«Auch ein Kleiner schafft es»

Elias Valaulta ist im zweiten Ausbildungsjahr seiner Sportlerlehre. Im Handball hat er mit seiner Grösse von 1,73 Metern zu kämpfen, in der Schule mit der Legasthenie. Trübsal blasen kommt für den 17-Jährigen aber nicht in Frage.

Alexa Scherrer
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HANDBALL. «Ich möchte in der Deutschen Bundesliga spielen. Das ist die beste der ganzen Welt», sagt Elias Valaulta. Ein ehrgeiziges Ziel, das sich der 17jährige Sportschüler und auszubildende Kaufmann bei der Sportschule Appenzellerland gesetzt hat. Den Grundstein hat er bereits gelegt, sieben Jahre spielte er im Nachwuchs von St. Otmar, St. Gallen, diesen Frühling wechselte er in die 1. Liga nach Appenzell. «Hier bin ich der Jüngste in der Mannschaft», so Valaulta. Mit seiner Grösse von 1,73 Metern gehört er auch zu den Kleinsten. Er ist mittlerer Rückraumspieler, die ideale Grösse sei da 1,85 Meter, damit der Spieler «torgefährlich» ist, also selber Tore schiessen kann.

Schon öfters sei der Appenzeller mit der Frage konfrontiert worden, ob er im Flügel spiele, dort, wo typischerweise der Aufgabenbereich der kleineren Spieler liegt. Warum ist das also nicht seine Position? «Dort gehöre ich nicht hin», weiss Elias Valaulta.

In der Rückraum-Mitte obliege ihm die Spielführung, er müsse das Spiel verstehen, die Pässe ansagen. «Das kann ich gut. Wenn ich das Spiel mache, ist die Mannschaft ruhig und sicher, die Pässe kommen gut.» Er mache vielleicht weniger Tore als ein Grösserer auf gleicher Position, aber das spiele keine Rolle, wenn das Spiel dafür sonst läuft. «Goals können auch die anderen machen», so Valaulta.

Elf Trainingseinheiten

Viel Freizeit bleibt Elias Valaulta nicht. Montag und Dienstag ist er in der Schule, im Kaufmännischen Berufs- und Weiterbildungszentrum KBZ in St. Gallen, Mittwoch und Donnerstag trainiert er im Kraftraum, am Freitag steht Leichtathletik auf dem Programm, Handball trainiert er montags, mittwochs, freitags und samstags. «Pro Woche muss ich auf elf Trainingseinheiten kommen», erklärt Valaulta.

Damit er Zeit für solch intensives Training hat, verlängert er den praktischen Teil seiner Ausbildung über die üblichen drei Lehrjahre hinaus. «Die Sportlerlehre war eine sehr gute Entscheidung, sonst könnte ich den Sport nie so in den Vordergrund stellen», ist er sich sicher.

Sportlehrer als Ziel

Obwohl Valaulta seinen Fokus auf den Sport richtet, muss er auch in der Schule Leistung bringen. Das fällt dem Legastheniker in den Sprachfächern nicht immer leicht. Die Lese- und Rechtschreibschwäche nennt er auch als «Knackpunkt» für sein berufliches Ziel, die Ausbildung zum Sportlehrer in Magglingen zu machen. «Aber irgendwie schaffe ich das schon mit der Berufsmaturität und vor allem mit dem Problemfach Französisch», ist er sich sicher.

«Nach vorne schauen»

Am 7. September fängt für Elias Valaulta die Handballsaison mit einem Spiel gegen Wetzikon an. Mitte September findet eine Sichtung der Nati statt, dort wolle er mittrainieren. Ob er das kann, ist aber noch nicht entschieden.

Während eines Jahres war er in der Regionalauswahl und ist dann aufgrund seiner Grösse rausgeflogen. «Fies» fände er so etwas, «eine Schweinerei». Mit seinem Schicksal hadern oder gar den Kopf in den Sand stecken gibt es für Elias Valaulta aber nicht. Solche Ereignisse würden ihn noch mehr anspornen, allen zu zeigen, dass es auch ein Kleiner schaffen kann. «Das Beste rausholen, nach vorne schauen», lautet Elias Valaultas Devise.