Der Urnäscher Gemeinderat soll auch künftig neun Mitglieder zählen

Aufgrund von Rücktritten hat der Gemeinderat die Anzahl der Gemeinderäte diskutiert. Auch das Pensum des Gemeindepräsidenten gab zu reden.

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Dem Gemeinderat Urnäsch sollen auch in Zukunft neun Frauen und Männer angehören. Es wird jedoch gemäss Medienmitteilung der Gemeinde eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die das Pensum des Gemeindepräsidenten überprüfen und ein Reglement für dessen Entschädigung erarbeiten soll. Das ist das Fazit eines Workshops des Gemeinderats, bei dem eine Neuorganisation der Exekutive im Vordergrund stand.

Auslöser für den Workshop unter Leitung von Max Koch war der Rücktritt von Gemeinderat Markus Notter im vergangenen Mai. Der Rat beschloss daraufhin, eine allfällige Ersatzwahl erst im Frühjahr durchzuführen und sich in der Zwischenzeit vertieft mit der Organisation des Gemeinderats zu befassen und insbesondere die Zahl der Ratsmitglieder zu diskutieren. Diese Fragestellung ergab sich auch im Zusammenhang mit dem bereits angekündigten Rücktritt von Christian Knöpfel im kommenden Frühjahr. Am Workshop nahmen neben den Mitgliedern des Gemeinderats auch Gemeindeschreiberin Erika Weiss und Willi Urbanz als Präsident der Geschäftsprüfungskommission teil.

Die Diskussion über die Zahl der Gemeinderatsmitglieder wurde bewusst personenunabhängig geführt, also ohne den erfolgten und den angekündigten Rücktritt miteinzubeziehen. Dabei kam man zum Schluss, dass eine Reduktion auf sieben Ratsmitglieder im jetzigen Zeitpunkt eher eine «Notlösung» wäre, aus Angst, im Frühjahr keine Kandidatinnen oder Kandidaten für die zwei vakanten Sitze zu finden. Weil eine Reduktion eine stärkere Belastung des einzelnen Mitglieds bringt und die Vertretung der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen schwieriger würde, kamen die Teilnehmer des Workshops zum Schluss, auf eine Reduktion zu verzichten. Eine geringfügige Anpassung der Gemeindeordnung soll aber trotzdem zeitnah angegangen werden. Dabei wird es aber vor allem darum gehen, übergeordnetes Recht nachzuvollziehen.

Entschädigungsreglement wird erarbeitet

Im Verlaufe des Workshops wurde auch das Pensum des Gemeindepräsidenten thematisiert. Weil das heutige Pensum 40 Prozent beträgt, wurde im Verlaufe der Diskussion deutlich, dass mit diesem der tatsächlich zu leistende Arbeitsaufwand nicht mehr abzudecken ist. Gewünscht wurde von den Gemeinderäten zudem, dass das Amt einer Gemeindepräsidentin oder eines Gemeindepräsidenten eine Haupterwerbsaufgabe sein sollte. Mit einem grösseren Pensum würde die Inhaberin oder der Inhaber Raum erhalten, sich mit strategischen Themen zu befassen, die Urnäsch weiterbringen, Arbeitsgruppen zu leiten und sich vermehrt in kantonal wichtigen Gremien einzubringen.

Aufgrund der Erkenntnisse im Workshop hat der Gemeinderat an seiner letzten Sitzung beschlossen, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, welche das Pensum des Gemeindepräsidiums überprüft und auch ein entsprechendes Entschädigungsreglement erarbeiten soll. (gk)