Auf des Bibers Spuren

Am Freitagabend, 12. Juni, konnte der Naturschutzverein Ebnat-Kappel und Nesslau fast dreissig interessierte Naturfreunde zur Exkursion Biber begrüssen.

Ruth Jenni
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Ob die Teilnehmer der Exkursion einen Biber beobachten? (Bild: pd)

Ob die Teilnehmer der Exkursion einen Biber beobachten? (Bild: pd)

Am Freitagabend, 12. Juni, konnte der Naturschutzverein Ebnat-Kappel und Nesslau fast dreissig interessierte Naturfreunde zur Exkursion Biber begrüssen.

Biberexperte Andreas Meyer führte die Gruppe von Ebnat-Kappel thurabwärts zum Bau der Biber auf Wattwiler Boden und erzählte Faszinierendes über das Leben und Verhalten der grossen Nager. Der Biber wurde vor 200 Jahren in der Schweiz ausgerottet. Vor einigen Jahrzehnten hatte man das schöne Tier wieder angesiedelt und unter Schutz gestellt. Inzwischen zählt man 2000 Tiere. Erste Spuren entdeckte man hier 2002 und seit 2009 ist er wieder ansässig. Mindestens zweimal wurden Jungtiere aufgezogen. Der Biber ist ein reiner Pflanzenfresser, frisst Gräser, Kräuter, Blätter und Zweige. Da er keinen Winterschlaf macht, legt er sich im Herbst einen Vorrat von Baumrinde und Ästen an. Sein Revier beträgt je nach Nahrungsangebot zwischen einem halben und vier Kilometer. «Unsere» Biber holen sich die Nahrung hauptsächlich flussaufwärts, was ihnen mit der Strömung einen leichteren Transport zum Bau erlaubt. Kurz vor 9 Uhr abends zeigten sich die mit Spannung erwarteten Biber. Zuerst entdeckten wir ein Alttier, erkennbar, weil es tief im Wasser liegt. Und kurz darauf wagte sich ein zweijähriges Junges aus seinem Bau. Andreas Meyer zeigte Äste mit Frassspuren. Auch an denen erkennt er, ob sie von einem Alt- oder einem Jungtier bearbeitet wurden. Im Bau leben meist zwei Generationen. Im Alter von zwei bis drei Jahren müssen sich die geschlechtsreifen Jungen ein neues Revier suchen. Zwischen Neuzuwanderern, Jungtieren oder Eltern können heftige Revierkämpfe stattfinden. Dankbar für die Tierbeobachtung und die interessanten Erläuterungen verabschiedeten wir uns von Andreas Meyer.