Auf den Spuren eines Kriminalromans

Bea Huwiler hat die Entstehung von Mitra Devis Krimi «Der Blutsfeind» mit der Kamera dokumentiert und stellt ihren Film zusammen mit der Krimiautorin auf der BuchBühne des Appenzeller Verlags vor.

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HERISAU. Drehort: Die Druckerei des Appenzeller Medienhauses. Die Farbwalzen beginnen sich zu drehen, ein violett-blau-rot-schwarzer Papierbogen erscheint: der erste Probedruck des Umschlags von «Der Blutsfeind». Daniel Fitze, Drucktechnologe im Appenzeller Medienhaus, zieht das Blatt geübt aus der Maschine, legt es auf die hellbeleuchtete, schräge Arbeitsplatte neben dem Computer und korrigiert die Farbeinstellungen am Computer. Die Maschine nimmt Tempo auf, im Nu stapelt sich das farbige Glanzpapier.

Faszinierende Atmosphäre

Mitra Devi ist fasziniert von der Atmosphäre. Zum ersten Mal ist sie dabei, wie eines ihrer Bücher gedruckt wird. «Es ist toll zu sehen, wie es Form annimmt.» Sie liebt Maschinen, den Takt, die rhythmische Melodie. Bea Huwiler zoomt mit der Handkamera heran – eine weitere Szene für «Crime: Auf Spurensuche mit Krimiautorin Mitra Devi» ist im Kasten. Kann ein Film über die Entstehung eines Buches spannend sein? «Es ist ein Dokumentarfilm mit Spielfilmelementen, zu denen Mitra Devi das Drehbuch geschrieben hat», sagt Regisseurin Bea Huwiler. Es wäre langweilig, 50 Minuten einer Frau zuzuschauen, die in die Ferne guckt, tippt, innehält, korrigiert, ausdruckt, wieder in die Tasten hackt. Das heisst, den einsamen Schreibprozess mit allen Überarbeitungsphasen festzuhalten.

Anspruchsvolle Dreharbeiten

Hauptdarstellerin Mitra Devi fand die Dreharbeiten anspruchsvoll. Sie sei ja keine Schauspielerin und zu wenig extravertiert. Für Recherchen auf Leute zuzugehen, ist sie sich gewohnt. «Aber wenn jemand mich ständig mit der Kamera begleitet, ist das natürlich etwas anderes.» Trotzdem fand die Autorin die Arbeit spannend und kreativ. «Es war ungewöhnlich, auszusprechen, was für mich selbstverständlich ist, alles zu erklären und vieles von mir preiszugeben.» Durch den Film ist «Der Blutsfeind» für sie zu ihrem realsten, lebendigsten Buch geworden: «Meine Gedanken und Bilder wurden zum Leben erweckt. Sonst bleiben sie immer in meinem Kopf oder in den Köpfen meiner Leserinnen und Leser.» (mb)

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