Auf der Suche nach Gold-Rush-City

Die Jungwacht Kirchberg verbrachte ihr Sommerlager auf der Suche nach Gold-Rush-City im Berner Oberland. Am Donnerstag, 9. Juli, versammelten sich 30 mutige und abenteuerlustige Jungwächtler mit ihren Eltern in der Katholischen Kirche zum Aussendegottesdienst.

Kutscher Terry Allrad (thomas Huber)
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Die Jungwächtler aus Kirchberg blicken auf ein ereignisreiches und spannendes Sommerlager zurück. (Bild: pd)

Die Jungwächtler aus Kirchberg blicken auf ein ereignisreiches und spannendes Sommerlager zurück. (Bild: pd)

Die Jungwacht Kirchberg verbrachte ihr Sommerlager auf der Suche nach Gold-Rush-City im Berner Oberland.

Am Donnerstag, 9. Juli, versammelten sich 30 mutige und abenteuerlustige Jungwächtler mit ihren Eltern in der Katholischen Kirche zum Aussendegottesdienst. Katechetin Monika Oberholzer segnete die Schar und wünschte viel Erfolg. Sechs Aussteiger – namentlich Bürgermeister Bobby Andermacht, Goldgräber Gold McNugget, Sheriff Speedy Rungun, Farmer John Deere, Banker James Miller und Kutscher Terry Allrad – erzählten in einem kurzen Theaterstück, dass sie ein altes Buch gefunden hätten, in welchem geschrieben sei, dass die Jungwacht Kirchberg vor Dutzenden Jahren im Berner Oberland eine Goldgräberstadt hatte. Da der genaue Ort jedoch nicht bekannt war, nahm Bobby Andermacht mit vier Jungwachtleitern der damaligen Zeit Kontakt auf und erhielt vier verschiedene Karten. So traten wir die Reise an.

Koordinaten mit Licht gemorst

Mit Bus und Zug fuhren wir nach Spiez, wo wir uns in vier Gruppen aufteilten. Die jüngste Gruppe fand schliesslich auf ihrem Weg eine Geisterstadt im Suldtal, worin ein alter Mann lebte. Er erzählte, dass er der einzige hier sei. Am liebsten wollten die Jüngsten gleich bleiben und die alte Stadt selber wieder aufbauen. Der alte Mann erklärte, dass wir alleine keine Chance hätten, es gebe viel zu tun und einige Goldquellen seien auch noch vorhanden. Da kein Handyempfang vorhanden war, setzten wir unsere Wanderung bis zur Alp Schlieri fort. Nach Sonnenuntergang morsten wir mit kurzen und langen Lichtintervallen die Koordinaten von Gruppe zu Gruppe weiter.

Besuch in der Geisterstadt

Nach einer kurzen und eiskalten Nacht trafen sich bis am Mittag alle Gruppen in der Geisterstadt. Der alte Mann empfing die einzelnen Gruppen und war sichtlich über die Verstärkung erfreut. Der alte Mann gab an, er sei Tobi Furt und sei einst Bürgermeister gewesen. Er führte uns durch seine Stadt. Es standen bereits ein Küchenzelt, ein WC mit freier Sicht, ein weiteres grosses Zelt, ein Sarasani sowie ein Schiessstand. Ausserdem hatte Tobi Furt Kartoffeln gepflanzt und hielt zwei Schweine namens Pep und Pepper. Er selber wohnte in einem Holzhäuschen und schlief auf Stroh. Nun wurden die kleinen Schlafzelte, Dusche und ein WC-Sichtschutz aufgestellt. Am späteren Nachmittag erkundeten wir in einem Postenlauf die Umgebung des Lagerplatzes und sammelten Kartenausschnitte. Die Gruppen mit einer vollständigen Karte wurden mit Schaufeln und Pickel ausgerüstet, um den Schatz zu suchen. Diesen fand die erste Gruppe mit der Hilfe des Goldgräbers dann nach einigen Anläufen auch. Am Abend fand die erste Bürgerversammlung statt, bei welcher einige Ämtchen wie der Säuli-Chef, die Hilfssheriffs und Farmers gewählt wurden.

Lager gemeinsam aufbauen

Am dritten Lagertag (11. Juli) wurde nochmals fleissig an der Infrastruktur gearbeitet; verschiedene Spielfelder und Vorzelte wurden aufgebaut und der Schiessstand mit weiteren Motiven ergänzt. Mittlerweile sind auch die übrigen Aussteiger, Barkeeper Jack Daniels, Bandit John Longfinger und Telegraph Willfried Piep in der Stadt angekommen. Am Nachmittag wurde in einem Geländespiel um weitere Goldquellen gekämpft. Leider war nicht in jeder vermuteten Quelle auch tatsächlich Gold. Noch bevor die Sonne unterging, lud der Banker, James Miller, zum Casino ein. Jeder Teilnehmer erhielt ein Startkapital. Bei verschiedenen Spielen wie Roulette, Black Jack, Poker, Tschau Sepp oder UNO wurde gesetzt und gewonnen oder verloren. Beim Barkeeper Jack Daniels wurden Drinks genossen. Ging jemandem das Kapital aus, versuchten sie nochmals das Glück bei den restlichen, noch nicht ausgegrabenen Goldquellen.

Als das Gold geklaut wurde

Am vierten Lagertag wurden die Seilbahn und die Sauna aufgestellt und in einem Mini-OL verschiedene Talente wie Wasserspritzen, Hufeisenwerfen, Balance, Teamwork trainiert. Das Küchenteam gab am Mittag an, dass es alles Gold für den Einkauf am kommenden Tag benötige. Am Nachmittag wurde die Infrastruktur genutzt und sich im kühlen Bach abgekühlt und gestaut. Zum Tagesabschluss wurde das Lagerfeuer eingeheizt und kräftig Lieder gesungen. Plötzlich schrie das Küchenteam. Das Gold wurde geklaut und ein Teil des Zeltes umgeworfen. Sofort nahmen wir die Verfolgung auf. Durch das Schütteln des Feldweges verlor der Dieb einzelne Goldstücke und weisse Zettelchen, was es uns etwas einfacher machte, bis die Spur aufhörte. Und nun? Die Zettelchen waren auf den ersten Blick leer. Der Telegraph Willfried Piep schaute die Zettel in aller Ruhe an, sah einzelne Buchstaben und verpackte diese in ein Geländespiel für den nächsten Tag.

Eine zweitägige Wanderung

Am kommenden Morgen

(13. Juli) wurde grosszügig gebruncht und im anschliessenden Geländespiel wurden Aufgaben gelöst, um die Schnipsel zu verdienen. Erst später stellte sich heraus, dass die Zettelchen völlig durcheinander waren. Gemeinsam stellten wir die verschiedenen Puzzles zusammen. Es ergaben sich die Orte Spiez (2x), Interlaken, Aeschiried, Leissigen und Aeschi. Nun stellten wir auch fest, dass der alte Mann, Tobi Furt, von der gestrigen Wanderung nicht zurückgekehrt war. Ausserdem wurde seine Hütte komplett demoliert. So beschlossen die Aussteiger, die Schar aufzuteilen und mit einer Zweitagesausrüstung loszumarschieren. Jede Gruppe suchte am entsprechenden Ort nach Gold und kochte über dem Feuer Hörnli mit Gehacktem und Apfelmus. Lediglich die jüngste Gruppe kehrte mit wenigen Goldnuggets zum gemeinsamen Mittagessen zurück. Die Aussteiger erklärten am Abend, dass sie noch nach Interlaken gehen müssten, um Tobi Furt zu suchen. Die Älteste Gruppe übernahm zusammen mit dem Bürgermeister Bobby Andermacht die Leitung.

Selbst bemalte T-Shirts

Am Morgen des 15. Juli wurden die Lager-T-Shirts bemalt und am Nachmittag verschiedene Spiele gespielt. Am Abend kehrten schliesslich auch die Aussteiger zurück. Beim Abendessen informierten sie, dass sie Tobi Furt gefunden hätten. Er habe die Stadt verlassen, weil er das Gefühl hatte, gute Nachfolger gefunden zu haben. Da es für ihn nicht leicht war, verliess er die Stadt heimlich. Die Hütte habe nicht er demoliert. Mehrmals versuchten Banditen an sein Gold zu kommen, vielleicht auch dieses Mal? Die Teilnehmer waren vom Sport und der Sonne müde, so dass wir nochmals am Lagerfeuer zusammensassen und einige Lieder sangen.

Beim Abbruch der Hütte von Tobi Furt am 16. Juli fanden wir eine Wanderkarte mit einem Kreuzchen. So wanderten wir bis zu diesem Platz. Bereits bei der Ankunft bemerkten wir das viele Gold, welches wir in einem Geländespiel suchten und vor Banditen schützen mussten. Als nichts mehr gefunden wurde, kehrten wir auf den Lagerplatz zurück und übergaben der Küche alles Gold für den Einkauf. Nach einem kühlen Bad nahm der Bürgermeister Anklagen für das bevorstehende Lagergericht auf.

Geländespiel zum Schluss

Am 17. Juli wurden in einem Kopfgeldjäger-Geländespiel die Aussteiger im Wald gesucht. Wurden diese bezwungen, erhielt die Gruppe eine Gutschrift. Verlor sie, wurde der Herausforderer gefangen genommen und musste freigekauft werden. Am Mittag und Nachmittag wurden die Schlafzelte und die Spielfelder abgebrochen. Wenig später setzte ein kurzer Regenschauer ein. Am Abend vergnügten wir uns mit Gesellschaftsspielen am Lagerfeuer. Da die Schlafzelte abgebrochen waren, übernachteten die Teilnehmer im Sarasani und die Leiter im Küchenzelt. Am letzten Lagertag wurden blitzschnell der Sarasani, das Küchenzelt, das WC und die Dusche abgebrochen, bevor die Reise mit Zug und Bus nach Kirchberg zurückführte.

Freudig blicken wir auf ein geniales und unfallfreies Sommerlager zurück. Die Aussteiger alias die «Lääters» bedanken sich bei den Eltern für ihr Vertrauen. Ein weiterer Dank gilt namentlich David und Astrid Egger und Power Games Pius Riedweg für die zur Verfügung gestellten Fahrzeuge.

Die Jungwacht Kirchberg lädt alle Interessierten zum Lagerrückblick am 15. August um 18 Uhr im Pfarreiheim Kirchberg ein. Anmeldungen gehen an jungwachtkirchberg@gmail.com oder Valentin Bolt unter Telefon 079 287 89 95. Zudem findet von 10. bis 13. September die Aktion 72 Stunden statt.

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