Auch Herisau sieht rot: Grösste Ausserrhoder Gemeinde rechnet wegen Corona mit einem Minus von rund 2 Millionen Franken

Auch die grösste Gemeinde im Kanton Appenzell Ausserrhoden sieht rot. Der Voranschlag ist geprägt durch die pandemiebedingten Mindereinnahmen bei den Steuern. Der Gemeinderat hält dennoch an den Investitionen fest, um das Gewerbe zu unterstützen.

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Das Dorf Herisau: Der Gemeinderat will mit den Investitionen das Gewerbe unterstützen.

Das Dorf Herisau: Der Gemeinderat will mit den Investitionen das Gewerbe unterstützen.

Martina Basista

Die Coronapandemie setzt den Ausserrhoder Gemeinden zu. Bis auf etwa Krösus Teufen oder Walzenhausen rechnen die Mehrheit der Kommunen beim Voranschlag 2021 mit einem Rückschlag. Dazu gehört nun auch Herisau. Die grösste Gemeinde im Kanton hat am Freitag darüber informiert.

Der Voranschlag weist einen Aufwandüberschuss von 1,95 Mio. Franken aus. Dieses Ergebnis resultiert laut Medienmitteilung aus einem Ertrag von 98,14 Mio. Franken und einem Aufwand von 100,09 Mio. Franken. Dies bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 4,1 Einheiten.

Corona-Auswirkungen

Der Voranschlag 2021 wurde mitten in einer Zeit der Verunsicherung erstellt. Für die Auswirkungen der Coronapandemie seien Annahmen getroffen worden, heisst es in der Medienmitteilung. So sieht der Voranschlag um 1,9 Mio. Franken geringere Steuereinnahmen vor als für das Rechnungsjahr 2020 budgetiert. Daneben werden schlechtere Ergebnisse unter anderem bei der wirtschaftlichen Sozialhilfe, im Asylwesen, in der Volksschule und bei den Verkehrsbetrieben erwartet. Besser schneiden gemäss Voranschlag 2021 beispielsweise die Liegenschaften des Finanzvermögens, der Finanz- und Lastenausgleich, die Schulliegenschaften und die Pflegefinanzierung ab.

Mit dem budgetierten Defizit von knapp 2 Mio. Franken wird der Stand auf dem Konto Bilanzüberschüsse, das dem Ausgleich von Verlusten und Gewinnen dient, auf 15,5 Mio. Franken sinken.

Unterstützung fürs Gewerbe

Trotz Corona hält der Gemeinderat an den Investitionen fest. Im Voranschlag stehen den Bruttoausgaben von 13,14 Mio. Einnahmen von 1,78 Mio. Franken gegenüber. Der Gemeinderat begründet die Investitionen einerseits, weil die Projekte nach langer Vorarbeit reif für die Umsetzung sind, andererseits auch um stabilisierend auf die coronageschädigte Wirtschaft zu wirken.

Dies hat jedoch Auswirkungen auf die Verschuldung. Gemäss Finanzplan dürfte diese bis 2024 auf hohe 4‘892 Franken pro Einwohner steigen.

Grössere Ausgabenposten bilden die Aufwertung der oberen Gossauerstrasse, die Sanierung und Erweiterung der Dorfkirche sowie Investitionen in die ARA Bachwis, Schulliegenschaften und Strassen.

Das Budget wird vom Einwohnerrat am 9. Dezember beraten. (red/gk)