Auf drei weiteren Strassen im Gaiser Dorfkern soll bald Tempo 30 gelten

Petitionäre fordern eine Tempobegrenzung im Bereich Gaiserau. Ein Gutachten sieht die Grundlagen für gegeben.

Mea McGhee
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Mit einer Begrenzung auf 30 Stundenkilometer soll in Gais die Sicherheit für Fussgänger verbessert werden.

Mit einer Begrenzung auf 30 Stundenkilometer soll in Gais die Sicherheit für Fussgänger verbessert werden.



Bruno Kissling / OLT

Die Strasse vom Grüt bis zum Rose-Kreisel in Gais ist schmal und hat kein Trottoir. Sie wird von vielen Kindern als Schulweg genutzt und auch Wanderer gehen hier entlang. Im Herbst 2019 reichten Anwohner eine Petition mit 46 Unterschriften ein, mit der Forderung, eine Tempo-30-Zone auf dieser Gemeindestrasse einzurichten. Die Petitionäre begründen ihr Anliegen mit dem zunehmenden Verkehr auf dem Strassenabschnitt. Insbesondere würden aufgrund der Erweiterung der Industrie Forren mehr Lastwagen fahren. Dies gefährde Kinder und Fussgänger, so der Petitionstext. Aktuell gilt hier Tempo 40.

Verkehrszählung und Tempomessung für Gutachten

Im Oktober und November 2019 wurden im Rahmen eines Gutachtens Verkehrszählungen und Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen, um abzuklären, ob eine Tempobeschränkung nötig, zweck- und verhältnissmässig wäre. Der Gemeinderat hat gestützt auf das Gutachten entschieden, die Tempo-30-Zone auf die Gaiserau-West (Einmündung Langgasse bis Rose-Kreisel) sowie auf die Rhän- und Forrenstrasse zu erweitern.

Bis zu 23 km/h zu schnell unterwegs

Die Mehrheit der Fahrzeuglenker habe sich an die Tempolimiten gehalten, so Gemeindepräsident Ernst Koller. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei den zwei Messstellen zwischen 26 und 32 km/h. Das schnellste Fahrzeug war mit 63 km/h unterwegs.

Die eingeschränkte Sicht bei Einfahrten von einigen Privatgrundstücken sei ein Hauptgrund für die Temporeduktion, so Ernst Koller. Da für die Teilnehmenden des Langsamverkehrs keine eigenen Verkehrsflächen zur Verfügung stehen, würde ihre Sicherheit durch langsamer verkehrende Fahrzeuge verbessert.

Einsprachefrist läuft

Die Einsprachefrist läuft bis am 19. März. Gibt es keine Einsprachen – oder sind solche bereinigt – entscheidet der Kanton über die Einführung der neuen Tempo-30-Zone in Gais. Wann die Umsetzung erfolgen würde, kann Ernst Koller nicht sagen.

In Tempo-30-Zonen gilt generell Rechtsvortritt. Entsprechende Bodenmarkierungen bei Kreuzungen müssten angebracht werden. Weiter würde an einigen Stellen «Zone 30» auf die Fahrbahn aufgetragen und neue Signaltafeln angebracht.