Auf flottem Entwicklungskurs

Eine rege Bautätigkeit kennzeichnet derzeit die Gemeinde Stein. Das macht sich in mancherlei Hinsicht bemerkbar, wie an der öffentlichen Orientierungsversammlung offenkundig wurde.

Martin Hüsler
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Stein. Wer von der Gmündentobelbrücke Richtung Stein fährt, registriert im nördlichen Dorfbereich einen augenfälligen Zuwachs an Wohnbauten. Er ist signifikant für die Entwicklung, die Stein im Gefolge einer Zonenplanänderung gegenwärtig auszeichnet. «Die Bautätigkeit in unserer Gemeinde hat im Jahr 2009 einen eigentlichen Höhepunkt erreicht. Eine sehr grosse Zunahme verzeichnet insbesondere der Bereich Wohnbauten…», wird denn auch im Amtsbericht 2009 auf dieses Faktum eingegangen.

Spürbare Auswirkungen

Man habe weiterhin ein gesundes Wachstum im Auge, wolle aber auf keinen Fall zur blossen Schlafgemeinde absinken, legte Gemeindepräsident Fritz Leirer an der öffentlichen Orientierungsversammlung zur Jahresrechnung 2009 vom letzten Mittwoch ein Bekenntnis zu einer prosperierenden Kommune mit blühendem Vereinsleben ab.

Dank des Zuzugs neuer Einwohnerinnen und Einwohner resultierte unter dem Strich ein ergiebigerer Steuerertrag, obwohl der Steuersatz von 4,1 auf 3,8 Einheiten gesenkt worden war. Markant höher fielen namentlich die Separatsteuern (Grundstückgewinnsteuer, Handänderungssteuer) aus. Die gestiegene Bautätigkeit brachte der Verwaltung aber insofern auch Mehrarbeit, als die Zahl der Verschreibungen von 130 auf 300 anwuchs.

Brückenfest in Sicht

In einem Ausblick in die Zukunft richtete Fritz Leirer den Fokus zunächst auf die nach einer nicht immer unproblematisch verlaufenen Sanierung wieder begehbaren Haggenbrücke. Bald wird der Deckbelag eingebracht, und Stütze 5 harrt noch der Abschlussarbeiten. Auf den 24. April ist ein grosses Brückenfest angesetzt; detaillierte Hinweise dazu gibt's im Internet über www.stein-ar.ch. Demnächst beginnen die Sanierungsarbeiten am Strassenstück Würzen-Sägenhüsli.

Eingebracht wird in Kürze auch der Deckbelag auf der Strasse Richtung Gmündentobelbrücke. Die Sanierung der Brücke selbst erstreckt sich über drei Saisons, wobei sich Verkehrsbehinderungen nicht umgehen lassen.

Post ist am Sparen

Wenig Freude bereite die im Zuge der Sparbemühungen von der Post verfügte Schliessung der Aussenbriefkästen im Rämsen, im Berg, im Sägehüsli und in der Langenegg, wie Fritz Leirer weiter ausführte. Künftig müssten die Briefträger die auszutragende Post in Teufen abholen.

Auf eine geharnischte Intervention bei der Swisscom sei es ihm gelungen, die einzige Telefonkabine im Dorf zu «retten».

Der Gemeindepräsident sprach sich für eine gemeinsam mit Hundwil anzustrebende bessere Nutzung der Quelle in der Mühle aus. Die Wasserqualität sei hervorragend, und es ergäbe sich die Möglichkeit, Teufen, Gonten und Haslen, von wo bereits Interesse signalisiert worden sei, zu beliefern. Voraussetzung sei ein Vertrag mit Hundwil.

Ersatz für Dorfscheune?

Gedanken macht man sich bezüglich der baufälligen Dorfscheune. Ein ans Mehrzweckgebäude anschliessender Neubau werde als Vision angedacht, meinte der Gemeindepräsident. Aus der Versammlung gab ein Votant zu bedenken, dass man die Entwicklung beim Altersheim und bei der Oberstufe im Auge behalten sollte. Allenfalls ergebe sich dort freier Raum für die Bedürfnisse, die man mit einem Ersatz für die Dorfscheune abzudecken hoffe.

Zur Diskussion gestellt wurde auch eine Variante, die anstelle der Dorfscheune ein neues Altersheim vorsieht, unter gleichzeitiger Umnutzung des bisherigen Altersheims für Vereinszwecke.

Im Steiner Gemeinderat ist man aber der Ansicht, dass es nun an der Zeit wäre, das Problem Dorfscheune einer befriedigenden Lösung entgegenzubringen.

Von anderer Seite hiess es, der Blick in die Zukunft lasse ausserdem erwarten, dass im Zusammenhang mit der vom Kanton angestrebten Zusammenlegung der Oberstufen das letzte Wort noch nicht gesprochen sei und man deshalb nicht schon jetzt auf frei werdenden Schulraum aspirieren sollte.

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