Auf Kantons- und Gemeindeebene: Deutliches Ja zum Bahnhof Herisau

Die Herisauerinnen und Herisauer sprechen sich deutlich für die Vorlage «Bahnhofplatz mit Bushof» aus. 4467 der Stimmbeteiligten legten ein Ja in die Urne, 1212 votierten mit Nein. Auch die kantonale Vorlage zur Kreiselverschiebung wird vom Ausserrhoder Stimmvolk mit einem Ja-Anteil von 68,6 Prozent angenommen. Damit kann in Herisau ein neuer Bahnhof entstehen.

Alessia Pagani
Drucken
Teilen
Die Planungen beim Bahnhof Herisau können weitergehen. 4467 der Herisauer Stimmbeteiligten sprechen sich für einen neuen Bahnhofplatz mit Bushof aus, 1212 sind dagegen. Auch die kantonale Vorlage zur Kreiselverschiebung wird vom Ausserrhoder Stimmvolk mit 15082 Ja- zu 6880 Nein-Stimmen angenommen.

Die Planungen beim Bahnhof Herisau können weitergehen. 4467 der Herisauer Stimmbeteiligten sprechen sich für einen neuen Bahnhofplatz mit Bushof aus, 1212 sind dagegen. Auch die kantonale Vorlage zur Kreiselverschiebung wird vom Ausserrhoder Stimmvolk mit 15082 Ja- zu 6880 Nein-Stimmen angenommen.

David Scarano

Die Herisauerinnen und Herisauer nehmen die Vorlage «Bahnhofplatz mit Bushof» deutlich an. Rund 78,8 Prozent oder 4467 der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sprechen sich für den Bruttokredit von 40,88 Millionen Franken aus, 21,3 Prozent oder 1212 Stimmbeteiligte dagegen. Die Stimmbeteiligung lag bei 56,4 Prozent.

Das klare Ergebnis erstaunt wenig. Im Vorfeld der Abstimmung wurden kaum Stimmen laut gegen das Vorhaben. Das Pro-Komitee, das über 200 Personen zählt und in dem Vertreter aller Parteien mitwirkten, hatte im Vorfeld der Abstimmung mit Flyern und Infoveranstaltungen für die Bahnhofserneuerung geweibelt. Und auch die Gemeinde hatte sich volksnah gezeigt und ihre Kommunikation verstärkt. Immer wieder wurde die Notwendigkeit eines Bahnhofumbaus betont.

Auch kantonale Bahnhofsvorlage unbestritten

Auch die zweite, kantonale Bahnhofsvorlage - die Anpassung der kantonalen Strasseninfrastruktur am Bahnhof Herisau (Kreiselverschiebung) - wird von den Ausserrhoderinnen und Ausserrhodern mit 15082 zu 6889 Stimmen angenommen. Der Ja-Anteil liegt damit bei rund 68,6 Prozent. 59,7 Prozent der Ausserrhoder Stimmberechtigten machten von ihrem Stimmrecht Gebrauch.

Diese Vorlage bildete die Grundlage für den Bahnhofumbau. Erst mit der geplanten Kreiselverschiebung wird genügend Platz für einen neuen Bushof geschaffen.

Sämtliche Ausserrhoder Gemeinden sprachen sich für die Anpassung der Strasseninfrastruktur am Herisauer Bahnhof aus. Der Ja-Anteil bewegte sich zwischen 53,3 Prozent in Hundwil und 71,7 Prozent in Waldstatt, Teufen und Rehetobel. Der grösste Ja-Anteil resultierte allerdings, wenig verwunderlich, in Herisau. Dort sprachen sich 78,4 Prozent der Stimmbeteiligten für die Kreiselverschiebung aus. In der Hinterländer Gemeinde lag die Stimmbeteiligung mit 56,6 Prozent unter dem kantonalen Durchschnitt.

Solidarität unter den Gemeinden hat gegriffen

Herisaus Gemeindepräsident Kurt Geser zeigt sich erfreut über das deutliche Ergebnis: «Wir sind sehr zufrieden. Vor allem das Ja aus allen Ausserrhoder Gemeinden ist ein Zeichen der gestärkten Solidarität. Für dieses weitsichtige Votum für eine umfassende Mobilität danken wir.» Ebenfalls erfreulich sei, dass sich die Herisauer so klar für den neuen Bahnhofplatz mit Bushof ausgesprochen hätten. «Damit anerkennen sie die über zehnjährige Projektarbeit», so Geser.

Auch Regierungsrat Dölf Biasotto ist «sehr zufrieden» mit dem Ergebnis. «Es ist ein wichtiges Zeichen und ein starkes Bekenntnis zum öffentlichen Verkehr», so der Vorsteher des Departementes Bau und Volkswirtschaft. Gemäss Biasotto verkehrt 50 Prozent des öffentlichen Verkehrs in Ausserrhoden auf den Strassen. «Bus- und Bahnhof Herisau haben einen sehr hohen Stellenwert im Kanton. Die Anpassung der Strasseninfrastruktur macht den Weg frei für den modernen Bushof.» Zudem habe Herisau und das Bahnhofareal über die Gemeindegrenzen hinweg eine grosse volkswirtschaftliche Bedeutung.

Positiv wertet Biasotto das Ja aus allen Gemeinden und Kantonsteilen. «Die Abstimmung hat gezeigt, dass die Solidarität unter den Gemeinden existiert und dass sie bei einem solchen Projekt greift.» Dass die Zustimmung so deutlich war, sei nicht zuletzt den Gemeinden zu verdanken. «Sie haben gute Arbeit gemacht. Gemeinsam mit den Medien haben sie es erreicht, in der Bevölkerung Klarheit über die Vorlage und deren Notwendigkeit zu schaffen.»

Bauplanauflage wohl im November

Durch die Annahme beider Vorlagen kann der Bahnhof in den kommenden Jahren neu gestaltet werden. Wie die Gemeinde mitteilt, wird als nächster Schritt in den kommenden Wochen die Ausschreibung der Projektleitung durchgeführt. Voraussichtlich im November wird die Bauplanauflage für den Bahnhofplatz mit Bushof erfolgen.

Ziel der Gemeinde ist es, spätestens im Frühling 2021 die externe Projektleitung einsetzen zu können. Bis dahin werde die Projektorganisation der Gemeinde aktualisiert und die Umsetzung weiter vorbereitet. Soweit möglich und vertretbar wurden in der Vergangenheit bereits koordinierende Arbeiten mit den Bauprojekten des Kantons sowie der weiteren Partner am Bahnhof begonnen. Diese sollen nun aktiver vorangetrieben werden.

Mehr zum Thema

Zweiter Wahlgang in St.Gallen und Wil, wer in den Stadtparlamenten zugelegt und wer die Kampfwahlen geschafft hat: Alle Resultate und Reaktionen zu den Gemeindewahlen und Abstimmungen in der Ostschweiz

Die Stimmberechtigten des Kantons St.Gallen haben am 27. September ihre Gemeindebehörden gewählt. Zudem hat das Ostschweizer Stimmvolk über mehrere Sachvorlagen entschieden. Wir haben alle Resultate aus den acht Wahlkreisen, die Reaktionen und Einschätzungen. Alles zum Superwahlsonntag in der Übersicht und im Ticker zum Nachlesen.
Linda Müntener