Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

«Mission B» ist im Appenzellerland angekommen

Das Schweizer Fernsehen SRF hat kürzlich eine Kampagne lanciert, welche die Biodiversität in der Schweiz fördern will. Auch hierzulande gibt es begeisterte Teilnehmer am Projekt.
Karin Erni
Sabrina Meier aus Waldstatt freut sich auf ihre Blumenwiese. (Bild: Karin Erni)

Sabrina Meier aus Waldstatt freut sich auf ihre Blumenwiese. (Bild: Karin Erni)

Über 90 000 Quadratmeter neue Lebensräume für einheimische Blumen, Bienen, Vögel und Eidechsen hat die «Mission B» des Fernsehens SRF in den ersten Tagen bereits gesammelt. Auch das Appenzellerland macht mit: Die bisher grösste Fläche hat die Familie Meier in Waldstatt eingetragen. Sie will ein Wiesenbord mit Bachanstoss naturnah pflegen.

«Wir haben bereits ein Naturparadies», sagt Sabrina Meier. «Von unserer Terrasse aus können wir fast täglich Rehe, Füchse oder Eichhörnchen beobachten.» Auch viele Vogelarten und sogar Fledermäuse seien hier zu Hause. Seit einem Jahr wohnt die Familie in ihrem Einfamilienhaus, das an ein kleines Wäldchen grenzt.

Zum Grundstück gehören mehrere hundert Quadratmeter Wiesenbord, das zu einem Bächlein abfällt. Dieses wurde früher mehrmals pro Jahr gemäht. «Als mein Mann von der Mission B im Fernsehen erfahren hat, entschloss er sich, dieses Wiesenstück anzumelden. Bereits jetzt sind zahlreiche Frühblüher auszumachen, die den ersten herumschwirrenden Bienen Nahrung bieten. Auch junge Brennnesseln spriessen an einigen Stellen schon aus der Erde.

«Wenn man diese stehen lässt, können sich zahlreiche Schmetterlingsarten daran entwickeln»

Zusätzlich habe sie Samen von Wiesenblumen eingestreut, sagt Sabrina Meier. Im kommenden Sommer wollen die Meiers die Wiese beobachten und nur eingreifen, wenn es unbedingt nötig sein sollte.

Doch auch im restlichen Garten wird die Natur gepflegt. So haben sie ein kleines Wildbienenhotel eingerichtet. In den neuen Hochbeeten soll gesundes Gemüse heranwachsen. «Wir wollen unseren Kindern zeigen, wo das Essen herkommt.»

Die Lage in der Schweiz ist ernst

Jede Sekunde verliert die Schweiz fast 0,7 Quadratmeter Grünfläche. Unser dicht besiedeltes Land steht im internationalen Vergleich besonders schlecht da. Etwa 40 Prozent aller hier natürlich vorkommenden Säugetier- und Vogelarten gelten als bedroht, bei den Reptilien sind es sogar fast 80 Prozent. Und fast jede dritte Blütenpflanze steht mittlerweile auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Hauptursache für das Verschwinden vieler Arten ist der Verlust von naturnahen Lebensräumen.

Das Fernsehen SRF will mit der Aktion «Mission B» Gegensteuer zu dieser Entwicklung geben. Analog zum Erfolgskonzept «Jeder Rappen zählt» können Naturbegeisterte im Garten oder auf dem Balkon neue Lebensräume für einheimische Blumen, Bienen, Vögel und Eidechsen schaffen. Auf der Internet-Plattform «Mission B» tragen die Teilnehmer jeden Quadratmeter Fläche ein, auf dem sie etwas für die Artenvielfalt unternommen haben. Die Flächen werden auf einer Schweizerkarte eingetragen. Diese präsentiert sich derzeit als Flickenteppich, der immer grüner und grüner wird. Im Appenzellerland ist indes noch nicht viel Farbe auszumachen. Einzig in Waldstatt, Speicher, Schwellbrunn und Teufen wurden bis jetzt Flächen angemeldet.

Was kann man selber für die Natur tun?

Grundsätzlich sind Wildpflanzen die beste Möglichkeit, um der einheimischen Fauna zu helfen. Dazu muss man nicht Grossgrundbesitzer sein. Jedermann kann etwas für die Natur tun – und sei es nur im Balkonkistchen. Aber auch ein Kräutergarten kann wertvoll sein. Man sollte die Pflanzen aber unbedingt blühen lassen, damit sie auch den Insekten Nahrung bieten.

Neben Wildpflanzen fehlen den Tieren auch Nistplätze und Versteckmöglichkeiten. Vögel wie Mehlschwalbe, Mauer- und Alpensegler, Hausrotschwanz und Star profitieren von einem geeigneten Kasten. Dazu informiert die Schweizer Vogelwarte. Auch für die gefährdeten Fledermäuse können an sonnigen Wänden und Balkonen Kästen montiert werden. Tipps dafür gibt es bei der Stiftung Fledermausschutz. Wasserflächen, Hecken, Ast- und Steinhaufen sind weitere Möglichkeiten, Tieren Lebensraum Unterschlupf zu bieten.

Was oft vergessen geht: Biodiversität ist auch für den Menschen wichtig, denn sie sorgt für sauberes Wasser, Nahrung, Sauerstoff, medizinische Wirkstoffe und bietet uns Erholungsraum.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.