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Auf einen Kaffee mit Inge Schmid im Café Böhli

BÜHLER. Weil Inge Schmid (52) als gelernte Bäuerin von Brot über Kuchen bis hin zu Guezli alles selber backt – sie ist auch im Kochbuch der Appenzeller Frauen prominent vertreten –, zählt sie sich selbst nicht zu den guten Kunden des Café Böhli in Bühler.

BÜHLER. Weil Inge Schmid (52) als gelernte Bäuerin von Brot über Kuchen bis hin zu Guezli alles selber backt – sie ist auch im Kochbuch der Appenzeller Frauen prominent vertreten –, zählt sie sich selbst nicht zu den guten Kunden des Café Böhli in Bühler. Es sei aber ein Ort, an dem sie ab und an ein Geschenk besorge und an dem man sich sehr gut für eine kurze Besprechung treffen könne. Und so führt sie für das Interview auf direktem Weg aus ihrem Büro hin zu besagtem Café.

Inge Schmid lebt seit 1997 in Bühler – und sie liebt ihr Dorf. Würde ein Gemeinschaftsanlass auf die Beine gestellt, so nähmen stets viele Bühlerinnen und Bühlerer daran teil. Der grosse Zusammenhalt untereinander könnte gemäss Inge Schmid vorbildlich sein für andere Gemeinden. Auch würden in Bühler viele Bürgerinnen und Bürger das politische Geschehen interessiert verfolgen. Dass es dabei auch zu Streitereien kommen kann, ist für Schmid vergleichbar mit einer grossen Familie. Auch dort herrsche nicht immer Harmonie, und man müsse sich in der Diskussion finden. «Mir ist lieber, wenn Klartext gesprochen, als wenn hinter vorgehaltener Hand getuschelt wird», sagt die Regierungsratskandidatin.

Früh geheiratet

Aufgewachsen ist Inge Schmid zusammen mit fünf Geschwistern in Alt St. Johann im Obertoggenburg. Der Vater arbeitete als Bauschreiner und später als Schulhauswart. Die im gleichen Haus lebenden Grosseltern hatten sich der Landwirtschaft gewidmet. Aufgrund der persönlichen Erfahrung, für die Sekundarschule ins nahe gelegene Wildhaus fahren zu müssen, kann sie den heute vielerorts diskutierten Oberstufenzusammenführungen nichts Negatives abgewinnen.

Nach der Schulzeit folgte die klassische Bäuerinnenausbildung. Bereits mit 19 Jahren heiratete Inge Schmid. «Es passt immer noch hervorragend», sagt sie lachend. Nach der Heirat zog Schmid mit ihrem Mann nach Oberegg, 1997 folgte beruflich bedingt – Schmids konnten den Pachtbetrieb auf der Hohen Buche übernehmen – der Umzug nach Bühler. Aus ihrer Ehe stammen vier Kinder, alle sind bereits wieder verheiratet; neun Grosskinder beleben die Familie.

Politik interessiert Inge Schmid, nicht zuletzt dank eines Sekundarschullehrers, bei dem oftmals politische Themen diskutiert worden seien, bereits seit Jugendjahren. Zu ersten grösseren Engagements kam es dann in Oberegg: Sie wurde Präsidentin des Bäuerinnenverbandes AI, später Vorstandsmitglied in der neu gegründeten Bauernvereinigung Oberegg, danach Präsidentin des schweizerischen Bäuerinnenverbandes. 1996 hat sie die SVP AI mitbegründet. Mit dem Umzug nach Bühler folgte der Übertritt zur SVP AR. 2002 wurde sie in den Gemeinderat gewählt, seit 2004 präsidiert sie diesen. Seit Jahren wirkt sie zudem im Vorstand der Gemeindepräsidienkonferenz AR mit. Vor zwei Jahren schliesslich hat Schmid aufgrund politischer Vorkommnisse entschieden, mit der Ausbildung zur Rechtsagentin zu beginnen; abschliessen will sie diese im kommenden Jahr.

Politisches Vorbild

Als politisches Vorbild nennt Inge Schmid die St. Galler FDP-Regierungsrätin Karin Keller-Sutter. Diese Frau treffe schnelle, manchmal auch unkonventionelle Entscheide, begründet sie. «Egal, welche politische Richtung man hat, bei ihr weiss man, woran man ist.»

In ihrer Freizeit ist Inge Schmid, wie eingangs erwähnt, leidenschaftliche Bäckerin und Konditorin. Auch liebe sie es, Kühe zu putzen. Bei diesen beiden Hobbies könne sie mit den Händen arbeiten und die Seele baumeln lassen. Skifahren, Wandern und Velofahren pflegt sie ebenfalls.

Zum Schluss noch dies: Was würde sie aus ihrem heutigen Büro nach Herisau mitnehmen? «Die Bilder von meiner Familie und auch ein Bild von Bühler.» Wie hat sie Weihnachten und Neujahr gefeiert? «In der Familie. Speziell war, dass wir kurz vor Weihnachten ein Grosskind bekamen und Heiligabend mit einem Neugeborenen feiern durften.» Wie gerne steht Inge Schmid im Mittelpunkt? «Ich stehe dann gerne im Mittelpunkt, wenn ich auf gleicher Ebene mit den Leuten reden kann.» Was war die letzte persönliche, materielle Anschaffung? «Kleider.» Was ärgert sie an sich selbst am meisten? «Dass mir spontan nicht immer die treffende Antwort in den Sinn kommt.» Was bedeutet für sie Glück? «Dazu gehören die Familie und das persönliche Umfeld, kurz: unser aller Daheim in diesem wunderschönen Kanton.»

Roger Fuchs

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