Auch pflegende Angehörige unterstützen

Sozialtipp

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Pflegende Angehörige bilden ein Unterstützungsnetzwerk für die zu betreuenden Personen. (Bild: Robert Kneschke)

Pflegende Angehörige bilden ein Unterstützungsnetzwerk für die zu betreuenden Personen. (Bild: Robert Kneschke)

In der Schweiz nimmt die Anzahl der pflegenden Angehörigen stetig zu. Doch was sind pflegende Angehörige und was leisten sie? Mit welchen Belastungen und Herausforderungen haben pflegende Angehörige umzugehen? Welche Möglichkeiten und Lösungen gibt es in solch herausfordernden Situationen und was hat Pro Infirmis damit zu tun?

Was pflegende Angehörige sind und leisten

Als pflegende Angehörige werden Menschen bezeichnet, die andere Menschen aus ihrem Familiensystem regelmässig und in einem gewissen Umfang betreuen und pflegen. Die zu betreuenden Personen sind aufgrund einer Behinderung, einer Krankheit oder des Alters auf die Unterstützung der pflegenden Angehörigen angewiesen. Gerade während einer länger andauernden Krankheit oder nach einem Unfall ist es für Betroffene oft wichtig, dass sie in ihrer gewohnten Umgebung wohnen bleiben können und die Betreuung und ­Pflege von Angehörigen übernommen werden kann.

Dabei müssen pflegende Angehörige nicht zwingend Familienmitglieder sein. Auch Partnerinnen und Partner, Nachbarn, Bekannte und Freunde zählen in den Kreis der pflegenden Angehörigen. Sie alle übernehmen hierbei vielfältige und enorm wertvolle Arbeiten. Sie leisten Mithilfe im Haushalt, planen den Tagesablauf, bereiten das Essen zu, koordinieren Arzttermine und Transporte, helfen bei administrativen Tätigkeiten sowie Pflegeaufgaben und unterstützen in psychischen und sozialen Belangen.

Pflegende Angehörige bilden ein Unterstützungsnetzwerk für die zu betreuenden Personen. Die Aufgaben der pflegenden Angehörigen können sehr erfüllend und sinngebend sein. Da jedoch der Krankheitsverlauf und somit auch die Dauer der Unterstützung häufig nicht vorhersehbar sind, kann dies mit der Zeit und je nach Situation zur Belastung werden. Häufig gehen pflegende Angehörige einer Erwerbstätigkeit nach und erledigen die Aufgaben als pflegende Angehörige unentgeltlich in der Freizeit. Wenn sie deswegen zu oft ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen müssen, kann es zu Konflikten und Spannungen innerhalb des Unterstützungsnetzwerkes kommen. Diese komplexe Mehrfachbelastung kann Auswirkungen auf die eigene gesundheitliche Situation haben und die Betroffenen oft an ihre Grenzen bringen. Stress, Verlust von Freizeit, körperliche und psychische Belastungen sind nur einige Symptome, die auftreten können. Was tun, bevor die Situation nicht mehr tragbar ist? Wo können pflegende Angehörige Hilfe und Unterstützung holen?

Beratung bei Pro Infirmis

Pro Infirmis berät und unterstützt Menschen mit einer geistigen, körperlichen und psychischen Behinderung sowie auch deren Angehörige in verschiedensten Angelegenheiten.

Die Themen hierbei sind vielseitig: Finanzen, Sozialversicherungen, Wohnen, Umgang mit schwierigen Situationen, Entlastungsdienste, Assistenzberatung u. v. m. Ziel ist es, den Menschen im Sinne von Hilfe zur Selbst­hilfe Möglichkeiten aufzuzeigen und sie in herausfordernden Situationen zu unterstützen und zu begleiten. (pd)

Pro Infirmis, Beratungsstelle Wattwil, Rickenstrasse 28, Wattwil, Telefon 058 775 20 88.