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Auf gehts zur Klugschissrunde

Brosmete
Lars Syring

Olli hatte uns in ein Camp eingeladen. Die gesamte Belegschaft des Instituts für Lebenstauglichkeit war mitgekommen. Viele Jugendgruppen kamen an der Elbe zusammen, boten gegenseitig Workshops und Diskussionsgruppen an.

Ich hatte mich nach dem Mittagessen in den Schatten vor ein Zelt gesetzt und wollte friedlich ein bisschen vor mich hin dösen. «Ein bisschen nachdenken», wie mein Schwiegervater das später nennen würde. Kurz danach setzte sich Sven mit seiner Ukulele neben mich. «Horch mal», sagte er. Und dann schrammelte er Leonard Cohens «Halleluja» auf seiner Ukulele und sang dazu.

«Ah», raunte ich und hielt die Augen geschlossen. Sven hörte nicht auf. Offenbar hielt er mich für einen willenlosen Zuhörer. Er spielte weiter. Sein gebrochenes Halleluja. Irgendwann kam Thilo vorbei. «Wohin des Weges, holder Jüngling», fragte ihn Sven. «Ich dreh jetzt mal ne Runde und guck mir an, was die heute für Workshops anbieten. Und dann sage ich denen, was sie alles besser machen können.»

«Ah, du drehst ne Klugscheissrunde?»«Ja», sagte Thilo und grinste. Kurze Zeit später kam er schon wieder an unserem Zelt vorbei. «Was ist los», fragte ich ihn. «Schon fertig?» «Ja. Hm.» Er blickte zu Boden und kickte mit dem Fuss ein Stückchen Papier weg. «Die fangen alle erst in einer halben Stunde an.» «Dann war das ja ne kurze Klugscheiss­runde», grinste ich ihn an. «Ja. Manchmal verliert man. Und manchmal gewinnen die anderen.» «Ja, so ist das.»

Lars Syring

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