Auf dem Weg zur «Energiestadt»

Nach Herisau und Speicher möchte nun auch Heiden zur «Energiestadt» werden. Die Gemeinde und das Elektrizitätswerk Heiden haben dazu bereits einige Schritte unternommen. Nun zeigt auf dem Kirchplatz ein «Energiefenster» auf, wie Energie gespart werden kann.

Susanna Schoch
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Heiden. Schweizerinnen und Schweizer verbrauchen pro Person durchschnittlich dreimal mehr Energie als die globalen Reserven zulassen. In den aktuellen Diskussionen rund um die Nachhaltigkeit der Ressourcen und den Klimaschutz nimmt das Thema Energiesparen eine massgebende Rolle ein. Energiesparen. Ein Wort, das in aller Munde ist und doch nicht fassbar scheint. Man weiss um dessen Wichtigkeit, möchte sich vielleicht auch dafür einsetzen, handeln. Was aber kann man tun? Auf dem Kirchplatz in Heiden gibt neu ein «Energiefenster» Antworten.

Am Dienstagabend informierten Markus Hilber, stellvertretender Gemeindepräsident, und Christoph Mettler, Betriebsleiter der Elektrizitätswerk Heiden AG, bei der Einweihung des «Energiefensters» über Energieeffizienz und Sparpotenzial.

Weitere Schritte geplant

Fünf Schaufenster sind es insgesamt, jedes repräsentiert ein bestimmtes Themenfeld.

Eines schildert den Weg «Heiden zur Energiestadt», zeigt auf, was die Gemeinde und die Elektrizitätswerk Heiden AG (EWH) bereits unternommen haben, was sie noch unternehmen möchten. So wies Christoph Mettler darauf hin, dass das EWH mit den Wärmeverbünden Dorf und Bissau seit Jahren auf erneuerbare Energien setze. 48 Liegenschaften seien inzwischen an das Fernwärmenetz angeschlossen.

Die Energieproduktion erfolgt aus der Abwärmenutzung der Sefar AG, einer Wärmepumpe und Holzschnitzeln. Schlüsselpositionen in diesem System könnten in Zukunft Gemeindeliegenschaften wie das Rathaus, das Zentral- oder das Gerbe-Schulhaus einnehmen; die Wärmeverbünde seien auf grössere Gebäudekomplexe angewiesen. Um die Energieeffizienz nachhaltig zu steigern, müssten aber alle an einem Strick ziehen – vom Nutzer über den Besitzer bis zur öffentlichen Hand. Ziel sei ein Zusammenschluss der Wärmeverbünde Dorf und Bissau, so Christoph Mettler.

Doch die Elektrizitätswerk Heiden AG hat neben dem Ausbau des Fernwärmenetzes weitere Pläne. Sie setzt auf Wasserkraft und auf die Erneuerung von Heizungssystemen oder Haushaltsgeräten. In einem nächsten Pilotprojekt werden nun die herkömmlichen Strassenbeleuchtungen in Heiden durch LED-Lampen («LED» steht für «lichtemittierende Diode») ersetzt; sie sind besonders energieeffizient.

Isolation und Heizungsanlage

Wie entscheidend sich die Isolation von Aussenwänden, Fenstern und Dach eines Gebäudes auf dessen Energieverbrauch auswirkt, zeigt eine Auswahl von Materialien und eine Gegenüberstellung von Daten im «Energiefenster». Das Sortiment an möglichen Materialien ist gross: Holzfaser, Glaswolle, Schaumglas, Stroh, Schafwolle, Zellulose oder sogar Hanf können beispielsweise in Form von Platten zur Isolation verwendet werden.

Während der durchschnittliche Energieverbrauch eines alten Hauses zwischen 16 und 20 Litern Öl pro m² liegt, kann der eines Umbaus auf 8 bis 12 Liter Öl pro m², der eines Neubaus sogar auf 4,8 Liter Öl pro m² reduziert werden.

Auch im Bereich der Haustechnik können Hausbesitzer auf Sparmassnahmen setzen. Alternative und energieeffiziente Heizsysteme sind Wärmepumpen, thermische Solaranlagen, Holzheizungen, Fern- oder Abwärmenutzung.

Energiesparen im alten Gebäude

Eine neue Isolation, eine neue Heizungsanlage – nicht überall liegen solche Sparmassnahmen im Bereich des Möglichen. Energieeffizient kann aber auch in einem alten Gebäude gehandelt werden, beispielsweise im Gebrauch von alltäglichen Haushaltsgeräten. Anwendungszeit senken, Stand-by-Modus deaktivieren, Wasserverbrauch durch Sparbrausen regulieren, kurz und intensiv lüften, Heizanlagen optimal einstellen, Elektrogeräte und Licht konsequent ausschalten – da kann jeder mithelfen, auch die Kleinsten.

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