Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Auf der Suche nach einer Zukunft

Geschlossene Hotelbetriebe im Toggenburg sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Während einer davon an eine Filmfirma vermietet ist, zeichnet sich für das Hotel Acker in Wildhaus trotz mehreren Interessenten kurzfristig noch keine Lösung ab.
Jesko Calderara

TOGGENBURG. Nebst dem Resorthotel in Mogelsberg und dem Kapplerhof in Ebnat-Kappel, blickt vor allem auch das Hotel Acker in Wildhaus auf eine wechselhafte Geschichte zurück. Letzteres war einst ein Aushängeschild des oberen Toggenburgs, heute hingegen ist die Bauruine an erhöhter Lager in Wildhaus für viele Einwohnerinnen und Einwohner nur noch ein Ärgernis. So war der «Acker» auch wieder einmal ein Thema an der diesjährigen Bürgerversammlung. Seit 2001 ist das ehemalige Hotel geschlossen und wartet auf eine neue Nutzung. Doch der Gemeinde sind im Umgang mit dem markanten Bau die Hände gebunden. «Wir sind nur Aussenstehende, können daher höchstens Kontakte herstellen oder vermitteln», sagt Rolf Züllig, Gemeindepräsident von Wildhaus-Alt St. Johann. Zudem habe sich die Ausgangslage mit der Annahme der Zweitwohnungs-Initiative verändert. «Ein Hotel in Kombination mit Ferienwohnungen zu bauen, wäre nicht mehr möglich», gibt er zu bedenken. Trotzdem steht für Rolf Züllig eine touristische Nutzung des Areals noch immer im Vordergrund. «Theoretisch wäre auch eine Wohnüberbauung denkbar.» Jedoch bestehe in Wildhaus mit seiner stagnierenden Wohnbevölkerung kaum Bedarf für so viel zusätzlichen Wohnraum, sagt der Gemeindepräsident. «Zumal auf dem Grundstück wohl mindestens 30 bis 40 Wohnungen errichtet werden könnten.»

Gespräche mit Interessenten

Nachdem die Idee einer Klinik geplatzt ist, kann Rolf Züllig keinen konkreten Zeitpunkt nennen, wann ein Vorhaben verwirklicht wird. «Ohne spruchreifes Bauprojekt macht es aus meiner Sicht keinen Sinn, mit jeder bestehenden Idee an die Öffentlichkeit zu treten.»

Eigentümerin der Liegenschaft ist die Primera AG mit Sitz in Grabs. «Es laufen zurzeit vielversprechende Gespräche mit Interessenten», sagt Paul Haltinner, Inhaber des Büros Haltinner Architektur in Buchs. Im Auftrag der Besitzer hat er eine Machbarkeitsstudie verfasst. Auf Details möchte Paul Haltinner zum jetzigen Zeitpunkt nicht näher eingehen. «In den nächsten Tagen oder Monaten wird bestimmt noch keine Lösung auf dem Tisch liegen.» Er sei jedoch optimistisch, dass sich mittelfristig etwas bewege.

Kein vorzeitiger Rückbau

Die Primera selber wird jedoch kein Projekt verwirklichen, sondern Investoren und Betreiber dafür suchen. «Die Grössenordnung der notwendigen Investitionen übersteigt die finanziellen Möglichkeiten der Gesellschaft», sagt Paul Haltiner. Der Standort allerdings sei einmalig und eigne sich bestens für einen Hotel-Neubau. «Es wäre schade, das Grundstück mit einer alternativen Nutzung zu überbauen.» Erschwerend komme hinzu, dass Wildhaus als Feriendestination nicht zu vergleichen ist mit anderen Orten, gibt Paul Haltinner zu bedenken. «In Flims beispielsweise hätte wohl bereits eine Käuferschaft zugegriffen.» Das Gebäude vorzeitig abzubrechen, ist jedoch kein Thema. «Ein Rückbau wird erst aktuell, wenn ein neues Konzept vorliegt», sagt er.

Auch schon lange nicht mehr übernachten Gäste im Resorthotel in Mogelsberg. Einst im Besitz der Swissair, gehört die Liegenschaft heute der Winterthurer Generalunternehmung AGOB AG. Nachdem das Hotel nach der Schliessung im Jahr 2009 geraume Zeit leer stand, ist die Immobilie seit November 2011 an die in der Design-, Film- und Fotoproduktion tätige Listery Group AG vermietet. «Die Gesellschaft besitzt einen normalen Mietvertrag mit einer längeren Kündigungsfrist», sagt AGOB-Geschäftsführer Christoph Dürmüller. Auf Eis gelegt scheinen hingegen die Pläne der Kolese (Abkürzung für Kommen, Leben, Sehen), die in Mogelsberg ihre Lebens- und Arbeitsgemeinschaft realisieren wollte. Von der Stiftung hätten sie schon längere Zeit nichts mehr gehört, erläutert Christoph Dürmüller.

Zukunft des Kapplerhofs offen

Obschon das Resorthotel zurzeit vermietet ist, wäre die AGOB laut deren Geschäftsführer nach wie vor nicht abgeneigt, die Immobilie zu verkaufen, sollten die Bedingungen stimmen. «Es ist jedoch eine grosse Anlage, für die es nicht einfach ist, einen passenden Eigentümer zu finden.» Baulich sei das Gebäude hingegen in einem sehr guten Zustand, ergänzt er.

Für überregionale Schlagzeilen sorgte letzten November die Schliessung des Hotels Kapplerhof. Dies nachdem die Betreibergesellschaft IGT Management AG Konkurs anmelden musste. Wie es mit dem Kapplerhof weitergeht, ist noch offen. Die Di Gallo-Gruppe als Besitzerin der Liegenschaft, kündigte damals an, weitere Nutzungsmöglichkeiten zu prüfen. Sie seien inzwischen mit verschiedene Kaufinteressenten in Verhandlungen, sagte Patrick Huser, Verwaltungsrat der Di Gallo-Gruppe, vor zwei Monaten (Tagblatt vom 12. Februar).

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.