Auf dem Weg zum Solardorf

Die Vision, Rehetobels Haushalte vollständig mit erneuerbarem Strom zu versorgen, ist mit der Vereinsgründung einen wichtigen Schritt weiter. Die Initianten sind optimistisch.

Hanspeter Strebel
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Der Gründungsvorstand des Vereins Solardorf Rehetobel: Von links: Walter Züst, Präsident Christian Eisenhut, Erika Kürsteiner, Gabriela Gehr, Initiant und Vizepräsident Andreas Zech, Robert Jost (von links). Ganz rechts Tagespräsident Bruno Eigenmann. (Bilder: hps)

Der Gründungsvorstand des Vereins Solardorf Rehetobel: Von links: Walter Züst, Präsident Christian Eisenhut, Erika Kürsteiner, Gabriela Gehr, Initiant und Vizepräsident Andreas Zech, Robert Jost (von links). Ganz rechts Tagespräsident Bruno Eigenmann. (Bilder: hps)

Rehetobel. Mit der Genehmigung der Statuten und der Wahl eines Vorstandes ist am Dienstagabend im Gemeindezentrum der «Verein Solardorf Rehetobel» aus der Taufe gehoben worden. Dies knapp zwei Jahre nachdem die Gemeinde in ihrem Leitbild Ziele formuliert hatte, die sich positiv und nachhaltig auf die Dorfentwicklung auswirken sollen. Die acht Themenfelder wurden mit der Präambel verbunden, in der es heisst: «Die Sonne durchdringt all unsere Lebensbereiche und bietet Lösungen für die Zukunft.»

Die Vereinsspitze

Präsidiert wird der neue Verein von Christian Eisenhut. Vizepräsident ist der eigentliche «Vater» der Idee, Andreas Zech. Weiter gehören dem sechsköpfigen Vorstand an: Erika Kürsteiner, Gabriela Gehr, Robert Jost und Walter Züst.

Knapp 50 Personen hatten sich zur Gründungsversammlung eingefunden, bei der der frühere Trogner Gemeindepräsident Bruno Eigenmann, Präsident des Vereins «Energie AR», als Tagesvorsitzender amtete und souverän- locker durch den Abend führte.

Der eigentlichen Vereinsgründung voraus gingen nach der Begrüssung durch Initiant Andreas Zech drei Kurzreferate, die ziemlich konkret in das vieldiskutierte Thema Solarenergie einführten. Zech selber rief kurz den Weg bis zur Konstituierung als Verein in Erinnerung. Vor knapp einem Jahr stiess der erste von ihm einberufene Solarabend auf unerwartet grosse Resonanz und ermutigte, den Weg mit dem Ziel eines Solardorfes Rehetobel weiter zu beschreiten. Auf einen Fragebogen gingen rund 60 (positive) Rückmeldungen ein.

Energie ohne Nebenwirkungen

Bald wurde auch ein Logo geprägt, mit dem man auch in die gestrige Vereinsgründung ging. Aus dem Wort «Sonne» werden die einzelnen Buchstaben zum eingängigen Slogan zusammenkomponiert: «Spendet ohne Nebenwirkungen nachhaltige Energie».

Eine Arbeitsgruppe, die sich Ende November 2010 gebildet hatte, prüfte zur Verwirklichung des Ziels einer nachhaltigen Stromversorgung auch erneuerbare Energieträger wie Wind, Wasser, Holz und Erdwärme. Es wurde aber festgestellt, dass in Rehetobel die direkte Sonnenenergienutzung zur Strom- und Wärmeproduktion das mit Abstand grösste Potenzial besitzt. Inspiration holte sich die Gruppe, in der weiterhin Andreas Zech die treibende Kraft war, auch beim Besuch einer grossen Fachmesse in München. Auch Erstkontakte zu Banken, Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Behörden wurden geknüpft. Förderlich war der Idee gemäss Zech auch eine eigentliche weltweite Aufbruchstimmung in Sachen Solarenergie.

Christian Eisenhut wartete mit konkreten Zahlen auf. Knapp die Hälfte der 6,4 Mio. Kilowattstunden, die die Gemeinde jährlich von den SAK bezieht, wird in den Haushalten verbraucht, auf die man sich (unter Ausklammerung der Wärme) denn auch fokussieren will, wenn es um die Substituierung mit Solarstrom mit einem Zeithorizont von zehn Jahren geht. Dabei ginge es um die Produktion von einer Million Kilowattstunden (1 GWh). Dafür würde eine Fläche für den Zelleneinbau von rund zwei Hektaren benötigt.

Sparen und Effizienz

Energiespezialist Walter Züst führte mit Verve und Humor aus, dass weiterhin auch Anstrengungen zum Stromsparen notwendig seien, wobei jeder bei sich selber den ersten (mitunter einfachen) Schritt tun müsse. Auch mit einer besseren Stromeffizienz (LED) könne viel erreicht werden.

Tagespräsident Bruno Eigenmann zeigte sich sehr angetan von der Idee der Rechtöbler und gratulierte ihnen ebenso wie Gemeindepräsident Ueli Graf, der versprach, ein «Fürsprecher» zu sein. Speziell gerühmt wurde der Mut von Initiant Andreas Zech, der den Alleingang zu einer Gemeinschaftsidee machte.

Bewilligung als Hürde

Trotz diesem Sukkurs wurde mehrfach betont, die Bewilligung für die vorgesehene Grossanlage sei wohl schwieriger als die Finanzierung, obwohl man von Kosten in der Grössenordnung von vier Millionen Franken ausgeht.

Die Gründung: Der Verein Solardorf Rehetobel ist mit der Verabschiedung der Statuten und der Wahl des Vorstands gegründet.

Die Gründung: Der Verein Solardorf Rehetobel ist mit der Verabschiedung der Statuten und der Wahl des Vorstands gegründet.