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Rückblick auf das Theater in Trogen: Keine Pannen und gutes Wetter

Morgen wird in Trogen das Stück «Das glückselige Leben» letztmals aufgeführt. Die Regie blickt zufrieden zurück.
Astrid Zysset
2500 Zuschauerinnen und Zuschauer schauten insgesamt das Theater «Das glückselige Leben». Bild: PD

2500 Zuschauerinnen und Zuschauer schauten insgesamt das Theater «Das glückselige Leben». Bild: PD

«Zufrieden» umschreibt nicht im Mindesten, wie die künstlerische Leiterin und Initiantin Karin Bucher sich fühlt. «Ich bin ausserordentlich glücklich», sagt sie. Kein Wunder. Das Theater «Das glückselige Leben», für welches sie sich zusammen mit den Regisseuren Katrin Sauter und Hans-Christian Hasselmann verantwortlich zeigte, steht vor der Dernière. Morgen Abend wird es letztmals aufgeführt. Und der Blick zurück offenbart: Besser hätte es kaum laufen können. «Das Publikum lässt sich vom Stück berühren. Und Trogen hat sich auf das Experiment eingelassen.»

Das Theaterstück beginnt in vier Restaurants und in einem Bus, bevor sich alle auf einen Augenschein durch das vermeintlich glücklichste Dorf aufmachen. Die Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgen die Handlung, indem sie die Schauspielenden begleiten, vorbei an Spielorten auf Plätzen und in Gassen. Das Publikum kann so hautnah miterleben, was die einzelnen Figuren erzählen, wie es ihnen geht und was sie auf der Suche nach dem Glück so alles erleben. Zum Schluss treffen sich die fünf Zuschauergruppen zum Festakt auf dem Landsgemeindeplatz wieder.

Keine Pannen während der Vorstellungen

Das Dorf wurde zur Bühne. Ein solch enger Einbezug erfordert viel Toleranz. Bucher betont, dass sie nur wenig Kritik seitens der Bewohnerinnen und Bewohner vernommen habe. Im Gegenteil: Viele Anwohner schauen während den Vorstellungen aus den Fenstern, sitzen in den Gärten oder sind in den Gassen unterwegs. «Die Bevölkerung hat das Stück als Geschenk empfunden», so Bucher. «Und so sollte es auch verstanden werden.» «Das glückselige Leben» habe Trogen «in einem grösseren Kontext sichtbar gemacht». Schauspieler wie auch Zuschauer kamen aus der gesamten Ost- und Zentralschweiz angereist. Gab es denn auch Negatives, Pannen? «Nein», so Bucher. Eine Vorstellung musste wegen Regens verschoben werden. Das war aber nur einmal, und zweimal musste der Schluss in die Kirche verlegt werden. «Petrus hat sehr gut mitgespielt», sagt Bucher lächelnd. Auch ein Kurzschluss aufgrund eines kurzen Unwetters genau auf den Schlussapplaus hin hat keinen Schaden hinterlassen.

Der Abschied vom Stück naht

Alle 20 Vorstellungen waren ausverkauft. Sogar die zwei Zusätzlichen, welche aufgrund der hohen Nachfrage durchgeführt wurden. Die Freude und die Identifikation am Stück ist ebenfalls seitens der Schauspielenden gross, wie Bucher ausführt. Nun gilt es jedoch Abschied zu nehmen. Die Ausstattung und Kostüme, die Holzbänke, Glücksbanner und Bilder werden unter den Mitwirkenden aufgeteilt. Der Turm wird eingelagert, um ihn später wieder zu verwenden und die Dachlatten gehen an eine Kunstschule. «Zum gelingenden Leben gehört auch, dass man keinen Abfall zurücklässt», sagt Bucher.

Sie selbst sieht das bevorstehende Ende des Stückes nüchtern. Seit einer Woche bereits plant sie den Rückbau. «Es geht auf zu neuen Ufern», sagt sie. Andere Projekte stünden an. Aber sie sei dennoch dankbar, dass alles gut rausgekommen ist. «Ich wohne selbst in Trogen. Wir haben ein Experiment gewagt, und das Stück ist glücklicherweise auf eine grosse Akzeptanz gestossen.»

Von den insgesamt vier Stunden Inszenierungsmaterial bekam der einzelne Zuschauer gerade einmal zwei Stunden zu Gesicht – je nachdem, welchen Rundgang er wählte. Auf dem Landsgemeindeplatz konnten sich alle dann austauschen und erkennen, dass Glückseligkeit von der eigenen Perspektive abhängt. «Der Betrachter sieht nur das, was er sehen will, und übersieht darum vieles. Auch dass er sein Glück nur findet, wenn er sich als Teil des Ganzen erkennt», so Bucher.

Ein Wagnis war das Theaterstück auch finanziell. Die Abrechnungen seien zwar noch nicht gemacht, doch Bucher rechnet damit, dass schlussendlich eine schwarze Null resultiert. «Bei schlechtem Wetter wäre es schwierig geworden. Wir hatten grosses Glück.» Und wie sieht es mit einer möglichen Fortsetzung aus? Bucher winkt ab. «Da ist noch nichts geplant. Erst mal Energie tanken und dann schauen wir weiter.»

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