformation

Ökumenische Gemeindereise
Käthy Reimer
Die Reisegruppe befindet sich auf der Suche nach Spuren des Reformators Martin Luther. (Bild: PD)

Die Reisegruppe befindet sich auf der Suche nach Spuren des Reformators Martin Luther. (Bild: PD)

Um Spuren der Reformation zu finden, die vor 500 Jahren ihren Lauf nahm, organisierte Pfarrer Jeremias Treu eine ökumenische Gemeindereise zu den geschichtsträchtigsten Orten in Deutschland. Die erste Station war Erfurt, wo die Gruppe im Augustinerkloster Unterkunft fand.

Hier bat 1505 Martin Luther als 22-jähriger Jurastudent um Einlass. Er unterwarf sich den strengen Regeln des Ordens und wurde Mönch. Eine herzliche und begeisterte Stadtführerin, die der Gruppe für zwei Tage zur Verfügung stand, konnte mit ihren interessanten Ausführungen die Zuhörer in Bann ziehen. In Erfurt mit seinen wunderschöne Bauten, Kirchen und Plätzen hat auch Luther seine Spuren als Bettelmönch und später als Reformator hinterlassen. Die Reiseleiterin wurde nicht müde, ihre Gäste immer wieder auf wissenswerte Begebenheiten aufmerksam zu machen. Am zweiten Tag stand die Wartburg auf dem Programm. Hier war Luther 1521, als über ihn die Reichsacht verhängt wurde, von Kurfürst Friederich dem Weisen in Schutzhaft genommen worden. Eine Sonderausstellung zeigte viele Zeitzeugen, Schriften, Bilder und auch das von Luther handschriftlich übersetzte Neue Testament.

In Eisenach gab es nicht nur Spuren von Luther, der hier die Schule besuchte, auch das Johann-Sebastian-Bach-Haus war zur Besichtigung geöffnet. Selbst eine Kostprobe von Bachs Musik, gespielt auf alten Instrumenten, wurde angeboten. Nach der dritten Nacht im Kloster ging die Reise weiter nach Eisleben, wo Martin Luther am 10. November 1483 geboren wurde. Hier hielt er sich auch im Februar 1546 auf der Durchreise auf, wo er am 18. Februar im 63. Lebensjahr starb. Die letzte Station der Spurensuche begann am Samstagabend in Wittenberg. Hier lebte und wirkte Luther seit 1514 nicht nur als Mönch und Universitätsprofessor, sondern auch als berufener Prediger. Seine Erkenntnis der Sündenvergebung «allein aus Gottes Gnade» gab ihm den Anlass, am 31. Oktober die 95 Thesen gegen den Ablasshandel an das Tor seiner Stadtkirche St. Marien zu heften. So war es gegeben, dass am Sonntag auch die Gruppe Treu den Gottesdienst in dieser Kirche besuchte. In der altehrwürdigen Kirche fand ein Dankgottesdienst statt.

Nach dem herzerwärmenden, voll Dank und Freude gehaltenen Gottesdienst wurden alle Gäste eingeladen, sich auf dem Marktplatz, wo das Wittenberger Weinfest im vollen Gange war, ein Gläschen Wein zu genehmigen. Dem wurde Folge geleistet und die Freude und Dankbarkeit löste ein gemütliches Beisammen sein aus. Nicht alles, was Wittenberg im Jubiläumsjahr den Besuchern anbietet, konnte an diesem einen Tag noch besichtigt werden. So bevorzugte die Mehrheit der Gruppe, das Haus, in dem Luther mit seiner tüchtigen Frau Katharina von Bora und seinen Kindern lebte, mit einer Führung zu besichtigen. Das ehemalige Augustinerkloster wurde zu einem offenen Haus für Studenten, Professoren und Gelehrte aus aller Welt. Gegen Abend dann noch ein Konzert in der Schlosskirche, im Brauhaus ein feines Nachtessen und schon musste man sich für die Heimreise vorbereiten.

Für die Teilnehmenden waren es intensive und interessante Tage, in denen aber auch die Gemütlichkeit und ein reger Austausch nicht zu kurz kamen.

Käthy Reimer

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