Auf dem Weg zur Million stecken bleiben

Vor einigen Jahren wurde ich nach meiner liebsten Fernsehsendung gefragt. «Eine Quizshow», antwortete ich und dachte dabei an eine Sendung wie «Wer wird Millionär». Das hat sich bis heute nicht geändert.

Sabine Schmid
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Bild: Sabine Schmid

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Vor einigen Jahren wurde ich nach meiner liebsten Fernsehsendung gefragt. «Eine Quizshow», antwortete ich und dachte dabei an eine Sendung wie «Wer wird Millionär». Das hat sich bis heute nicht geändert. Gross war daher die Freude, als ich letzthin einmal Zeit hatte und gerade ein Ratespiel, nämlich 1 gegen 100, im Fernsehen kam.

Aber was ich mir während fast einer Stunde ansehen musste, war für einen Quiz-tauglichen, von Allgemeinwissen gesegneten Menschen wie mich schon fast eine Qual. «Was macht ein Koch mit einem Braten, um ihn saftiger zu machen?», lautete eine der Fragen. Ich brauchte nicht einmal die Auswahlmöglichkeiten, damit ich die richtige Antwort «Spicken» wusste. Weder «Klicken» noch «Tricken» waren richtig, doch die Kandidatin biss sich an dieser Frage schier die Zähne aus. Auch dass die Piraten und nicht die Wikinger oder die Pfahlbauer in der Schweiz eine Partei haben, war einfach zu beantworten. Eine nächste Frage war, wo am Körper Bermudas getragen werden. Die Auswahlmöglichkeiten waren Füsse, Beine und der Kopf …

Hätte ich Günther Jauchs «Wer wird Millionär» angeschaut, wären die Kandidaten nach der Beantwortung dieser Fragen wohl langsam bei der ersten Sicherheitsstufe angelangt. Aber bei 1 gegen 100 ging es um mehr Geld, das die Kandidaten aber seltsamerweise nicht gewannen, weil sie bei den aus meiner Sicht leichten Fragen scheiterten. Viel Geld, vielleicht eine Million, würde ich zwar auch gerne einmal gewinnen wollen. Aber zwei Dinge halten mich davon ab: erstens sind es zwei Paar Schuhe, ob man die Fragen zu Hause auf dem Sofa sitzend beantworten kann oder auf dem Sessel, unter Scheinwerfer schwitzend und vor laufenden Kameras. Und zweitens würde ich sicher nach dem Schmelzpunkt von Eisen oder der Definition eines Kabuki gefragt. Und da würde ich mich zweifellos blamieren und auf dem Weg zur Million auf die nächste Sicherheitsstufe herunterfallen.

sabine.schmid@toggenburgmedien.ch