Auch im Alter «auto-mobil» unterwegs

Auf Schweizer Strassen geht es immer schneller zu und her. Für Rentnerinnen und Rentner kann dies zu Herausforderungen führen. Deshalb informiert die Ausserrhoder Pro Senectute im November über das Autofahren im Alter. Zu den Referenten gehören ein Teufner Fahrlehrer und ein Fachmann des Strassenverkehrsamtes AR.

Smilla Bühler
Drucken
Teilen
Personen ab 70 Jahren müssen sich alle zwei Jahre einem Fahrtest unterziehen.

Personen ab 70 Jahren müssen sich alle zwei Jahre einem Fahrtest unterziehen.

Bild: Gaetan Bally / KEYSTONE

Das immer dichtere Verkehrsaufkommen birgt Herausforderungen und neue Gefahren. Dies kann besonders für Seniorinnen und Senioren zum Problem werden. Ältere Menschen gelten im Strassenverkehr als besonders gefährdet, da sie oft verletzlicher sind als jüngere Personen. Unfälle können schwerwiegende Folgen haben. Zudem können alters- oder krankheitsbedingte Veränderungen, wie beispielsweise ungenügende Sehkraft, das Lenken eines Autos erschweren.

Den Führerschein abzugeben, sei für viele hart

Doch wann ist es an der Zeit, den Autoschlüssel an den Nagel zu hängen? Welche Anforderungen müssen Rentnerinnen und Rentner heute erfüllen, um verkehrstauglich zu sein? Welche Alternativen gibt es zum Auto? Um diese Fragen zu klären, führt Pro Senectute AR im November verschiedene Informationsanlässe im Appenzellerland durch. Mit dabei sind neben Sozialarbeitenden der Organisation die Referenten Vincenzo Zingali vom Ausserrhoder Strassenverkehrsamt und der Teufner Fahrlehrer René Bischof. Vanessa Palumbo von Pro Senectute AR sagt:

«Für Senioren hat das Autofahren einen hohen Stellenwert, da es Unabhängigkeit und Selbstständigkeit bedeutet.»

Ziel: Die Fahrtüchtigkeit aufrechterhalten

Mit den drei Informationsabenden in Teufen, Heiden und Herisau will die Pro Senectute aufzeigen, wie die Rentnerinnen und Rentner ihre Fahrtüchtigkeit möglichst lange erhalten können und welche Angebote es für eine Auffrischung der Fahrkenntnisse gibt. Ein Fokus der Veranstaltungen läge auf den alternativen Angeboten: Taxis, die öffentlichen Verkehrsmittel und sonstige Fahrdienste. Palumbo sagt:

«Viele denken, dass eine Taxi- oder Zugfahrt zu teuer wäre. Wir vergleichen deshalb die Ausgaben im öffentlichen Verkehr mit den Kosten einer Fahrt mit dem eigenen Auto.»

Fahrlehrer René Bischof bietet seit längerem sogenannte Fahrcoachings, also Fahrberatungen, an. Nach einem Erstgespräch folgt eine Probefahrt. Dabei gibt Bischof eine Beurteilung des Fahrstils und der Fahrtüchtigkeit. Das Angebot richte sich unter anderem an ältere Personen, die ihre Fahrkompetenz für neue und komplexe Verkehrssituationen erweitern möchten. Ziel dieser Beratungen sei es, den Teilnehmenden zu ermöglichen, so lange wie möglich mobil zu bleiben und sicher am Verkehrsgeschehen teilnehmen zu können.

Wenn es dann an der Zeit sei, den Führerschein abzugeben, bedeute das oft ein einschneidendes Erlebnis. «Für viele fühlt es sich an, als sei ihnen etwas Wichtiges weggenommen worden», sagt Palumbo. Viele Rentner hätten auch Angst davor, den Führerschein abzugeben und sich einzugestehen, dass es an der Zeit sei, das Autofahren aufzugeben.

Dann nützen manchmal auch alle Auffrischungskurse nichts mehr. Natürlich gebe es verschiedene medizinische Anzeichen wie ungenügende Sehkraft oder kognitive Beeinträchtigungen. Oftmals käme der Anstoss, sich mit dem Aufhören des Autofahrens zu beschäftigen, von Familienangehörigen, und nicht von den betroffenen Personen selbst. Trotzdem ist für Zingali vom Ausserrhoder Strassenverkehrsamt klar:

«Ein guter Zeitpunkt, mit dem Autofahren aufzuhören, ist dann, wenn man den Zeitpunkt noch selbst bestimmen kann.»

Informationsabende

«auto-mobil bleiben»

Teufen: 10. November 2020, 18.00 Uhr in der Sporthalle Landhaus

Herisau: 17. November 2020, 18.00 Uhr im Evang. Kirchgemeindehaus

Heiden: 19. November 2020, 18.00 Uhr im Evang. Kirchgemeindehaus

Anmeldungen bis 2. November 2020, weitere Informationen unter https://ar.prosenectute.ch/de/freizeit/kurse.